Nach Weihnachten ist vor Silvester – die perfekte Zeit, um sich Gedanken über deine neuen Jahresvorsätze zu machen.

Im Jahr 2018 stand die Umwelt glücklicherweise mehr im Fokus, als noch in 2017. Flüsse und Meere voller Plastikmüll, die drohende Rodung des Hambacher Forstes und die spürbaren Auswirkungen der Klimaerwärmung haben dafür gesorgt, dass Umweltschutz zu einem größeren Thema in der Gesellschaft geworden ist.

Wir finden, dass die Vorsätze für das Jahr 2019 daher auch mehr beinhalten sollten, als endlich mal wieder ins Fitnessstudio zu gehen oder weniger Süßkram zu essen. Falls du das auch so siehst, haben wir dir als Inspiration 12 nachhaltige Jahresvorsätze für dein 2019 aufgeschrieben.

Aber nicht nur der Jahreswechsel ist ein guter Startpunkt, um nachhaltiger zu leben. Starte mit diesen Vorsätzen immer, zu jeder Zeit, um etwas für dich und deine Umwelt zu tun.

Konsum reduzieren

Wer weniger konsumiert, lebt automatisch nachhaltiger. Wieso? Weil neu gekauftes immer Umweltressourcen verschwendet, egal wie nachhaltig es produziert wurde. Mit einem reduzierten bzw. bewussteren Konsum schonst du also die Umwelt, und zudem auch noch deinen Geldbeutel.

Minimalistischer leben

Deine Wohnung ist voller Krempel, den du eigentlich nicht benutzt? Dann solltest du 2019 damit starten, deine Umgebung auszusortieren. Dabei gilt: Nicht einfach alles in den Müll werfen! Denn das ist wiederum weniger nachhaltig. Besser: Melde dich bei Flohmärkten an, bring deine Sachen in einen Second Hand Laden in deiner Nähe, organisiere Tausch-Parties mit Freundinnen, oder verschenke an liebe Freunde, die sich über die Sachen freuen. Was wirklich in den Müll muss, bitte ordentlich recyceln.

Eine minimalistische Umgebung sieht nicht nur ordentlich aus – ich bin davon überzeugt, dass sie uns auch mehr entspannt. Ganz nach dem Motto: Clear space, clear mind! Außerdem führt es dazu, dass du viel bewusster konsumierst und dir genau überlegst, ob du dieses oder jenes Teil wirklich brauchst, da du einen klaren Überblick hast, was du bereits besitzt und mit was du deine Wohnung besser nicht zustellen magst. Somit konsumierst du automatisch weniger, was wunderbar zu unserem ersten Vorsatz passt.

Mehr Second Hand kaufen

Solltest du doch mal etwas wirklich benötigen, weil du es z.B. ersetzen musst, oder noch nicht besitzt und wirklich oft benutzen würdest, dann solltest du darauf achten, diese Dinge Second Hand zu kaufen. Dazu gibt es sowohl online als auch stationär unzählige Möglichkeiten. Second Hand Artikel haben im Gegensatz zu Neuprodukten keine weiteren Umweltressourcen verschwendet. Sie sind weniger belastet mit Schadstoffen (z.B. bei Kleidung) und sind meist richtige Einzelstücke und wesentlich günstiger als Neuware.

Weitere gute Gründe Second Hand einzukaufen, kannst du in unserem Artikel „5 unschlagbare Gründe Second Hand einzukaufen“ nachlesen.

Es ist außerdem ein wahnsinnig gutes und belohnendes Gefühl, ein Second Hand Möbelstück aufzuwerten und daraus ein neues cooles Einzelstück zu erschaffen. Schau dir nur als Inspiration gerne unseren Second Hand Esstisch oder unseren Upcycling Couchtisch an.

Mehr bei nachhaltigen Brands kaufen

Du kannst vermutlich nicht immer alles, was du wirklich brauchst, Second Hand kaufen. Solltest du also neu kaufen müssen, versuche erst bei nachhaltigen Brands zu kaufen. Nachhaltige Brands achten auf umweltschonende Produktionsprozesse, nachhaltige Materialien, und faire Bezahlung ihrer Mitarbeiter.

Müll reduzieren

Das erste Gebot beim Thema Umweltschutz – reduziere deinen Müll! Unsere Welt versinkt in Müll – vor allem in Plastikmüll. Da ist es besonders wichtig, nicht weiter zur Umweltverschmutzung beizutragen und deinen Alltag möglichst „müllreduziert“ zu gestalten.

Führe dir nur mal vor Augen, wie schnell die Mülleimer in deiner Wohnung voll sind, und mit was sie meist gefüllt sind. Und versuche auch unterwegs mit einem bewussten Blick durch den Alltag zu gehen. Es ist erstaunlich, wie viel Müll du täglich produzierst: Strohhalme im Getränk, Plastik- und Papiertüten beim Einkaufen, der Kaffee to go, der schnelle Snack zur Mittagspause, dein Erfrischungsgetränk in einer Plastikflasche.

Aber keine Sorge, es ist wirklich nicht kompliziert, Müll zu reduzieren. Du musst nur die Alternativen kennen. Die sind immer nachhaltiger, und meist sogar hübscher und auf Dauer günstiger.

Wir haben in unserer Rubrik „Zero Waste“ jede Menge Inspirationen für deinen Alltag. Schau dir zum Beispiel die „10 Zero Waste Alternativen für Einsteiger“ an – hier zeigen wir dir für die häufigsten Alltagssituationen müllfreie Alternativen.

Oder lerne mehr darüber, wie du müllfrei Kaffee kochen kannst, und als Frau auch während deiner Periode nachhaltiger leben kannst, in dem du auf eine Menstruationstasse umsteigst.

Müll richtig trennen

Komplett müllfrei zu leben, ist leider nicht immer machbar. Es ist daher wichtig, dass du deinen produzierten Abfall richtig entsorgst. Informiere dich über die Mülltrennung in deiner Region. Bringe Glasflaschen zum Glascontainer und Pfandflaschen zur nächsten Annahmestelle. Schmeiße Elektrogeräte und Batterien nicht einfach in den Müll, sondern bringe sie zum Recyclinghof. Nur so haben die eingesetzten Materialien die Chance wiederverwendet bzw. möglichst umweltschonend entsorgt zu werden.

Go Ökostrom

Wir sind dieses Jahr zum Stromanbieter „Lichtblick“ gewechselt (unbezahlte Werbung). Ausschlaggebend war die Diskussion um die Rodung des Hambacher Forstes zur Gewinnung von Braunkohle.

Dieses Ereignis hat uns bewusst gemacht, wie wichtig es ist, auch im Bereich Strom nachhaltiger zu „konsumieren“- auch, wenn es ein eher „versteckter“ und unterbewusster Konsum ist.

Ökostrom stammt aus umweltfreundlichen, erneuerbaren Energiequellen (Wind, Wasser, Solarenergie) und ist Bestandteil einer nachhaltigen Stromversorgung. Konventionell erzeugter Strom kommt aus Kernenergie und fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Wichtig ist, darauf zu achten, welche Ökostromanbieter „richtigen“ Ökostrom anbieten, und nicht Teil einer Greenwashing Kampagne eines konventionellen Anbieters sind. Solche Ökostromanbieter sind „Lichtblick“ und „Greenpeace Energy“ (unbezahlte Werbung). Unser Wechsel zu Lichtblick war super einfach. Wir merken in unserem Alltag keinen Unterschied in der Energieversorgung, und haben trotzdem ein viel besseres Gefühl, auch für unseren Strom die richtigen Firmen zu unterstützen.

Mehr Bio geht nicht

Doch, mehr Bio geht (meistens). Versuche daher, bei jedem deiner Lebensmitteleinkäufe auf Bio-Alternativen zu achten. Bio-Lebensmittel stammen aus ökologischer Landwirtschaft. Das heißt sie dürfen nicht gentechnisch verändert werden, und werden ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden), Kunstdünger oder Klärschlamm angebaut. Tierische Produkte stammen von Tieren, die artgerechter gehalten werden und in der Regel nicht mit Antibiotika oder Wachstumshormonen behandelt wurden. Die Produkte werden nicht ionisierend bestrahlt und enthalten weniger Lebensmittelzusatzstoffe.

Bio ist zwar meist etwas teurer, aber dies aus gutem Grund. Du bezahlst hier ein paar Euro mehr für den Umweltschutz – als nachhaltig denkender Mensch, ist es dir das sicherlich Wert.

Am allerbesten und günstigsten ist es natürlich, sein Obst und Gemüse selbst anzubauen und nicht mit Spritzmitteln & Dünger zu behandeln. In so einem Fall, geht dann wirklich kaum mehr Bio. Solltest du dazu nicht die Möglichkeit haben, kannst du auf Bio-zertifizierte Lebensmittel zurückgreifen oder beim ökologischen Bauern deines Vertrauens direkt einzukaufen, z.B. auf dem Bauern- oder Wochenmarkt.

Mehr regional und saisonal einkaufen

Wer regional und saisonal einkauft, spart jede Menge Umweltressourcen. Regional bedeutet, dass die Lebensmittel direkt aus der näheren Umgebung kommen. Saisonal heißt, die Lebensmittel wachsen der Saison entsprechend und müssen nicht aus dem fernen Ausland importiert, oder in Gewächshäusern künstlich hochgezogen werden.

Bei regionalen Käufen müssen also kaum Transportwege auf sich genommen werden. Außerdem unterstützt du die Produzenten deiner Region. Saisonale Produkte benötigen zusätzlich zu kürzeren Transportwegen auch noch weniger Energie.

Weniger mit dem Auto fahren

Wer weniger Auto fährt, und dafür mehr mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln, kann pro sonst verfahrenen Liter Sprit bis zu 3.000 kg CO2 Emissionen sparen. Wer nicht Radfahren will, oder öffentliche Verkehrsmittel hasst, für den sind eventuell Fahrgemeinschaften eine Idee.

Weniger bzw. keine tierischen Produkte essen

Durch eine vegane Ernährung kannst du viel mehr CO2 Emissionen sparen, als beim Verzicht auf dein Auto. Außerdem sparst du weitere Umweltressourcen wie Fläche, Wasser und Energie.

Bei veganer Ernährung entsteht halb so viel CO2 wie bei einer omnivoren Ernährung mit tierischen Lebensmitteln. Sie benötigt nur 1/11 der fossilen Brennstoffe, 1/13 an Wasser und 1/18 an Bodenfläche. So kannst du mit einer veganen Ernährung jeden Tag 4.160 Liter Wasser und 20 kg Getreide sparen. Du kannst täglich 28 m² Wald retten und den Gegenwert von 9 kg CO2 einsparen. Außerdem rettest du täglich 1 Tierleben.

Weitere Gründe, wieso eine vegane Ernährung gut für die Umwelt ist, findest du in unserem Beitrag „Vegan – für die Umwelt„. Zusätzlich zu den gesparten Umweltressourcen, ersparst du durch diese Ernährungsform vielen Tieren den Tod, nach einem qualvollen Leben in Massentierhaltung. Lies mehr dazu in unserem Beitrag „Vegan – für die Tiere„. Außerdem besitzt eine vegane Ernährung das Potenzial, unsere häufigsten Zivilisationskrankheiten zu bekämpfen und gar nicht entstehen zu lassen. Mehr dazu findest du in unserem Artikel „Vegan – für deine Gesundheit„.

Mehr Empathie

Empathisch sein bedeutet, sich in andere Lebewesen hineinversetzen zu können, ihre Emotionen und Motive zu verstehen. Empathisch sein bedeutet aber auch, sich selbst gegenüber mitfühlend und tolerant zu sein.

Und was hat das jetzt genau mit einem nachhaltigen Lebensstil zu tun?

Aus unserer Sicht, ist Empathie einer der Grundpfeiler eines nachhaltigen Lebensstils. Empathie gegenüber Mitmenschen, der Umwelt und den Tieren. Nur, wenn du in diesen Bereichen empathisch denkst, kannst du nachhaltig nachhaltiger Leben. Wenn du aus Egoismus handelst, wirst du immer wieder den für dich bequemsten Weg wählen, und dieser ist meist nicht nachhaltig.

Ein Beispiel: Du willst einen neuen Pullover kaufen, einfach, weil es dir gerade danach ist und es dich happy macht. Dir ist egal, wo dieser Pullover herkommt und wer ihn unter welchen Bedingungen für dich produziert hast. Außerdem soll er möglichst günstig sein, damit du nicht zu viel von deinem hart verdienten Geld ausgeben musst. Du gehst also vermutlich in das nächstbeste günstige Modegeschäft und kaufst dir den Pulli deiner Wahl, welcher wahrscheinlich noch aus Polyester oder Acryl ist.

Als empathischer denkender, nachhaltiger Mensch gehst du eher so vor: Du überlegst dir, ob du diesen Pulli wirklich benötigst, oder ob es nicht einer der anderen 5 Pullover in deinem Kleiderschrank tut. Du hast beschlossen, dass du den Pulli wirklich brauchst. Also schaust du erst einmal, ob du ihn nicht auch Second Hand bekommst. Du willst nämlich Umweltressourcen sparen, damit deine Nachfahren auch noch etwas von unserem Planeten haben. Leider gibt es keinen passenden Pullover Second Hand, also schaust du erst einmal bei nachhaltigen Brands – denn dir ist wichtig, dass die ArbeiterInnen in den Fabriken, die deinen Pulli produziert haben, fair bezahlt werden und gute Arbeitsbedingungen haben. Außerdem achtest du auf nachhaltige Materialien, denn du möchtest nicht, dass für deinen Modekonsum die Umwelt geschädigt wird, und die Bauern und Textilarbeiter mit giftigen Stoffen in Berührung kommen.

Wie du siehst, hat Empathie sehr viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Versuche bewusst bei jeder Entscheidung die Auswirkungen auf dich, deine Umwelt, Tiere und deine Mitmenschen zu sehen. Nur so kannst du deine nachhaltigen Vorsätze dauerhaft einhalten und in dein Leben integrieren. Sei dabei aber auch gut zu dir selbst, und vergiss nicht, wieso diese Ziele auch gut für dich und deine Gesundheit sind. Sei tolerant mit dir, falls dir Fehler passieren. Wenn du direkt frustriert bist, weil du etwas nicht ganz so perfekt umgesetzt hast, wirst du vermutlich auch schneller wieder aufgeben.

Strive for progress. Not perfection.“ – Der nachhaltige Weg ist das Ziel.

Was sind deine nachhaltigen Vorsätze für das nächste Jahr bzw. für dein zukünftiges Leben? Lass uns gerne einen Kommentar da, oder schreib uns auf Instagram unter @fairlis.de.

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