Campervan vor einem See und Berg in Norwegen

Nachhaltig campen: Tipps & Produkte für einen umweltbewussten Campingtrip

· 16 Min

Es gibt kaum etwas Schöneres als mit dem Camper loszufahren, die Autobahn hinter sich zu lassen, irgendwo in der Natur (auf erlaubten Plätzen!) Camp aufzuschlagen und am nächsten Morgen die erste Tasse Kaffee draußen mit den Geräuschen der neuen Umgebung zu genießen.

Falk und ich sind große Camping-Fans. Unsere absoluten Highlight-Trips bisher: Schweden und Norwegen. Endlose Wälder, glasklare Seen, Fjorde, die sprachlos machen – und dank Allemansrätten viel Freiheit und Spontanität, die uns an die schönsten Übernachtungsplätze brachten.

Aber auf diesen Trips ist uns auch etwas aufgefallen, das uns traurig gemacht und noch lange danach beschäftigt hat: Wie viele Camper die Natur, die sie besuchen, nicht respektieren und in einem furchtbaren Zustand hinterlassen.

Das fängt bei Kippen an, die am Stellplatz liegen bleiben, geht weiter mit Müll (sogar komplette, volle Müllsäcke!), der in der Natur entsorgt wird, und endet (und das hat uns am meisten schockiert) mit Chemietoiletten, die direkt in die Natur abgelassen werden. Einmal haben wir im Vorbeifahren sogar Wohnmobil-Camper gesehen, die ihr Abwasser direkt an einem See in einem Wasserschutzgebiet abgelassen haben.

Das klingt alles furchtbar – und das ist es auch. Furchtbar für die Natur und furchtbar respektlos dem Land und anderen Menschen gegenüber. Und trotzdem passiert es leider sehr häufig.

Unsere traurigen Beobachtungen haben uns dazu gebracht, noch bewusster darüber nachzudenken, was nachhaltiges Campen eigentlich bedeutet – und wie wir unsere eigenen Trips so gestalten können, dass wir der Natur nicht schaden, und sie vielleicht sogar ein bisschen besser hinterlassen als wir sie vorgefunden haben.

Unsere Tipps und Lieblingsprodukte, die wir in dem Zusammenhang die letzten Jahre gesammelt haben, stelle ich dir in diesem Beitrag vor! Zuerst geht es um das richtige Verhalten in der Natur – und danach bekommst du noch ein paar unserer liebsten Produktempfehlungen für deine nachhaltige Camping-Ausrüstung.

Okeeeey let’s go! 🎤

Teil 1: Die Natur respektieren und schützen

„Leave no trace“ aka Müll hat in der Natur nichts verloren

Müll gehört nicht in die Natur. Nicht der kleine Kaffeebecher, nicht die leere Chipstüte, nicht der volle Müllbeutel. Ja, das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ist es aber offensichtlich nicht.

Vielleicht hast du schon mal von „Leave No Trace“ gehört – ein Grundprinzip des nachhaltigen Outdoor-Sports. Die Idee: Du genießt die Natur, hinterlässt aber keine „Spuren“, also z.B. keinen Müll und keine Schäden.

Das Prinzip, nachdem wir campen, geht noch einen Schritt weiter:

Leave it better than you found it

Praktisch bedeutet das, dass wir nicht nur unseren eigenen Müll einpacken und selbst keine Spuren hinterlassen, sondern auch den Müll anderer Menschen einsammeln. Dazu machen wir jedes Mal, bevor wir einen Stellplatz verlassen, ein kleines „Clean-Up“. Mit einem Müllbeutel bewaffnet sammeln wir dabei am Stellplatz und großflächig drumherum Müll ein.

Am meisten vertreten sind…?

Richtig. Kippen. Aber auch Kronkorken, Plastikdeckel, Spülschwämme, Polster oder sogar rostige Angelhaken haben wir schon eingesammelt. Wer sich vor fremdem Müll ekelt kann einfach eine zweite Plastiktüte als „Handschuh“ benutzen und später umstülpen und als Mülltüte verwenden. Oder wenn du ganz professional sein willst, kannst du dir auch einen extra Müllgreifer besorgen.

Außerdem wichtig: Müll trennen, auch unterwegs, und dabei die Mülltrennung des Landes beachten. Mit ein paar verschiedenen Beuteln im Van kein großer Aufwand – und an der nächsten Möglichkeit kannst du direkt richtig entsorgen.

Blonde Frau mit zwei Mülltüten in der Hand, sie schaut auf den Boden und sammelt Müll auf. Im Hintergrund ist ein See und Wald.
So sehe ich aus, wenn ich einen kleinen Stellplatz-Clean-Up mache. An diesem Campspace an einem schwedischen See mitten im Wald haben wir nicht nur Polster eingesammelt, sondern auch um die 60 Kippen, sowie Plastikteile von Flaschen und Wurstpackungen.

Chemietoilette & Grauwasser: Bitte richtig entsorgen

Auch hier betone ich wieder, was eigentlich selbstverständlich sein sollte:

Chemietoiletten gehören ausschließlich an dafür vorgesehenen Entsorgungsstationen entleert – die es z.B. auf Campingplätzen oder speziellen Rastplätzen oder an Tankstellen gibt. Niemals sollten sie in der Natur, in normalen Toiletten, und bitte logischerweise erst Recht nicht in der Nähe von Gewässern oder Wasserschutzgebieten entleert werden. Die Chemikalien in den Toilettenflüssigkeiten sind hochgradig umweltschädlich und können Böden und Gewässer auf Jahre hinaus belasten.

Niemand hat etwas gegen den reinen Pipikanister, der im Wald entsorgt wird, solange es nicht mitten auf dem Weg passiert. Niemand hat etwas gegen ein mit dem Klappspaten gebuddeltes Loch für die Nummer 2 (nehm aber bitte dein Klopapier mit oder verbuddel nur biologisch abbaubares Papier). Aber Chemietoiletten enthalten viel toxische Chemie, die keinesfalls in die Natur entleert werden sollte. Wieso Menschen das trotzdem machen, übersteigt bei mir jegliches Verständnis und macht mich wahnsinnig sauer.

Grauwasser – also das Abwasser vom Abwaschen oder Duschen – gehört ebenfalls nicht in die Natur. Auch hier gilt: Entsorgung an dafür vorgesehenen Stellen. Wer zusätzlich auf biologisch abbaubare Reinigungs- und Pflegeprodukte setzt, reduziert weiteren Schaden.


Feuer: Nur wo es wirklich erlaubt ist

Feuerschale von Winnerwell, im Hintergrund eine Sommerwiese, Wald und Hügel

In Schweden und Norwegen gibt es strenge Regeln, wann und wo offenes Feuer erlaubt ist – und das hat gute Gründe. Gerade in Trockenperioden kann ein unkontrolliertes Feuer verheerende Folgen haben.

Informiere dich also immer vorher über die aktuellen Regelungen – das geht schnell und ohne Probleme mit einer kurzen Internetsuche.

Wenn Feuer erlaubt ist, versuche eine Feuerschale zu benutzen. Bestenfalls eine, die einen Ständer hat, damit der Boden darunter nicht kaputt geht. Unsere Feuerschale ist zusammenklappbar und kann dadurch super flach im Camper verstaut werden.


Wildtiere und Vegetation: Abstand halten und auf den Wegen bleiben

Ebenfalls eigentlich selbstverständlich, aber durch Neugierde oder mit dem Wunsch nach dem perfekten Insta-Reel oder Foto wird das gerne trotzdem ignoriert:

Bleib beim Wandern auf den Wegen. Gerade in sensiblen Ökosystemen wie dem skandinavischen Fjell oder Moorlandschaften kann Trampeln abseits der Pfade Vegetation zerstören, die Jahrzehnte braucht, um sich zu erholen. Wildtiere sollten weder gefüttert, noch gestört, und schon garnicht angefasst werden.

Müll sollte nachts im Camper und nicht auf dem Boden davor gelagert werden.


Das Jedermannsrecht – ein Privileg, das wir schützen sollten

Wer in Schweden oder Norwegen campt, kennt vielleicht das Jedermannsrecht (schwedisch: Allemansrätten): Das Recht, sich frei in der Natur zu bewegen, und zu campen – auch auf fremdem Grund, solange man sich respektvoll verhält und gewisse Regeln beachtet (Abstand zu Grundstückszäunen, etc.).

Dieses Recht ist ein unglaubliches Privileg. Und es steht und fällt mit dem Respekt, den wir der Natur und unseren Mitmenschen entgegenbringen. In einigen Ländern wurde es bereits eingeschränkt, weil zu viele Menschen es missbraucht, oder sich unmöglich verhalten haben. Auch bei unserer zweiten Norwegen-Reise ist uns aufgefallen, dass einige Stellplätze innerhalb eines Jahres bereits „No Camping“-Schilder hatten.

Das ist ein Grund, warum uns das Thema so am Herzen liegt – nicht weil wir mit dem Zeigefinger kommen wollen, sondern weil wir diese Orte lieben und sie für uns und andere erhalten wollen.


Lokal einkaufen, weniger fahren

Zwei kleine Gewohnheiten, die zusammen einen großen Unterschied machen: Wir kaufen unterwegs so oft wie möglich auf lokalen Märkten oder direkt beim Bauern – das stärkt die Region, spart Transportwege und schmeckt meistens auch einfach besser. Und wir haben mittlerweile unsere Klappräder dabei, um die Umgebung zu erkunden, ohne jedes Mal den Van anzuschmeißen.

Teil 2: Nachhaltige Ausrüstung – diese Produkte machen deinen Trip umweltfreundlicher

Nicht nur das richtige Verhalten beim Camping kann die Umwelt schonen. Auch deine Ausrüstung trägt einen Beitrag zu einem nachhaltigen Camping-Erlebnis.

Hier kommen unsere persönlich über viele Jahre getestete Empfehlungen – von der Campingküche bis zur Bekleidung.

Disclaimer: Wir haben alle erwähnten Produkte selbst erworben. Die Empfehlungen kommen von Herzen, weil wir die Produkte seit Jahren benutzen und sehr zufrieden mit ihnen sind, und nicht, weil wir dafür bezahlt wurden. Produkte, die wir auch im fairlis market führen findest du über die Produktboxen. Links zu Brands, mit denen wir eine Affiliate-Partnerschaft haben, sind entsprechend mit * markiert. Wir bekommen, wenn du über diese Links oder den market etwas kaufst, eine kleine Provision.


🍳 Campingküche

Die Campingküche sollte leicht, bruchsicher und praktikabel sein.

Vom letzten Kindergeburtstag hatte Falk einige Einweg-Papierschalen und Teller übrig. Die waren im Camper super praktisch, und wir haben sie mehrfach benutzt, damit wir den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen. Aber auch wenn es praktisch war, für die Umwelt ist das natürlich nicht optimal.

Wir mögen es nicht, wenn heiße Getränke oder Gerichte mit Plastik in Berührung kommen. Sollte das für dich kein Problem sein, kannst du Teller & Co. aus Biokunststoff verwenden.

Noch besser, und unsere Favorites, sind unsere Edelstahl-Becher und Emaille Teller und Schüsseln. Sie sind leicht, robust und bruchsicher, und ganz ohne Plastik. Als Besteck verwenden wir ganz normales Besteck, das wir auch zuhause benutzen.

Und für Wanderungen und unterwegs haben wir Edelstahl-Trinkflaschen und unsere Spork* am Start.

Auch beim Kochen selbst lohnt sich ein Blick auf nachhaltigere Optionen: In unserem Minicamper hatten wir einen eingebauten Gaskocher mit wiederauffüllbaren Kartuschen. Im Van benutzen wir einen Gaskocher mit Gaskartuschen. Ist nicht optimal, aber aus rechtlichen Gründen im Selbstausbau aktuell unsere bevorzugte Variante (if you know the Umbaustruggle you know).

Wenn du ein gutes Strom-Set-Up hast, kannst du auch stromsparende Induktionskochplatten verwenden. Sie sind langfristig die bessere Wahl als Einwegkartuschen und wir haben schon mehrfach überlegt darauf umzustellen, hier ist der Stromverbrauch aber auch nicht unerheblich.

Ganz besonders lieben wir unsere großen Edelstahl-Becher von Stanley (du findest sie aber auch von vielen anderen Marken), die wir für Tee, Kaffee aber auch mal für Porridge oder kleine Suppe benutzen.

Falk ist der Kaffeetrinker von uns beiden und mahlt sich jeden Morgen seinen Kaffee frisch in einer Kaffeemühle von GROENENBERG – und das bereits seit 3 Jahren. Auch den Espressokocher und die FrenchPress hatte er lange in Benutzung, bevor er auf die AeroPress umgestiegen ist. Wir können also sagen, dass die Produkte von GROENENBERG uns sehr überzeugt haben, sowohl im Handling als auch bezüglich ihrer Langlebigkeit.


🚿 Hygiene & Toilette

Alles, was du beim Campen an Wasser oder Abwasser hast, landet früher oder später in der Umwelt. Daher lohnt sich hier der Umstieg auf biologisch abbaubare Produkte besonders: Shampoos, Naturseife, biologisch abbaubares Spülmittel.

Und für alle, die langfristig von der Chemietoilette wegwollen: Trenntoiletten für den Van sind eine echte Alternative – umweltfreundlicher und auf Dauer auch günstiger im Betrieb.

Wir lieben unsere BOXIO-Toilette* – und im Mini-Camper war das BOXIO Waschbecken* eine unverzichtbare Begleitung auf unseren Camping-Trips. Mit einem kleinen Zelt drumherum entsteht daraus sogar ein eigenes Badezimmer am Campingplatz.

Oder noch besser: Bei Roadtrips die BOXIO einfach irgendwo in die Natur stellen und beim 💩 die Aussicht genießen. #poowithaview.

Tipp: Nicht immer ist eine passende Entsorgungsmöglichkeit oder -situation für den Pipi-Kanister in der Nähe und ich muss sehr oft pinkeln.😬 Deswegen haben wir uns einen zweiten Kanister besorgt, damit wir im Notfall einen Leerkanister zur Verfügung haben. Außerdem ist der rote Stöpsel* für die Boxio ein Must-Have bei holprigen Road-Trips und gegen Gerüche.


🧼 Körperpflege

Für die Körperpflege buchen wir uns auf langen Trips entweder eine Nacht auf einem Campingplatz (ist auch wichtig zum Wäsche waschen) oder wir verwenden unsere kleine elektrische Dusche, die man mit einem Wasserkanister benutzen kann. Manchmal bleibt es auch bei einer Katzenwäsche und Haare waschen im Waschbecken (sofern wir danach das Wasser wieder auffüllen können).

Für die Katzenwäsche benutzen wir gerne den Refill-Sponge mit einer Seife von HolyPit. Ich habe das Set auch schon an andere Camper verschenkt, die es auch häufig und gerne benutzen. Ist auch super zum Duschen auf Campingplätzen. Ansonsten benutze ich ein Seifensäckchen mit einer Seife, die ich mir zum Beispiel im Urlaub vor Ort gekauft habe.

Aber aufpassen: Nicht jede Seife kannst du in der Natur benutzen!

Falls du dich in der Natur oder an einem See oder Fluss waschen magst, achte bitte darauf, dass deine Pflegeprodukte dafür geeignet sind, sonst kannst du hier großen Schaden anrichten (vor allem, wenn jede:r das macht).

Produkte, die für die Natur nicht schädlich sind, sind Dr. Bronner Seifen und das Shampoo, Duschgel und Spüli von Die Ökis.

Wir persönlich mögen das Haut- und Haargefühl nach einer Dr. Bronner Dusche nicht, deswegen sind wir auf die „Ökis“-Produkte umgestiegen und sind sehr happy damit! Sie stehen auch in unserer Outdoor-Dusche auf dem Familiengrundstück und die family ist auch begeistert.

Die Ökis und Dr. Bronner Seife und Shampoo in einer Outdoor-Dusche oder zum Duschen in der Natur.

💧 Wasserversorgung

Wasser ist beim Campen eine der wichtigsten, weil knappsten, Ressourcen – und gleichzeitig einer der größten Müllproduzenten, wenn man nicht aufpasst. Wer unterwegs immer wieder kleinere Wasserflaschen kauft, sammelt schnell eine beeindruckende Menge Plastik an.

Und um ehrlich zu sein, ist das auch bei uns immer der größte pain beim Camping. Wir versuchen so gut es geht die Menge an Flaschen zu verringern, aber manchmal geht es nicht anders und wir müssen auf die 1l-Wasserflaschen im Supermarkt zurückgreifen.

Wie wir trotzdem versuchen die Menge an Plastikflaschen zu verringern: Neben unserem großen eingebauten „Waschbecken-Wasserkanister“ im Van, den wir zum Abspülen etc. verwenden, nehmen wir auf längere Trips immer zwei wiederbefüllbare große Wasserkanister mit, die wir unterwegs mit Wasser zum Kochen oder „Duschen“ auffüllen können.

Ansonsten kaufen wir uns unterwegs möglichst nur die großen Wasserflaschen mit 5l, aus denen wir uns Wasser in kleinere Edelstahl-Trinkflaschen abfüllen. Das ist etwas umständlich, aber naja. Besser als den ganzen Plastikmüll rumzuschleppen.

Eine andere Option ist es, einen guten Wasserfilter im Camper zu verbauen, der Bakterien, Parasiten und Verunreinigungen aus dem Wasser filtert. Hätten wir genug Platz in unserer Camper-Küche, würden wir das machen.

Es gibt auch Wasserfilter „to go“ mit denen du Wasser aus Frischwasser-Quellen direkt in deine Trinkflasche filtern kannst. Das ist besonders bei Wanderungen praktisch und gerade in Skandinavien, wo das Wasser in vielen Gewässern eine hervorragende Qualität hat, ist das ein echter Game-Changer.

Für kleinere Camper kannst du auch einen Wasserkanister aus BPA-freiem Material mit einem kompakten Filtersystem, das direkt am Hahn sitzt, kombinieren. Das gibt es zum Beispiel von Dometic. So hast du immer sauberes Trinkwasser, ohne auf Einwegflaschen angewiesen zu sein.

Und noch ein Tipp, der oft vergessen wird: Wasser sparsam verwenden. Beim Abwaschen, Zähneputzen oder Duschen – gerade wenn die Vorräte begrenzt sind, entwickelt man schnell ein Gefühl dafür, wie wenig Wasser man eigentlich braucht. Eine Erfahrung, die bei uns nach einem langen Campingtrip auch zuhause noch nachwirkt.

Aus unserem Marktplatz


⚡ Energie & Gadgets

Nichts geht ohne Energie, ob für Kühlschrank, die Innenbeleuchtung, zum Handy laden, oder für das Office-on-the-go.

Wir haben uns – wie viele Camper – eine Solaranlage aufs Dach gepackt und könnten nicht glücklicher damit sein! Wir bekommen genug Solarpower (sogar an bewölkteren Tagen) um unsere Geräte zu laden und abends die cozy Beleuchtung im Van anzuschalten. Für alle mit einem Van bzw. ausreichend Platz auf dem Dach: Mit vernünftig großen und hochwertigen Solarplatten kannst du dir eine separate Solarbatterie sparen.

Renault Master Van mit Dachträgern und Solarpanelen auf Fähre

Für alle mit weniger Platz: Es gibt transportable und leistungsstarke Solarbatterien mit aufklappbaren Solarpanels – zum Beispiel von EcoFlow oder Jackery*. Die Batterie lädst du tagsüber über Solarpanels auf und hast abends Strom für Licht, Laptop, oder die Kaffeemaschine – komplett ohne Landstrom oder laufenden Motor. Die Solarpanels kannst du zusammenklappen und gut verstauen.

Für das Mood-Lighting kannst du draußen auf Solarlampen oder innen auf wiederaufladbare LED-Lampen setzen (die benutzen wir für unsere Schrankbeleuchtung im Van). So brauchst du wenig bis keine Einwegbatterien.


🧴 Sonnenschutz & Insektenschutz

Wer schon mal mit dem Camper in der Natur unterwegs war weiß: Ohne Mückenschutz geht nix. Vor allem in Schweden sind Mücken ein echtes Problem.

Wir versuchen Stechmücken durch Moskitonetz-Vorhänge und Citronella-Öl-Kerzen davon abzuhalten in den Camper zu kommen, und schützen unsere Körper mit Insektenschutz. Konventionelle Insektenschutzmittel enthalten oft Substanzen, die Gewässer und aquatische Ökosysteme belasten und auch für dich nicht unbedingt gesund sind. Natürliche Insektenschutzmittel sind die bessere Wahl – gerade wenn du viel in und an Gewässern unterwegs bist.

Wie gerade erwähnt benutzen wir ätherisches Citronella-Öl und zusätzlich den „Anti-Zecken & Mücken-Repellent-Stick“ von Holy Pit.

Ein weiteres Outdoor-Abenteuer-Essential ist ein guter Sonnenschutz. Viele vergessen ihn, oder denken er ist nicht wichtig, aber nicht nur am Strand oder in der Sonne, auch beim Wandern an bewölkten Tagen solltest du dich vor UV-Strahlung schützen. Hier gilt dasselbe wie beim Insektenschutz: Viele Produkte enthalten für die Natur schädliche Inhaltsstoffe, die sich dann über Gewässer in der Umwelt verteilen können.

Eine große Auswahl nachhaltiger Sonnenschutz-Produkte findest du zum Beispiel bei Avocadostore*.


🥾 Bekleidung & Schuhe

Für nachhaltige Outdoor-Bekleidung gilt das Gleiche wie für nachhaltige Mode generell: Langlebigkeit schlägt alles. Eine gute Outdoor-Jacke aus recyceltem Material, die zehn Jahre hält, ist immer nachhaltiger als drei günstige, die nach zwei Saisons kaputt sind.

Außerdem ist Funktionalität bei Outdoor-Bekleidung besonders wichtig. Daher sind hier synthetische Materialien geläufiger, weil praktischer. Das ist nicht optimal, aber wenn du auf Zertifizierungen wie z.B. bluesign® für umweltschonend produzierte Textilien oder Fair Wear achtest, kannst du zumindest sicherstellen, dass nachhaltiger produziert wird.

Tipp: Für Wanderschuhe und robuste Outdoor-Kleidung lohnt sich auch ein Blick auf Second Hand-Plattformen.

Aus unserem Marktplatz

Aus unserem Marktplatz

Bonus-Tipp: Falls du noch keine hast – besorge dir unbedingt eine Wollmütze. Sie ist perfekt für kühlere Abende, Wanderungen, aber auch, wenn die letzte Haarwäsche unterwegs schon etwas länger her war. Meine rote Mütze auf den Bildern unten ist von Organic Basics.


🎒 Rucksack

Wer viel wandert oder den Camper für längere Touren verlässt, brauch einen guten Rucksack. Unsere Lieblingsmarke ist hier mit Abstand WAYKS*. Ich habe mir 2022 das Travel Bundle* gekauft, das mich mittlerweile schon nach Norwegen, Schweden, Holland, Deutschland, Mallorca und Kroatien begleitet hat. Ich benutze den Rucksack auch auf längeren Wanderungen (zum Beispiel zu einem Gletscher in Norwegen) – und nach all diesen Abenteuern ist er immer noch in einem top Zustand.

Frau steht in einer mächtigen Felslandschaft, sie trägt einen Rucksack mit rotem Cover, der Rest ist grau. Vor ihr ein blauer Gletscher. Es ist der Haugabreen Gletscher in Norwegen.
Ich mit meinem WAYKS-Rucksack (mit Regencover) & Vaude-Outdoorjacke vor dem Haugabreen Gletscher in Norwegen.

Er ist aber nicht nur sehr hochwertig, sondern auch wahnsinnig praktisch: Durch das modulare System kannst du ihn zu einem Reiserucksack mit viel Stauraum, oder einem Wanderrucksack bzw. Daypack umwandeln. Falk klaut sich meinen WAYKS deshalb auch regelmäßig für Geschäftsreisen.

It is fair to say: Wir sind absolute WAYKS*-Fans!

Tipp: Für kürzere Wanderungen benutzen wir unsere Laufwesten. Dort haben Snacks und eine Notfall-Regenjacke platzt, die Trinkbeutel sind mit Wasser befüllt, und alles sitzt nah am Körper.

Für längere Touren oder zum Einkaufen ist ein Rucksack aber immer noch ein Must-Have für uns. Noch mehr Wanderrucksäcke findest du in unserem fairlis market:

Aus unserem Marktplatz

Fazit: Campen ist Privileg – und Verantwortung

Die schönsten Momente beim Campen passieren in der Natur, am See, im Wald, auf dem Berg. Wir dürfen die Natur genießen, sollten sie gleichzeitig aber nicht als selbstverständlich sehen – sie brauch uns als Verbündete, nicht als Gegner.

Nachhaltiger campen bedeutet nicht, auf Komfort zu verzichten oder komplett müllfrei zu reisen. Es bedeutet, bewusster hinzuschauen, Müll mitzunehmen, und unberührtes Land sowie Tiere, Pflanzen und Gewässer zu respektieren.

Es sollte klar sein, die Chemietoilette richtig zu entsorgen, und sie nicht in der Natur abzulassen, auch wenn die nächste Entsorgungsstation vielleicht auf einem Umweg liegt. Draußen im See oder am Fluß zu baden ist toll, aber benutzt zum Waschen unbedingt das abbaubare Shampoo.

Und bitte: Verlasse deinen Stellplatz sauberer, als du ihn vorgefunden hast! Kleine Dinge. Große Wirkung. So sorgen wir nicht nur dafür, dass die Natur, die wir so gerne genießen, gesund bleibt, sondern auch, dass Camping nicht überall verboten wird, weil wir Menschen uns so respektlos benehmen.

Ich danke dir für deinen Einsatz.💚

Habt ihr eigene Tipps für nachhaltiges Campen – oder Erlebnisse, die euch zum Nachdenken gebracht haben? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!



Über Caro

Caro ist Mitgründerin von fairlis und hauptverantwortlich für unseren Content. Mit 16 Jahren Erfahrung in der Internetbranche weiß sie genau, wie und wo man seriöse Quellen findet und Greenwashing von echter Nachhaltigkeit unterscheiden kann. Mittlerweile hat Caro ihren Instagram-Algorithmus so gut trainiert, dass ihr kein interessanter Nachhaltigkeitstrend (und kein lustiges Katzenvideo) mehr entgeht. Nach stundenlanger Recherche packt sie die interessantesten Themen, Tipps und Fakten für dich in ihre kompakten, aber wissensbepackten Artikel.