Damals, als ich mir im Dorf-Schlecker stolz mein erstes Deo kaufte, habe ich mir keinerlei Gedanken darüber gemacht, ob darin Aluminiumsalze enthalten sind, oder nicht. Und es schien auch sonst niemanden zu interessieren. Ich kaufte mir Deos, weil ich den Geruch gut fand, die Verpackung besonders cute war, oder mir irgendein Werbespot sagte, dass DAS jetzt das perfekte Deo ist, das keine Rückstände auf Klamotten hinterlässt.
Das änderte sich allerdings schlagartig, als es vor einigen Jahren plötzlich hieß: Aluminium im Deo ist krebserregend, vor allem für Frauen. Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) empfahl daraufhin, die Aufnahme von Aluminium über Deos extrem zu reduzieren, in vielen Berichten wurde sogar komplett davon abgeraten.
Das hat mir — wie vielen anderen — große Angst gemacht. Ich habe meine Deos gecheckt und festgestellt: Shit, da ist überall Aluminium drin. Also habe ich alle entsorgt und bin kurzerhand auf Naturdeos umgestiegen. Wer will schon Krebs riskieren?
Naja. Mit den Naturdeos habe ich mich zum Großteil ehrlich gesagt nicht immer so frisch gefühlt, wie ich es gerne gewollt hätte, denn ohne das Aluminium schwitzt man eben, und oft entwickelten sich nach ein paar Stunden trotzdem fiese Gerüche. Ich hab mich also durch verschiedenste (zum Teil sehr teure) aluminiumfreie Deo-Alternativen getestet, bis ich irgendwann einen fand, der für mich ok war (dazu später mehr).
Doch dann, ein paar Jahre später, kam auf einmal die Entwarnung: Neue Studien kamen zum Ergebnis, dass das Risiko doch geringer ist als vorher angenommen.
Äääh ok. Heißt das, Aluminium in Deos ist doch ungefährlich? Kann ich jetzt wieder zum Antitranspirant greifen, oder besser doch nicht? Echt verwirrend.😵💫
Auch nach längerer Recherche konnte ich diese Fragen nicht abschließend beantworten. Ich bin keine Wissenschaftlerin, und wie so oft bei Gesundheitsthemen ist die Lage komplizierter als ein einfaches „ja“ oder „nein“.
Ich möchte trotzdem gerne mit dir teilen, was ich herausgefunden habe, wie sich die wissenschaftliche Einschätzung entwickelt hat, und wie ich persönlich mit dem Thema „Aluminium in Deos“ umgehe. Außerdem teile ich aluminiumfreie Deo-Alternativen mit dir, sowie meine absolute Lieblingsmarke für nachhaltige Deos. Ready?
Okeeeey let’s go! 🎤
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Deo und Antitranspirant?
Wie immer starten wir mit einem kleinen Theorie-Teil, den du gerne mitnehmen, oder auch überspringen kannst.
Zuerst möchte ich kurz erklären was der Unterschied zwischen einem Deo mit, und einem Deo ohne Aluminium ist — das war mir persönlich nämlich lange nicht klar (vielleicht ist es dir klar, dann nevermind).
Also: Deos ohne Aluminium sind „Deodorantien“ und bekämpfen ausschließlich den Schweißgeruch – und zwar durch Duftstoffe, Alkohol oder antimikrobielle Wirkstoffe, die die Bakterienbildung hemmen, die Schweiß überhaupt erst riechen lassen.
Weil #funfact: Schweiß an sich ist geruchlos. Das Problem sind die Bakterien, die in unseren Achselhöhlen leben und sich von den Proteinen in unserem Schweiß ernähren. Die dabei erzeugten Stoffwechselprodukte stinken und führen zum typischen „Schweißgeruch“.
Deos mit Aluminium sind sogenannte „Antitranspirantien“ und sie machen mehr als Deodorantien: Das enthaltene Aluminium reduziert bzw. hemmt die Schweißproduktion selbst. Das geht nach aktuellem Stand der Dinge nur mit Aluminiumsalzen – meistens Aluminiumchlorohydrat, kurz ACH. Diese Salze bilden in den Schweißdrüsengängen vorübergehend einen Pfropfen, sodass weniger Schweiß nach außen gelangt. (Quelle: BfR, Apotheken Umschau)
Wenn du also wirklich weniger schwitzen und nicht nur weniger riechen willst, kommst du an Aluminiumsalzen aktuell nicht vorbei.
Übrigens: Streng genommen steckt in keinem Deo metallisches Aluminium, sondern immer Aluminiumsalze. Im Alltag sagt trotzdem jeder „Aluminium“ im Deo, und das mache ich hier auch so – du weißt jetzt aber, was gemeint ist.
Woher kam die Sorge über Aluminium in Deos?
Lass uns jetzt genauer anschauen, wieso das ganze „Aluminium in Deos ist krebserregend„-Thema entstanden ist.
Einen großen Anteil an der Aufregung hatte eine Arte-Dokumentation aus dem Jahr 2012 mit dem Titel „Die Akte Aluminium“, die damals sehr viele Menschen erreicht hat. Der Film zeigte unter anderem eine Brustkrebspatientin, der empfohlen wurde, ihr Alu-Deo sofort wegzuwerfen, und interviewte Forscher, die überzeugt waren, dass Aluminium Alzheimer und Brustkrebs verursacht. (Quelle: MedWatch/Zeit Online)
Was dabei zu kurz kam: der Unterschied zwischen einem Verdacht und einem Beweis, und der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität – also zwischen „zwei Dinge treten zusammen auf“ und „das eine verursacht das andere“.
Das heißt nicht, dass der Film gelogen hat. Die Sorge war nicht komplett aus der Luft gegriffen. Aber die Art, wie Einzelschicksale und Laborergebnisse präsentiert wurden, hat einen Eindruck hinterlassen, den die tatsächliche Studienlage damals nicht wirklich gedeckt hat.
Was die Wissenschaft dazu beigetragen hat
Tatsächlich gab es Laborstudien, in denen Aluminiumsalze an gezüchteten Brustgewebszellen Veränderungen hervorriefen, die typisch für die Entstehung von Krebszellen sind. (Quelle: KONSUMENT.AT, basierend auf verschiedenen Laborstudien)
Das Problem dabei: Was im Labor mit isolierten Zellen passiert, wenn man sie direkt und konzentriert mit einem Stoff in Kontakt bringt, lässt sich nicht einfach auf den lebenden menschlichen Körper übertragen – mit intakter Haut, funktionierenden Nieren und einem Immunsystem, das vieles abfängt.
Etwas mehr Gewicht hatte eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck aus dem Jahr 2017, bei der über 200 Brustkrebspatientinnen und ebenso viele gesunde Frauen zu ihrem Deokonsum befragt und Gewebeproben untersucht wurden. Das Ergebnis war, dass Frauen, die in jungen Jahren mehrmals täglich Deo benutzt hatten, ein höheres Brustkrebsrisiko aufwiesen und mehr Aluminium im Brustgewebe hatten. (Quelle: Linhart et al., Medizinische Universität Innsbruck 2017, berichtet bei Scinexx)
Die Forscherinnen und Forscher selbst haben aber eingeschränkt, dass ihre Studie keinen Kausalzusammenhang belegt – also dass Aluminium den Krebs verursacht hat. Es ist eine Korrelation, keine Ursache-Wirkung-Beziehung. Außerdem basierten die Daten auf Erinnerungen der Befragten, was die Aussagekraft zusätzlich begrenzt.
Das BfR hatte 2014 die Aufnahme von Aluminiumsalzen über die Haut erstmals bewertet und dabei selbst auf die große Unsicherheit der Datenlage hingewiesen und weitere Forschung gefordert. (Quelle: BfR)
2019 folgte dann eine Empfehlung, die Aluminiumaufnahme generell zu reduzieren, auch über Deos – und das war der Moment, an dem das Thema groß in die Medien kam und vielen Menschen (mich eingeschlossen) richtig bewusst wurde.
Aktuelle Einschätzung zu Aluminium in Deos: Gefährlich! Oder doch nicht?
Die entscheidende Frage, die 2014 noch offen war, war ziemlich relevant: Wie viel Aluminium gelangt beim normalen Deogebrauch überhaupt durch die Haut in den Körper? Diese Datenlücke wurde in zwei Humanstudien aus 2016 und 2019 geschlossen, wobei erst die Studie von 2019 eine fundierte Neubewertung ermöglichte. (Quelle: BfR, Stellungnahme 2020)
Das Ergebnis war, dass die tatsächlich über die Haut aufgenommene Menge signifikant geringer ist als auf Basis der früheren, begrenzten Datenlage angenommen worden war. Im Vergleich zur Aluminiumaufnahme durch die Nahrung ist die Aufnahme über Antitranspirantien lt. den neuen Studienergebnissen zu vernachlässigen.
Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand gilt ein Gesundheitsrisiko durch den regelmäßigen Gebrauch von Antitranspirantien mit Aluminiumchlorohydrat daher als unwahrscheinlich. (Quelle: BfR, Stellungnahme Juli 2020)
Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission (SCCS) kam 2020 unabhängig zu einer ähnlichen Einschätzung, und das BfR hat seine Position in Stellungnahmen von 2023 und zuletzt November 2025 erneut bestätigt.
Verschiedene Übersichtsarbeiten konnten außerdem keinen Zusammenhang zwischen Alu-Deos und Brustkrebs feststellen. (Quelle: Das K Wort – Krebsinformationsportal)
Das bedeutet: Die frühere Warnung basierte nicht auf falschen Absichten, sondern schlicht auf einer Datenlage, die noch nicht vollständig war. Sobald die fehlenden Daten vorhanden waren, hat sich die Empfehlung wieder verändert.
Leider hatte sich bis dahin die „Alu-Angst“ sehr verbreitet und die Berichtigung der Ergebnisse ist bei vielen entweder nicht angekommen, oder aber nicht durchgekommen, da die Sorge vor einer weiteren falschen Einschätzung und die damit einhergehende Verwirrung sehr stark ist.
Ob das das letzte Wort ist, kann ich natürlich nicht sagen – Wissenschaft ist kein abgeschlossenes Buch, und neue Erkenntnisse können das alles wieder verschieben. Aber das ist der aktuelle Stand der Dinge.
Welche Meinungen gibt es noch zu Aluminiumsalzen in Deos?
Auch wenn der wissenschaftliche Konsens bei Fachbehörden mittlerweile recht klar ist, gibt es auf Social Media oder bei Verbraucherschutzorganisationen und Verbrauchermagazinen durchaus unterschiedliche Haltungen.
Das BfR und die EU-Kommission sagen: Alu in Deos ist unbedenklich bei normalem Gebrauch. Diese Position ist stabil und wurde — wie oben bereits erwähnt — zuletzt im November 2025 bestätigt.
Die Verbraucherzentrale ist hier etwas vorsichtiger, empfiehlt aber nicht, Antitranspirante grundsätzlich zu meiden, sondern die Aluminiumaufnahme insgesamt im Blick zu behalten – weil Aluminium eben auch über Lebensmittel, Verpackungen und Kochgeschirr in den Körper gelangt und in hohen Mengen Gesundheitsrisiken erhöhen können. (Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen).
In der Nachhaltigkeits-Bubble auf Social Media halten sich aluminiumfreie Deos weiterhin als die bevorzugte Option und Deos mit Aluminium werden weiterhin abgelehnt, da Schwitzen an sich eine natürliche und auch nützliche Funktion unseres Körpers ist, um sich abzukühlen.
Auch die Öko-Test testet seit Jahren ausschließlich Deos ohne Aluminium und wertet Produkte mit Aluminiumsalzen ab – mit der Begründung, dass ein wirksames Deo auch ohne auskommt.
Das bedeutet aber nicht, dass hier ein gesundheitliches Risiko besteht. Das sind eher eine persönliche bzw. redaktionelle Entscheidungen.
Zwei konkrete Hinweise bleiben übrigens auch nach der revidierten BfR-Einschätzung sinnvoll: Bei Antitranspirantien in Spray-Form kann neben der Hautaufnahme auch Aluminium eingeatmet werden, was das BfR als zusätzlichen Expositionspfad erwähnt. (Quelle: BfR) Und direkt nach der Rasur aufzutragen ist keine gute Idee, weil Mikroverletzungen die Aufnahme durch die Haut theoretisch erhöhen könnten – auch wenn es dazu bislang keine belastbaren Studien gibt. (Quelle: BfR/Apotheken Umschau)
Mein persönlicher Umgang mit Aluminium in Deos
Ich schwitze im Sommer wahnsinnig viel und ich habe auch eine entsprechende Geruchsentwicklung. Gerade im Büro oder bei sozialen Anlässen habe ich keine Lust auf Schweißflecken, oder darauf, nach Schweiß zu stinken. Ich habe daher für mich entschieden, hier wieder zum Antitranspirant zu greifen.
Trotzdem versuche ich insgesamt achtsam mit Aluminium in Deos umzugehen, weil ich die Gesamtbelastung nicht unnötig erhöhen möchte. Ich benutze an Tagen, an denen ich „sicher“ sein will, mein Antitranspirant, und an anderen Tagen ein aluminiumfreies Deodorant oder auch mal gar nix, je nachdem wie die Temperaturen sind und was ich so vor habe.
Deos ohne Aluminium erkennen
Falls du trotz Entwarnung lieber ganz auf Aluminiumsalze im Deo verzichten willst, musst du dir bewusst sein, dass du weiterhin schwitzt, aber die Geruchsentwicklung bekämpft wird.
Dazu kannst du ganz einfach zu Deos ohne Aluminium im Supermarkt greifen. Alles was „Antitranspirant“ auf der Packung hat, ist mit Aluminium — und falls du darauf verzichten magst, machst du am besten einen Bogen um diese Produkte. Ansonsten sollten alle Deos auf denen nur „Deodorant“ steht, ok sein.
Wirklich sicher bist du, wenn du die INCI-Liste checkst, und keinen der folgenden Begriffe entdeckst:
- Aluminum Chlorid
- Aluminum Chlorohydrat
- Aluminum Powder
- Aluminium Stearat
- Aluminum Zirconium Tetrachlorohydrex
- Aluminium als Farbstoff — Kürzel CI 77000
Klar erkennbar: Bis auf den Farbstoff identifizierst du Aluminiumsalze im Deo recht einfach am Begriff „Aluminium“.
Deo-Kristalle als „natürliche“ Alternative? Nope! Alaun ist kein aluminiumfreies Deo
Kristallstein-Deos und Alaun-Deos werden gerne als natürliche und aluminiumfreie Alternative vermarktet, enthalten aber Aluminiumkaliumsulfat – also tatsächlich Aluminium — und manche sogar in höheren Mengen als konventionelle Deos. (Quelle: Die Checkerin) Wer wirklich auf Aluminium verzichten möchte, sollte auch hier die INCI-Liste lesen: „Alum“, „Potassium Alum“ oder „Aluminiumkaliumsulfat“ sind die relevanten Begriffe.
Last but not least: Auswirkung konventioneller Deos auf die Umwelt
Die Aluminiumdebatte hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit bekommen, dass dabei fast in Vergessenheit geraten ist, dass es in konventionellen Deos noch ganz andere Inhaltsstoffe gibt, über die wir uns aus Umweltperspektive Gedanken machen sollten.
Da wären zum einen synthetische Duftstoffe, insbesondere sogenannte polyzyklische Moschusverbindungen wie Galaxolide, das Öko-Test immer wieder in konventionellen Deos findet und abwertet. Diese Duftstoffe reichern sich im menschlichen Fettgewebe an und stehen im Verdacht, hormonell zu wirken. Für die Umwelt ist das Problem ein anderes: Synthetische Moschusverbindungen bauen sich nicht ab, lösen sich nicht in Wasser auf und gelangen so in den Wasserkreislauf – die herkömmlichen Filtermethoden in Kläranlagen sind meist nicht in der Lage, sie aus dem Abwasser zu filtern. Für Algen und Kleinstlebewesen im Wasser sind sie giftig.
Und dann sind da noch Silikone, synthetische Polymere und Mikroplastik. Silikon-Kunststoff ist langlebig und reichert sich im Sediment und Klärschlamm an. Dazu kommen synthetische Polymere, die sich in der Umwelt genauso verhalten wie Mikroplastik, obwohl sie von manchen Herstellern nicht als solches deklariert werden – weil sich die „mikroplastikfrei“-Aussage oft nur auf feste Partikel bezieht, nicht auf flüssige Kunststoffe. (Quelle: BUND ToxFox) Die EU arbeitet zwar an einer schrittweisen Regulierung: Ab 2027 sollen Mikroplastik-Verbote für Produkte gelten, die abgespült werden, ab 2029 für Kosmetik, die auf der Haut verbleibt – aber die Fristen reichen teils bis 2035. Bis dahin lohnt sich ein Blick auf die INCI-Liste: Begriffe wie Acrylates Copolymer, Carbomer oder Polyquaternium sind Hinweise auf synthetische Polymere.
Und am Ende natürlich die Verpackung: Die meisten konventionellen Deosprays kommen in Aerosol-Dosen oder in Plastikbehältern – beides landet nach der Nutzung (hoffentlich wenigstens) im Müll, stellt aber in Produktion und Verwertung eine Umweltbelastung dar.
Hier findest du ein Short der Stiftung Warentest, das verdeutlicht, wie viele umweltschädliche Inhaltsstoffe konventionelle Deos beinhalten.
Meine Lieblingsmarke für nachhaltigere Deos
Na toll, jetzt hab ich dir erst Entwarnung gegeben, dass Alu in Deo kein Problem darstellt, und du wieder zum Antitranspirant greifen kannst (wenn du magst), und dann komm ich plötzlich mit der Umweltkeule. Sooorryyyy. 🥺👉👈
Aber keine Sorge: Es gibt tolle, umweltfreundlichere Deos, die du sogar im normalen Drogeriemarkt findest und vor dem Kauf Probeschnuppern kannst!
Zum einen kannst du natürlich zu zertifizierter Naturkosmetik greifen. Siegel wie BDIH, Ecocert oder Natrue verbieten synthetische Inhaltsstoffe aus Mineralöl, Silikone und synthetische Duft- und Farbstoffe. Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt perfekt ist – aber es ist ein besserer Anhaltspunkt als ein „natürlich“-Aufdruck ohne Zertifizierung dahinter.
Auch eine „vegan„-Zertifizierung ist mir persönlich bei Kosmetik sehr wichtig, um sicherzustellen, dass keine Tierversuche durchgeführt wurden. Bei Kosmetik gibt es den „Leaping Bunny“ oder auch das „PETA approved vegan„-Zertifikat.
Ansonsten versuche ich Deos mit Plastikverpackung zu vermeiden bzw. wiederbefüllbare Deos zu verwenden. Und hier kommen wir zu meiner absoluten Lieblingsmarke für nachhaltigere Deos (Werbung, unbezahlt)
WILD Deos
Wild Deos ist seit Jahren meine bevorzugte Deo-Marke. Zunächst mit ihren aluminiumfreien Deo-Sticks und nun auch mit ihrem neuen Roll-On-Antitranspirant. Letzteren benutze ich seit einigen Wochen während einer sommerlichen Hitzewelle und bin mega zufrieden mit der Schweiß- und Geruchshemmung. Allerdings brennt es etwas, wenn ich das Deo direkt nach der Rasur auftrage. Das vermeide ich mittlerweile. Ansonsten ist die Verträglichkeit bei mir supidupi.
Sanfter und absolut „brennfrei“ sind die Deo-Sticks von Wild. Bei mir funktionieren sie absolut super. Allerdings: In meiner family haben schon viele die Wild Deos getestet und die Wirksamkeit ist je nach Duft bei den Sticks bei allen sehr unterschiedlich ausgefallen. Tatsächlich habe auch ich einen Unterschied innerhalb der verschiedenen Duftrichtungen festgestellt. Für mich hat der „Coconut & Vanilla“ bisher am besten funktioniert und der Geruch ist super angenehm und nicht zu aufdringlich.
Wild Deos haben keine bedenklichen Inhaltsstoffe, weder für dich noch für die Umwelt, sie sind zertifiziert vegan und setzen auf wiederbefüllbare und plastikfreie Produktverpackungen (übrigens immer wieder mit Sondereditionen in cuten Designs!).
Wenn du Wild Deos testen willst, kannst du sie zum Beispiel bei dm kaufen, oder auch online bestellen (hier gibt es eine größere Duft- und Design-Auswahl, als im Drogeriemarkt): Ab geht’s zur wilden Seite*.
Noch mehr nachhaltige Deos anderer Marken findest du außerdem bei Avocadostore*.
Der super natürliche Weg: Deo aus Hausmitteln
Gegen Geruchsbildung funktionieren auch einige Hausmittel ganz gut, wie zum Beispiel Natron, das basisch wirkt und geruchsbildende Bakterien hemmt. Viele, die sich DIY-Deos herstellen, verwenden Natron in Kombination mit Kokosöl und ätherischen Ölen für den Duft.
Natron ist einer der wirksamsten natürlichen Inhaltsstoffe für nachhaltige Deo-Alternativen, kann bei empfindlicher Haut aber Rötungen oder Juckreiz auslösen. Du solltest also immer erst einmal testen, wie deine Haut reagiert, bevor du in die Großproduktion gehst.
Ich persönlich habe noch nie eigenes Deo hergestellt und kann daher nicht sagen, wie gut das funktioniert. Aber du findest viele Berichte und Rezepte dazu im Netz, falls dich diese Option interessiert.
Fazit
Ob du nun auf Deos mit Aluminiumsalzen verzichten magst oder nicht, ist dir ganz frei gestellt. Ein gesundheitliches Risiko scheint nach aktuellen Erkenntnissen nicht zu bestehen, sofern man normale Mengen Antitranspirant benutzt. Allerdings enthalten herkömmliche Deos häufig umweltschädliche Inhaltsstoffe und Plastik oder Aerosol-Verpackungen, die wir vermeiden können, indem wir auf nachhaltigere Alternativen setzen. Und von denen gibt es mittlerweile echt viele, die auch richtig gut funktionieren!
Meine Lieblingsmarke ist seit vielen Jahren WILD*, aber vielleicht hast du noch weitere Tipps für nachhaltige Deos? Dann schreib sie mir gerne in die Kommentare! Ich bin außerdem neugierig, wie du die Debatte rund um Alu in Deos empfindest und wie du damit umgehst.💚
Quellen
Quellenverzeichnis
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Stellungnahme Juli 2020: „Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Aluminium-Aufnahme über die Haut sind unwahrscheinlich“ https://www.bfr.bund.de
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Stellungnahme 045/2023, Oktober 2023: „Neue Studien zu aluminiumhaltigen Antitranspirantien – gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Aluminiumaufnahme über die Haut sind unwahrscheinlich“ https://www.bfr.bund.de
Apotheken Umschau: „Aluminium in Deos: Gefährlich oder unbedenklich?“ https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/koerperpflege/wie-gefaehrlich-ist-aluminium-in-deos-716181.html
KONSUMENT.AT: „Aluminium im Deo: Auslöser von Brustkrebs?“ https://konsument.at/gesundheit-kosmetik/aluminium-in-deos
MedWatch: „Alu-Deos sind laut neuen Studien sicher“ (aktualisiert Februar 2025) https://medwatch.de/leben/alu-deos-sind-laut-neuen-studien-sicher/
Das K Wort – Krebsinformationsportal: „Brustkrebs durch Deos mit Aluminium: wirklich?“ (August 2023) https://daskwort.de/rund-um-den-krebs/krebs-mythen/deos-mit-aluminium-verursachen-brustkrebs-wirklich
Linhart et al., Medizinische Universität Innsbruck 2017, berichtet bei Scinexx: „Aluminium und Brustkrebs“ https://www.scinexx.de/dossierartikel/aluminium-und-brustkrebs/
Verbraucherzentrale Niedersachsen: „Aluminium: Zusätzliche Aufnahme vermeiden“ https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/aluminium-zusaetzliche-aufnahme-vermeiden-120003
KaufBio: „Naturdeo Test: 5 Bio-Deos ohne Aluminium im Vergleich“ (Januar 2026) https://kaufbio.de/vergleiche/bio-deo-vergleich
Die Checkerin: „Natürliche Deos ohne Aluminium – ein Kampfbericht“ https://www.diecheckerin.de/natuerliche-deos-ohne-aluminium/
Utopia: „Deo-Test: Naturkosmetik punktet auf ganzer Linie“ (Januar 2025) https://utopia.de/ratgeber/deoroller-ohne-aluminium-oeko-test-jahrbuch_529933/
Utopia: „Moschus: Gefahren des tierischen und synthetischen Duftstoffes“ https://utopia.de/ratgeber/moschus-gefahren-des-tierischen-und-synthetischen-duftstoffes_126124/
BUND ToxFox: „Schadstoffe in Kosmetik: Was wird im ToxFox bewertet?“ https://www.bund.net/chemie/toxfox/schadstoffe/
Verbraucherzentrale: „Mikroplastik und Kunststoffe in Kosmetik und im Meer“ https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/produkte/mikroplastik-und-kunststoffe-in-kosmetik-und-im-meer-26381
bio-naturel.de: „Für Klima und Umwelt – Nachhaltige Kosmetik ohne Mikroplastik“ (Februar 2024) https://www.bio-naturel.de/magazin/fuer-klima-und-umwelt-nachhaltige-kosmetik-ohne-mikroplastik