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Hygienepapier aus Bambus im Vergleich – Wie nachhaltig ist die Alternative wirklich?

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Wir Deutschen verbrauchen jedes Jahr pro Kopf rund 18 kg Papier für Hygienezwecke (Stand 2010). Hochgerechnet entspricht das einem Verbrauch von mehr als 1,4 Million Tonnen pro Jahr. (Quelle: Umweltbundesamt)

Noch vor zehn Jahren lag der Verbrauch bei „nur“ einer Million Tonnen jährlich. Gleichzeitig ging der Anteil an Altpapier bei der Produktion laut dem Verband deutscher Papierfabriken von 75% auf 50% zurück.

Im Klartext bedeutet das: Wir holzen Wälder ab, um Papier zu produzieren, welches nach einmaliger Nutzung in der Kanalisation oder im Restmüll landet. Keine besonders nachhaltige Geschichte.

Aus diesem Grund setzten wir in den letzten Jahren auf die Nutzung von Recycling-Hygienepapier. Dieses besteht aus mehrfach recycelten Sekundärfasern mittlerer und unterer Altpapierqualitäten. Also Altpapier, das nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden kann. Solche Altpapiere machen über 85% des Altpapieraufkommens aus.

Recycling-Hygienepapier hilft die Ressource Holz zu schonen. Aufgrund der Plastikverpackung ist es dennoch nicht ideal.

In den letzten Jahren kam eine weitere Alternative auf den Markt: Hygienepapier aus Bambus. Es verspricht viel nachhaltiger zu sein, als Hygienepapier aus Holz. Und das, obwohl Bambus nicht in Deutschland wächst.

Aber stimmt das wirklich? Wir gingen der Sache auf den Grund und untersuchten Produkte aus Bambuspapier auf Herz und Nieren. Neben den Auswirkungen auf die Umwelt haben wir die Preise und die Brauchbarkeit im Alltag verglichen.

Ob Bambuspapier tatsächlich nachhaltiger ist, und die Produkte den Vergleich mit „konventionellem“ und Recycling-Hygienepapier standhalten, erfährst du in diesem Beitrag.

Let’s go.

Disclaimer: Wir wurden zu diesem Beitrag inspiriert, nachdem wir von Smooth Panda ein kostenloses „Kennenlernpaket“ zum Testen bekamen. Dieser Beitrag ist unbezahlt und unbeauftragt. Unsere Meinung zu den Produkten ist wie immer ehrlich, und unsere Recherche basiert auf Fakten seriöser und neutraler Seiten.

Hygienepapier – was ist das?

Klopapier aus Bambus neben Klopapier aus Holz Vergleich

Bevor wir dir den Unterschied zwischen Hygienepapier aus Bambus und Holz erklären, wollen wir zunächst definieren, was „Hygienepapier“ ist:

„Zu den Hygienepapieren zählen Toilettenpapier, Papierhandtücher, Taschentücher, Kosmetiktücher, Servietten, Küchentücher, Putztücher und Abdecktücher (z.B. im medizinischen Bereich).“ (Quelle: Umweltbundesamt)

Hygienepapier wird also vorwiegend im Haushalt für die persönliche Hygiene benutzt – daher der Name. Logisch.

Hygienepapier wird auch als „Tissue-Papier“ bezeichnet. Dieser Begriff kommt aus dem Englischen und bezeichnet ein saugfähiges, feingekrepptes Hygienepapier aus Zellstoff. Es wird entweder aus frischem Zellstoff, aus Altfasern, oder einer Mischung dieser Materialien hergestellt. (Quelle)

Die Materialien – Nachhaltigkeit von Bambus, Holz und Recyclingpapier im Vergleich

Hygienepapier aus frischem Zellstoff

Herkömmliches Hygienepapier besteht in der Regel aus Frischfaser. Diese Frischfaser basiert aus Zellstoff, welcher auf Holz basiert. Täglich werden 270 Tsd. Bäume für Papiere gefällt, 10 % davon für Toilettenpapier. (Quelle)

Sprich: Für konventionelles Klopapier werden weltweit tausende Bäume gefällt, die Jahrzehnte benötigen, um wieder auf eine „fällbare“ Höhe zu wachsen.

In Deutschland wird Zellstoff aus Holz zum Großteil aus dem Ausland importiert:

„Die meisten Papier- und Zellstoffimporte nach Deutschland kommen aus europäischen Ländern, der Russischen Föderation und den USA. Die Menge an Direktimporten aus tropischen Regionen ist geringer. Allerdings kommen Papiere und Zellstoffe beispielsweise aus Südostasien auch über Drittländer nach Deutschland. Darüber hinaus gelangen Papiere in Form von fertigen Produkten z.B. aus China zu uns. Dort ist dann nicht immer auszuschließen, dass Hölzer aus Gebieten, in denen Raubbau an Urwäldern betrieben wird, in der Handelskette und in diesen Produkten landen.“ (Quelle: „Wald steckt da, wo wir ihn nicht erwarten“ S.7, WWF)

Diese Importe produzieren CO2-Emissionen – ein weiterer Nachteil von Frischfasern. Für die Umwelt ebenfalls gravierend ist der Einsatz von Chemikalien, um Klopapier aus Frischfaser zu bleichen. Viele Menschen wollen dieses „schöne Weiß“, vergessen aber, dass dafür Chemie nötig ist. Diese Chemie verbleibt zu einem Teil im Endprodukt.

Insgesamt ist Hygienepapier aus Frischfaser also extrem unnachhaltig. Leider greifen mittlerweile wieder mehr Menschen zu Frischfaser-Hygienepapier, da ihnen die „rauen“ Eigenschaften von Recyclingpapier nicht zusagen. Außerdem sieht Recyclingpapier nicht so „hübsch“ aus, wie sein strahlend weißes Frischfaser-Pendant.

Hygienepapier aus Recyclingmaterial

Dabei hat Hygienepapier aus Recyclingmaterial viele Umweltvorteile: Es werden keine neuen Ressourcen verbraucht, es kommen weniger Chemikalien zum Einsatz, und die Herstellung spart bis zu 60 % Energie und 70 % Wasser.

Zudem stammt ein Großteil des Recycling-Papiers aus Deutschland. Somit fallen keine langen Transportwege an. Die CO2-Emissionen sind demnach viel geringer als bei Frischfaser- und Bambuspapier.

Durch den geringeren Einsatz von Chemikalien ist die Abwasserbelastung ist bis zu 10 x niedriger als beim Frischfaserpapier. (Quelle: utopia.de)

Leider kaufen die Deutschen immer weniger Recyclingpapier. Um unsere Umwelt zu schonen, sollten wir diesen Trend umkehren, und vermehrt zu Recyclingpapier greifen.

Hygienepapier aus Bambus

Für Bambus-Klopapier werden keine Bäume gefällt, sondern Bambus geerntet. Bambus gehört zur Familie der Süßgräser und wächst in tropischen Gebieten um den Äquator. Als Hauptimportland gilt China. Auch die Produkte von Smooth Panda kommen aus China.

Was Bambus im Gegensatz zu Baumhölzern so attraktiv macht, ist das schnelle Wachstum. Bambus kann bis zu einem Meter pro Tag wachsen und bereits nach 3 bis 5 Jahren geerntet werden. Bis andere Holzarten eine vernünftige Höhe erreichen, dauert es mehrere Jahrzehnte. Aufgrund des schnellen Wachstums kann Bambus in großen Mengen gefällt werden, ohne die Baumbestände zu gefährden.

Ein weiterer Vorteil von Bambus ist, dass beim „Ernten“ des Bambusholzes nicht die ganze Pflanze zerstört werden muss. Sie wird einfach „abgeschnitten“ und kann danach wieder wachsen. Auch das ist ein Vorteil gegenüber Bäumen, die nach dem Fällen oder Absägen nicht mehr nachwachsen.

Weitere Vorteile von Bambus

  • Bambus speichert hohe Mengen CO2
  • Der Anbau benötigt kaum Düngemittel oder Pestizide
  • Es ist keine künstliche Bewässerung nötig
  • Bambus ist widerstandsfähig
  • Bambusholz ist hart und dicht ist – es kann zu robusten, langlebigen Möbeln und Bodenbelägen verarbeiten
  • Bambusholz ist – vor allem im Vergleich zu anderen Holzarzten – leicht und flexibel

Ist Bambus fair?

Momentan wird Bambus oft noch kleinbäuerlich angebaut. Da das Material aber immer beliebter wird, könnte sich das in den nächsten Jahren eventuell ändern. Bisher gibt es keine negativen Schlagzeilen über die Arbeitsbedingungen von Bambus-Bauern. Da die Bambus Branche in Europa noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es bisher nur wenige stabile Handelsbeziehungen und kaum Zertifizierungen.

Fazit zur Umweltbilanz der Materialien

Lange Transportwege, Chemikalien, und Ressourcenverschwendung: Hygienepapier aus Frischfaser hat mit Abstand den schlechtesten ökologischen Fußabdruck. Danach folgt Bambus-Papier. Hier werden kaum Chemikalien eingesetzt. Bambus wächst schnell nach und benötigt beim Anbau wesentlich weniger Ressourcen. Allerdings sind die Transportwege aus China zu weit. Am besten schneidet in der Umweltbilanz das Recycling-Klopapier ab. Es werden keine neuen Ressourcen verschwendet, die Transportwege sind kurz und der Einsatz von Chemikalien ist gering.

Kritische Stimmen zu Bambuspapier – Wie nachhaltig ist die Alternative wirklich?

Ungebleicht, frei von Chemikalien, wenig Wasserverbrauch und schnell nachwachsende Rohstoffe. Das klingt erst einmal super nachhaltig.

Aber wie oben bereits erwähnt, stammt Bambuspapier aus China. Und ein Transport von China nach Deutschland: Wie soll das nachhaltig sein?

Smooth Panda schreibt dazu auf ihrer Website: „Noch ist der Warentransport nach Deutschland zweifellos des Pandas größtes Manko. Wir gehen diesen Schritt und arbeiten zeitgleich an unserer Vision geeignete Bambuswälder innerhalb Europas anzulegen. […] Vom ersten Tag an war klar, dass das oberste Ziel ist, die Powerpflanze nach Europa zu holen. Bis dahin ist die sinnvollste Wahl ganz klar China. Der Weg ist zwar weit aber seit 2017 kompensieren wir alle CO2-Emissionen unserer Containertransporte mittels Spenden an Klimaschutzprojekte.“ (Quelle: Smooth Panda FAQ)

Eine Kompensation des CO2 ist ein erster Schritt. Trotzdem klingt ein Transport von China nach Deutschland für uns nicht nachhaltig.

Für Frischfaser-Hygienepapier muss allerdings auch Holz importiert werden. Holz von Bäumen, die nicht so schnell nachwachsen können wie Bambus. Holz von Bäumen, deren CO2-Konsum nicht in kurzer Zeit wieder ausgeglichen werden kann.

Zudem wird Frischfaser-Hygienepapier mit Chemikalien geblichen. Im Vergleich hierzu schneidet das Bambus-Papier, trotz des langen Transportwegs, unter dem Strich doch nicht so schlecht ab.

Den Vergleich mit Recycling-Papier verliert Smooth Panda Bambuspapier allerdings.

Ein großer Pluspunkt von Smooth Panda ist, dass die Produkte komplett plastikfrei sind. Recycling-Papier gibt es im Unverpacktladen allerdings ebenfalls ohne Plastikverpackung. Wer also einen Unverpacktladen in der Nähe hat, kann auf die umweltfreundlichste Klopapier-Variante (Recycling ohne Plastik) zurückgreifen.

Smooth Panda möchte allerdings nicht mit Recycling-Papier konkurrieren, sondern eine Alternative für die Menschen bieten, die aktuell noch Frischfaser-Hygienepapier benutzen. Diesen Menschen wollen sie mit Bambus-Papier eine nachhaltiger Alternative ohne Komforteinbußen bieten.

Aber ist das wirklich so? Ist Bambus-Klopapier angenehmer als Recycling-Klopapier? Und kommt es an das kuschelige 4-Lagen weiß gebleichtes Frischfaser-Klopapier ran?

Wir konnten die Produkte von Smooth Panda testen, und wollen unsere Erfahrung gerne mit dir teilen.

Auf geht’s.

Hygienepapier aus Bambus im Test – Wie schneiden die Produkte im Alltag ab?

Smooth Panda Kennenlernset mit Küchenpapier, Taschentücher und Klopapier aus Bambus
Wir haben die Produkte von Smooth Panda (PR Sample – unbeauftragte Werbung) getestet!

Vor einigen Wochen kontaktierte uns Smooth Panda via Instagram. Smooth Panda produziert Hygienepapier aus Bambus, und war uns bereits bekannt. Allerdings hatten wir ihre Produkte bisher nie getestet.

Smooth Panda stellte uns eine Probebox ihrer Produkte zur Verfügung. Nach einer ersten Hintergrundrecherche sagten wir gerne zu. Wir wollten unbedingt testen, wie die Produkte im Alltag abschneiden. Außerdem interessierte uns, ob das Material wirklich so nachhaltig und praktisch ist, wie es verspricht.

Disclaimer: Dieser Beitrag und auch der Test der Produkte ist unbeauftragt und unbezahlt. Wir bekamen lediglich das Smooth Panda „Kennenlernpaket“ kostenlos zur Verfügung gestellt. Unsere Meinung ist also vollkommen unbeeinflusst und neutral.

Erfahrungsbericht – Bambusklopapier

Toilettenpapier aus Holz und Toilettenpapier aus Bambus in Hand gehalten nebeneinander Vergleich
Kann Bambusklopapier dem Vergleich mit Recyclingklopapier standhalten?

Disclaimer: Falls du etwas empfindlicher bist, was Toilettengeschichten angeht, kannst du diesen Absatz gerne überscrollen. In der grünen Box weiter unten im Text findest du unser Testfazit zum Toilettenpapier – spring gerne direkt dorthin! Falls dich ein Erfahrungsbericht zu Toilettenpapier nicht anekelt, kannst du jetzt gerne weiterlesen. 😉

Wer nicht komplett auf Klopapier verzichten will, muss sich im Supermarkt Wohl oder Übel in Plastik verpacktes Klopapier kaufen. Wir griffen bisher konsequent zu Recycling-Klopapier, um den ökologischen Fußabdruck zu mindern. Die Plastikverpackung war uns allerdings ein Dorn im Auge.

Ein komplett plastikfreies Klopapier, aus einem noch nachhaltigeren Material als Recyclingpapier? Das klang verlockend. Aber kann Bambuspapier unseren Ansprüchen genügen? Gerade auf der Toilette will keiner auf Hygiene und Komfort verzichten, und sich den Allerwertesten mit Schmirgelpapier wundscheuern.

Die Überraschung: Bambuspapier fühlt sich ganz anders an, als Recycling-Klopapier. Aber nicht rauer – im Gegenteil! Das Klopapier aus Bambus ist seidig weich, fühlt sich aber auch dünner an.

Dünner bedeutet bei Toilettenpapier vermeintlich nichts Gutes. Die Folgen von zu dünnem Klopapier… wir wollen es uns nicht ausmalen.

Beim ersten Test waren wir deshalb ziemlich nervös. Sicherheitshalber war eine reguläre Klopapierrolle griffbereit.

Diese Rolle blieb aber unberührt, denn wir waren hellauf begeistert vom Bambusklopapier: Seidig weich, saugfähig und reißfest. Alle unsere Wünsche wurden erfüllt! Wir waren überrascht, wie gut das Bambusklopapier „funktioniert“ hat. Es fühlt sich viel angenehmer an, als Recycling-Klopapier. Wirklich eine feine Sache!

Fazit zum Bambusklopapier: Können wir aus Nutzersicht empfehlen! Bambusklopapier ist weich, saugfähig, reißfest – alles was ein Klopapier sein muss. Einzig die Farbe könnte ein Störfaktor sein. Wer strahlend weißes Klopapier mag, wird damit vermutlich nicht happy. Uns stört der natürlichere Look nicht, denn er bedeutet, dass keine Chemikalien im Einsatz waren. Allerdings ist der Umwelteinfluss bei dem hohen Verbrauch nicht unerheblich, genauso wie der Kostenfaktor. Der Preis von Bambusklopapier ist beachtlich, wie du im Preisvergleich weiter unten sehen wirst. Aus diesen Gründen bleiben wir beim Klopapier vorerst beim Recycling-Klopapier (z.B. aus dem Unverpacktladen).

Erfahrungsbericht – Küchenpapier aus Bambus

Küchenpapier ist in einer Küche nicht zwingend notwendig. Theoretisch kannst du alles mit einem Stofftuch oder -lappen wegwischen. Haustierbesitzer können uns aber vielleicht verstehen: Das ein oder andere Malheur oder daneben geworfenes Tierfutter wollen wir lieber mit einem Einwegtuch entfernen.

Wie beim Klopapier, greifen wir hier bisher zu Recyclingpapier in einer Plastikverpackung. Eine nachhaltigere, plastikfreie Alternative ist das Küchenpapier von Smooth Panda. Es kommt in einer Art Taschentuchbox aus Karton, die praktischerweise direkt als Spender dient.

Unsere Erfahrung: Auch hier müssen keine Abstriche gemacht werden. Saugfähig, super reißfest, praktisch. Alle Eigenschaften, die wir uns von einem Küchenpapier wünschen, wurden erfüllt und sogar übertroffen. In vielen Anwendungfällen ist das Küchenpapier von Smooth Panda sogar reißfester, als das Recycling-Pendant.

Die Kartonbox sieht zwar nicht super schön und instagramable aus, erfüllt aber ihren Zweck. Wer sie nicht auf der Küchentheke stehen haben will, kann sie in einer Schublade verstauen.

Fazit zum Küchenpapier: Die Box ist praktisch, das Küchenpapier erfüllt seinen Zweck und ist absolut praktikabel. Wir haben sogar das Gefühl, dass wir davon wesentlich weniger verbrauchen, als beim Recycling-Küchenpapier. Im Preisvergleich liegen das Smooth Panda Küchenpapier im gesunden Mittelfeld. Wer Geld sparen will, muss zu Recyclingpapier greifen. Oder eben zur komplett müllfreien Alternative: Stofflappen. Wer mehr Geld ausgeben kann und will, dem können wir Küchenpapier aus Bambus absolut empfehlen.

Erfahrungsbericht – Plastikfreie Bambustaschentücher

Plastikfreie Taschentücher aus Bambuspapier mit Metalldose auf Tisch
Die Bambustaschentücher können in einer Metalldose transportiert werden.

Gerade im Winter läuft einem gerne mal die Nase. Und spätestens bei der nächsten Erkältung greifen wir regelmäßig zum Taschentuch. Meine Nase reagiert dabei immer sehr heftig, wird trocken, rau und wund.

Da helfen mir meist nur die Balsam Taschentücher von Tempo. Leider sind konventionelle Taschentücher für unterwegs in Plastik verpackt. Stofftaschentücher als müllfreie Alternative kommen für mich persönlich nicht in Frage.

Eine komplett plastikfreie und nachhaltigere Alternative aus Bambus kommt da wie gerufen. Im Test fiel uns auf, dass die Taschentücher aus Bambus seidig weich sind. Ähnlich wie das Toilettenpapier aus Bambus.

Meine Nase wurde nicht wund, wie bei herkömmlichen Taschentüchern.

Die Taschentücher aus Bambus sind kleiner, aber ausreichend für 1x Nase putzen. Dabei bleibt alles trocken und angenehm. Optisch erinnern sie an Recyclingpapier: Sie sind nicht hellweiß, aber sehen trotzdem gut aus. Sofern ein Taschentuch gut aussehen muss.

Wer die Bambustaschentücher unterwegs mitnehmen will, kann sie in der praktischen Metalldose transportieren. Damit sind Taschentücher griffbereit und flattern nicht frei in der Handtasche rum.

Da die Taschentücher in einer riesigen Packungsgröße kommen, halten sie ewig. Wir werden sie auf jeden Fall nachkaufen und können sie dir absolut ans Herz legen.

Fazit zu den Bambustaschentüchern: Würden wir nachkaufen! Super praktisch, plastikfrei, und zart zur Nase.

Der große Preisvergleich: Frischfaser vs. Recycling vs. Bambus

Wir gingen bisher davon aus, dass Hygienepapier aus Bambus wesentlich teurer ist, als konventionelle oder Recycling-Produkte. Aber stimmt das wirklich?

Wir verglichen die Packungsgrößen von Smooth Panda mit unseren bisher genutzten Produkten von dm.

Die Ergebnisse zeigen, dass Recyclingpapier im Schnitt am günstigsten ist. Danach folgt das Bambuspapier von Smooth Panda, und danach die konventionellen Hygienepapiere von dm. Beim Klopapier ist Smooth Panda mit Abstand am teuersten.

Es folgen alle Rechnungen im Detail.

Klopapier Preisvergleich

Recycling Klopapier neben Bambusklopapier im Vergleich mit plastikfreier Verpackung
Welches Klopapier ist am günstigsten? Bambusklopapier, Recyclingklopapier oder konventionelles Klopapier?

Bisher kauften wir das Recyclingklopapier von „sanft&sicher“ bei dm (unbezahlte Werbung). Deswegen ziehen wir für den Vergleich dieses Klopapier heran.

In einer Packung sanft&sicher Recyclingklopapier sind 8 x 200 Blatt 3-lagiges Klopapier enthalten, zu einem Preis von 2,15 € (Stand Februar 2020). Pro Rolle sind das also ca. 0,27 €.

Für das Classic Klopapier von sanft&sicher zahlst du 2,95€ für 10 Rollen. Pro Rolle macht das also ca. 0,30 €

Die vergleichbare Größe Bambusklopapier bei Smooth Panda kostet für 8 x 200 Blatt 3-lagiges Klopapier 5,99 €. Pro Rolle also stolze 0,75 € und damit fast 3x so teuer wie das Recyclingpapier von dm.

Bei Smooth Panda gibt es allerdings auch die Möglichkeit, Bambusklopapier im Großpack oder B-Ware zu kaufen. B-Ware gibt es schon für ca. 0,45 € pro Rolle. Das ist immerhin günstiger als die normale Packung, aber trotzdem noch teurer wie das Recyclingpapier von dm.

Klopapier Kostenvergleich auf einen Blick:

  • Recycling-Klopapier von „sanft&sicher“: Pro Rolle 0,27 €
  • Classic-Klopapier von „sanft&sicher“: Pro Rolle 0,30 €
  • Bambus-Klopapier von Smooth Panda: Pro Rolle 0,45 bis 0,75 €

Selbstverständlich kommt es darauf an, welches Klopapier du bisher verwendest. Ggf. benutzt du teureres Toilettenpapier als wir, dann ist das Bambuspapier im Vergleich vielleicht sogar günstiger oder nur geringfügig teurer.

Smooth Panda schreibt auf ihrer Website: „Der durchschnittliche private Toilettenpapier-Verbrauch in Deutschland beträgt jährlich rund 46 Rollen à 200 Blatt pro Person.”. Zu diesem Ergebnis kam der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. Also etwas weniger als eine Smooth Panda ABO-Box mit 48 Rollen für 30,- Euro und somit nicht mal 2,50 Euro monatlich je Verbraucher.“

Das klingt eigentlich ganz gut. Gesetz den Falles, dass du wirklich nur so viel Toilettenpapier benutzt.

Der Preis ist die eine Sache, die Vorteile für die Umwelt die andere. Mit dem höheren Preis schonst du deine Umwelt, vermeidest Plastik, und musst trotzdem nicht auf ein tolles „Abwischgefühl“ verzichten.

Küchenpapier Preisvergleich

Beim Küchenpapier haben wir bisher ebenfalls das Recyclingpapier von saugstark&sicher für 2,95€ (8 Rollen à 114 Halbblatt, 3-lagig) verwendet. Pro Rolle macht das einen Preis von ca. 0,36€.

Da das Küchenpapier von Smooth Panda in einer Box mit 200 Blatt kommt, habe ich die Kosten für das Recyclingpapier von dm auf 200 Blatt umgerechnet. Dabei habe ich die „Halbblätter“ vom dm Recyclingpapier auf ganze Blätter umgerechnet, damit wir hier mit einer vergleichbaren Größe unterwegs sind.

Eine Packung dm Recycling-Küchenpapier von saugstark&sicher enthält 456 ganze Blätter Küchenpapier. Umgerechnet auf die Packungsgröße von Smooth Panda Küchenpapier à 200 Blatt macht das einen Preis von 1,29€. Eine Packung Smooth Panda Küchenpapier mit 200 Blatt kostet 3,99€. Das Smooth Panda Küchenpapier ist also ebenfalls 3x so teuer wie das Recycling-Küchenpapier.

Im Vergleich zu konventionellem Küchenpapier sieht die Geschichte allerdings besser aus: 200 Blatt „saugstark&sicher Classic Küchenpapier“ kosten umgerechnet 6,09€. Hier wäre Smooth Panda sogar günstiger!

Küchenpapier Kostenvergleich auf einen Blick:

  • Recycling-Küchenpapier von „saugstark&sicher“: 200 Blatt à 1,29€
  • Bambus-Küchenpapier von Smooth Panda: 200 Blatt à 3,99€
  • Classic-Küchenpapier von „saugstark&sicher“: 200 Blatt à 6,09€

Taschentücher Preisvergleich

Komplett plastikfreie Taschentücher aus Bambuspapier sind super praktisch. Aber sind Bambustaschentücher auch günstiger als normale Taschentücher?

Bei den Taschentüchern von Smooth Panda können wir uns allerdings freuen: Hier zahlen wir pro Taschentuch weniger, als für die Taschentücher von der dm Eigenmarke in „Classic“ und „Recycling“.

Da die Taschentücher von Smooth Panda ohne Plastik-Umverpackung auskommen, haben wir verschiedene Taschentuch-Varianten verglichen. Zum einen die Einzelverpackungen, also quasi Taschentücher für die Handtasche, und zum anderen Taschentücherboxen. Außerdem haben wir hier die dm Eigenmarken und die berühmteste Taschentuchmarke „Tempo“ in den Vergleich genommen.

Taschentücher im Kostenvergleich auf einen Blick:

  • Recycling-Taschentücher von „soft&sicher“: 1 Taschentuch à 0,006 €
  • Taschentücher von Tempo: 1 Taschentuch à 0,012 €
  • Bambus-Taschentücher von Smooth Panda: 1 Taschentuch à 0,013 €
  • Taschentücher Pocket von „soft&sicher“: 1 Taschentuch à 0,013 €

Taschentücherboxen im Kostenvergleich auf einen Blick:

  • Recycling-Taschentücherbox von „soft&sicher“: 1 Taschentuch à 0,0095 €
  • Bambus-Taschentücher von Smooth Panda: 1 Taschentuch à 0,013 €
  • Classic Taschentücherbox von „soft&sicher“: 1 Taschentuch à 0,017 €
  • Tempo Taschentücherbox: 1 Taschentuch à 0,024 €

Hier schneiden die Bambustaschentücher im Vergleich nicht schlecht ab. Recyclingpapier ist aber wieder der Gewinner.

Fazit zum Preisvergleich

So viel steht fest: Bambus-Hygienepapier ist teuer. Mit Abstand am teuersten ist Bambus-Toilettenpapier. Das Küchenpapier aus Bambus liegt im Mittelfeld zwischen Recycling- und Frischfaser. Die Taschentücher aus Bambus sind zwar doppelt so teuer wie Recycling-Taschentücher, aber immerhin nicht teurer als Frischfaser-Taschentücher. Im Vergleich zu Frischfaser-Taschentücherboxen sind sie sogar relativ günstig. Preislicher Gewinner ist allerdings immer das Recycling-Papier.

Unser Fazit

Frischfaser, Recycling oder Bambus? Was ist im Schnitt nun die beste Alternative? Wir würden sagen: Es kommt darauf an.

Worauf?

Auf deine Ansprüche!

Möchtest du die Umwelt schonen, kannst dich aber partout nicht mit Recycling-Papier anfreunden? Dann ist Bambuspapier sicherlich eine tolle umweltfreundlichere Alternative zu Frischfaser-Hygienepapier.

Im Vergleich zu Recyclingpapier ist Bambuspapier allerdings nicht die nachhaltigere Alternative. Einzig die Plastikverpackung ist beim Recycling-Papier aus dem Supermarkt noch ein Problem. Vermeiden kannst du sie, indem du Recycling-Klopapier im Unverpacktladen kaufst, oder online bestellst.

Wir persönlich freuten uns sehr über die Qualität der Produkte von Smooth Panda. Besonders gefielen uns die Taschentücher und das Küchenpapier.

Beim Klopapier werden wir in Zukunft aber beim Recycling-Papier bleiben. Beim nächsten Einkauf im Unverpacktladen decken wir uns auf jeden Fall mit ein paar plastikfreien Rollen ein.

Die Taschentücher halten vermutlich noch ewig. Falls wir hier nachkaufen müssen, würden wir wieder zu den Produkten von Smooth Panda greifen. Einfach, weil die Nase danach nicht rau und wund ist, wie beim Recycling-Papier.

Die Nutzung von Küchenpapier versuchen wir weiterhin zu reduzieren. Für bestimmte Zwecke finden wir die Bambus-Alternative aber richtig super. Wir sparen uns die Plastikverpackung, und benutzen dank der krassen Robustheit weniger, als von der Recycling-Rolle.

Natürlich gibt es auch Zero Waste-Alternativen, um komplett auf Küchenpapier & Co. zu verzichten. Das ist mit Abstand am nachhaltigsten.

Im Folgenden wollen wir euch daher ein paar dieser Alternativen vorstellen.

Zero Waste Alternativen zu Hygienepapier

Ob nun aus Bambus oder Recyclingpapier: Hygienepapier, wie z.B. Klopapier wird in der Regel über die Kanalisation oder den Restmüll entsorgt. Es geht somit dem Papierkreislauf verloren.

Außerdem werden auch für Bambus- und Recyclingpapier noch Ressourcen und Energie aufgewandt.

Falls du Auswirkungen auf die Umwelt komplett vermeiden möchtest, haben wir hier noch ein paar komplett müllfreie Alternativen für dich:

  • Stofftaschentücher statt Papiertaschentücher
  • Bidet (Hand-Bidet wie z.B. Happypo – Werbung unbezahlt) statt Toilettenpapier
  • Frotteetücher statt Toilettenpapier (werden nach der Benutzung gesammelt und bei 90°C gewaschen)
  • Stofflappen statt Küchentücher für die Küche

Um ehrlich zu sein, nutzen wir bisher keine dieser Zero Waste Alternativen. Persönlich fühlen wir uns einfach nicht wohl damit, unser Toilettenpapier durch ein Bidet abzulösen. Der erhöhte Wäscheaufwand und die hygienischen Bedenken bei Frotteetüchern anstatt Toilettenpapier gefallen uns persönlich auch nicht.

Aber das ist alles – wie immer – eine sehr subjektive Geschichte. Ich kenne genug Menschen, die super happy mit ihrem Hand-Bidet sind.

Also feel free das einfach mal zu testen. 🙂 Falls du bereits ein Bidet oder eine andere Alternative benutzt, schreib uns deine Erfahrung damit gerne in die Kommentare!

Stofflappen für die Küche hatten wir schon in Gebrauch, aber auch hier haben wir mittlerweile zusätzlich (aktuell) Bambus-Küchenpapier zur Hand. Einfach um den groben Schmutz aufzunehmen. Für die Feinreinigung benutzen wir dann selbstverständlich Stoffputzlappen.

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Quellen:

https://mobil.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/HG_Papierverbrauch_Februar_2011.pdf

https://www.wiwo.de/technologie/green/bambus-klopapier-gut-gemeint-ist-nicht-gut-gemacht/13552184.html

utopia.de

smoothpanda.de/wissenswertes

Caro

Von Caro

Hej Du. schön, dass du hier bist! Ich bin Caro, 30 Jahre jung, aus Karlsruhe. Ich habe eine Leidenschaft für Nachhaltigkeit, Umweltschutz, vegane Ernährung, Tiere und Pflanzen. Ich stecke hinter den Beiträgen auf fairlis.de und möchte dir gerne helfen, viel Wissen, Tipps und Inspirationen rund um das Thema Nachhaltigkeit zu sammeln.
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3 Antworten auf „Hygienepapier aus Bambus im Vergleich – Wie nachhaltig ist die Alternative wirklich?“

Sehr toller Artikel.

Mir ist nur ein kleiner Fehler aufgefallen.
Beim Klopapier Kostenvergleich ist 2x das Küchenpapier reingerutscht.

Lg Jenny

Klopapier Kostenvergleich auf einen Blick:

Recycling-Klopapier von „sanft&sicher“: Pro Rolle 0,27 €
Classic-Küchenpapier von „sanft&sicher“: Pro Rolle 0,30 €
Bambus-Küchenpapier von Smooth Panda: Pro Rolle 0,45 bis 0,75 €

Hallo liebe Jenny,

danke für dein tolles Feedback und den Hinweis auf den Fehler!♡ Wir haben das direkt korrigiert.
Echt super, dass dir das aufgefallen ist, und du uns dann auch noch Bescheid gegeben hast. 🙂

Hab noch einen wunderbaren Tag!

Ganz liebe Grüße
Caro♡

Bamboo-Soft.de bietet jetzt auch Bambus Toilettenpapier an – zwar (noch) in einer Plastik Verpackung aber immerhin aus 100% ungebleichtem Bambus zu einem attraktiven Preis

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