Ökostrom – Was kommt wirklich aus deiner Steckdose?

„Wenn ich bei einem Ökostrom-Anbieter bin, dann kommt Ökostrom aus meiner Steckdose.“ – Stimmt das wirklich?

Die Antwort ist ganz klar: Jein. Ja ok, das ist keine wirklich klare Antwort. Also mal Spaß beseite…

Fakt ist: Egal, ob du bei einem Ökostrom-Anbieter bist oder nicht, es kommt immer ein Strom-Mix aus deiner Steckdose. Das liegt daran, dass es eben nicht für jede Erzeugungsform eine eigene Stromleitung gibt. Solange es Energie aus Kohle- und Atomkraftwerken gibt, erhält jeder Bürger bei jedem Anbieter eine Mischung aus allen drei Erzeugungsformen.

„Dann bringt der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter ja rein gar nichts!“

Doch! Der Wechsel bringt definitiv etwas. Wieso?

Die Menschen, die Strom von einem Ökostrom-Anbieter beziehen, investieren in erneuerbare Energien und erhöhen damit den Anteil an erneuerbaren Energien am Gesamtmix. Glücklicherweise steigt seit einigen Jahren der Anteil der erneuerbaren Energien im Strom-Mix immer weiter an.

Im Zeitraum von 1990 bis 2017 erhöhte sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch von 3,4 % auf stolze 36 %. Im Jahr 2018 kamen sogar schon 40% unseres Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien.

Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch in %

Das bedeutet, dass aktuell auch aus deiner Steckdose 40% des Stroms aus erneuerbaren Energien stammt. Egal, ob du bei einem Ökostrom-Anbieter bist, oder nicht.

Je mehr Menschen zu Ökostrom wechseln, desto besser. So sinkt die Nachfrage nach konventionellen Energiequellen und es werden immer weniger Kohle- und Atomkraftwerke benötigt. Stattdessen wird dein Geld, das du in grünen Strom investierst, für den Bau und die Entwicklung erneuerbarer Quellen verwendet.

Das klingt doch alles super oder? Vielleicht fragst du dich jetzt noch Folgendes:

Was ist Ökostrom überhaupt?

Ökostrom ist elektrische Energie, die aus umweltfreundlichen, natürlichen und erneuerbaren Quellen stammt. Ökostrom wird auch als „Naturstrom“ oder „grüner Strom“ bezeichnet.

Als „erneuerbare Energiequellen“ werden Energieträger bezeichnet, die praktisch unerschöpfbar sind oder sich sehr schnell wieder regenerieren. Zu den erneuerbaren Energiequellen zählen: Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft, Meeres-, Wind-, Wasser- und Solarenergie. Wobei hier die wichtigste und unerschöpflichste Quelle die Sonne ist.

Erneuerbare Energiequellen grenzen sich ganz klar von konventionellen, fossilen Energiequellen ab. Diese sind endlich oder regenerieren sich erst über einen Zeitraum von Millionen Jahren. Zu ihnen gehören Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdgas und Erdöl.

Leider ist Ökostrom kein klar definierter und geschützter Begriff. Es gibt also keinen Kriterienkatalog, der bestimmt ab wann sich ein Anbieter als „Ökostrom-Anbieter“ bezeichnen darf. In Deutschland können sich Anbieter als „Ökostrom-Anbieter“ bezeichnen, die wenigstens zur Hälfte Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen. Außerdem gibt es das RECS, das Renewable Energy Certificates System. Hier können sich Unternehmen mit konventionellen Energiequellen beispielsweise Zertifikate eines Wasserkraftwerks erwerben. Die Zertifikate berechtigen das Unternehmen, einen Teil seines konventionellen Stroms aus Atom- und Kohlekraftwerken als „Ökostrom“ anzubieten, obwohl es faktisch rein gar nichts mit Ökostrom zu tun hat. Im Gegenzug muss das Wasserkraftwerk seinen sauber produzierten Strom aus erneuerbaren Energien in „konventionellen Strom“ umbenennen.

Es ist daher extrem wichtig, beim Switch zu Grünstrom genau zu recherchieren, ob der Anbieter wirklich zu 100% Strom aus erneuerbaren Energien bezieht. Gute und saubere Stromanbieter sind z.B. Naturstrom, Greenpeace Energy, oder Lichtblick (unbezahlte Werbung).

Einen Vergleich der besten Ökostromanbieter findest du z.B. auf Utopia.

Nachteile von fossilen Energiequellen

Fossile Brennstoffe sind nicht nur endlich, sie zerstören auch noch Umwelt und Klima. Genauer gesagt, wird für ihre Gewinnung die Umwelt zerstört. Deutschland ist ein Braunkohleland. Für die Braunkohlegewinnung wurden hierzulande schon viele Quadratkilometer Wald abgeholzt und Natur zerstört.

Kohle ist außerdem die schmutzigste Energiequelle von allen. Weltweit sind Kohlekraftwerke für fast die Hälfte aller CO2-Emissionen verantwortlich.

Braunkohleabbau vor Windrädern

Eine weitere konventionelle Energiequelle ist Atomkraft, also Kernenergie. Bei dieser Energiequelle gibt es enorme Sicherheitsbedenken. Auch die Entsorgung von Atommüll ist ein heiß diskutiertes Thema, für das es immer noch keine richtige Lösung gibt. Die tödliche Gefahr für Mensch und Umwelt, die von Atomkraftwerken ausgeht, konnten wir zuletzt in Fukushima beobachten.

Unser Fazit

Ein Umstieg auf erneuerbare Energien, die sich als natürliche Energiequellen ständig regenerieren, ist aus unserer Sicht extrem sinnvoll. Du kannst damit den Bedarf an fossilen Energieträgern verringern und in saubere erneuerbare Energie investieren. Dadurch würde der Ausstoß energetisch bedingter Emissionen verringert und damit das Ausmaß des Klimawandels eingedämmt werden.

Wir haben bereits letztes Jahr den Stromanbieter gewechselt, und sind jetzt bei Lichtblick (unbezahlte Werbung). Der Wechsel war denkbar einfach, preislich ist das auch vollkommen ok. Wir haben damit das gute Gefühl, das richtige Unternehmen zu unterstützen, und damit nachhaltige Energiequellen zu fördern.

Hast du noch Fragen zum Thema Ökostrom? Dann hinterlasse uns gerne einen Kommentar! Wir freuen uns immer sehr über euer Feedback.

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Was ist Ökostrom und wieso lohnt sich der Wechsel

Quellen:

Caro
Caro
Hej Du. schön, dass du hier bist! Ich bin Caro, 30 Jahre jung, aus Karlsruhe. Ich habe eine Leidenschaft für Nachhaltigkeit, Umweltschutz, vegane Ernährung, Tiere und Pflanzen. Ich stecke hinter den Beiträgen auf fairlis.de und möchte dir gerne helfen, viel Wissen, Tipps und Inspirationen rund um das Thema Nachhaltigkeit zu sammeln.

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