Kosmetiktiegel seitlich liegend mit Blüten und Blättern

Bio-Kosmetik einfach erklärt: Definition & zertifizierte Marken

· 22 Min

Bio-Kosmetik beschreibt Kosmetikprodukte mit Inhaltsstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau. Doch wie hoch ist der Anteil dieser Inhaltsstoffe am Endprodukt? Welche Vorteile hat Bio-Kosmetik gegenüber konventioneller Kosmetik oder sogar Naturkosmetik? Welche Marken bieten zertifizierte Bio-Kosmetik an? Welche großen Konzerne stecken dahinter? Und wie kannst du Greenwashing erkennen?

Dieser Artikel gibt dir ein paar knackige und informative Antworten auf all diese Fragen, und eine Übersicht bekannter Marken, die zertifizierte Bio-Kosmetik anbieten.

Außerdem findest du in diesem Beitrag eine Auswahl an Bio-Kosmetik für die verschiedensten Bedürfnisse, wie zum Beispiel Bio-Kosmetik mit plastikreduzierter Verpackung.

Let’s go.

Bio-Kosmetik Definition – Was ist Bio-Kosmetik?

Zertifizierte Naturkosmetik wird häufig mit Bio-Kosmetik gleichgesetzt. Dabei gehört zwar jede Bio-Kosmetik zu Naturkosmetik, aber nicht jede Naturkosmetik ist auch Bio-Kosmetik.

Zertifizierte Naturkosmetik hat je nach Siegel keinen oder einen geringeren vorgeschriebenen Anteil an Inhaltsstoffen aus biologischem Anbau als zertifizierte Bio-Kosmetik. Bei zertifizierter Bio-Kosmetik ist dieser Mindestanteil höher. Die genauen Kriterien unterscheiden sich je Siegel. Du findest sie im Kapitel zu den Bio-Kosmetik-Siegeln weiter unten.

Inhaltstoffe von Bio-Kosmetik

Viele konventionelle Kosmetikprodukte enthalten Inhaltsstoffe auf Erdölbasis, zum Beispiel Paraffine (CodeCheck). Viele Menschen wollen mittlerweile auf erdölbasierte Kosmetik verzichten, und sich auch andere Stoffe, die sie für bedenklich halten, besser nicht „auf die Haut schmieren“.

Lese mehr über die Inhaltsstoffe in Naturkosmetik in unserem Beitrag: „Naturkosmetik einfach erklärt: Definition, Übersicht & FAQ„.

Aus diesem Grund wurde Natur- und Bio-Kosmetik in den letzten Jahren immer beliebter. Auch die Herstellverfahren sind immer fortschrittlicher, und nach unserer Erfahrung muss sich Natur- und Biokosmetik in Optik, Konsistenz und Wirkweise nicht mehr hinter konventioneller Kosmetik verstecken.

Aber was genau steckt nun in Bio-Kosmetik, und was nicht?

Die genauen Anforderungen an zertifizierte Bio-Kosmetik hängen vom Siegel ab (siehe oben und im Kapitel zu den Siegeln).

Das bedeutet im Klartext auch, dass in Bio-Kosmetik weiterhin synthetische, chemische Inhaltsstoffe enthalten sein können, aber je nach Siegel nur in begrenztem Umfang und meist in geringerem Anteil als in konventioneller Kosmetik.

Für die verwendeten Inhaltsstoffe von zertifizierter Bio-Kosmetik gelten allgemein dieselben Voraussetzungen wie für zertifizierte Naturkosmetik. Erlaubt sind alle pflanzlichen Inhaltsstoffe, die den Vorgaben des entsprechenden Siegels entsprechen. Bestimmte synthetische Inhaltsstoffe sind nach den Siegelkriterien hingegen ausgeschlossen.

Folgende Inhaltsstoffe sind nach den gängigen Siegel-Kriterien (zum Beispiel COSMOS und NATRUE) in der Regel nicht erlaubt. Details und Ausnahmen unterscheiden sich je Siegel:

  • Aluminiumsalze
  • Parabene (Konservierungsstoffe)
  • Silikone
  • Weichmacher (Phtalate)
  • Mineralöle, Paraffine
  • Tenside auf Erdölbasis
  • Chemische UV-Filter
  • Emulgatoren (PEG)
  • Synthetische Duftstoffe
  • Mikroplastik
  • Farbstoffe (CI-Nummer)
  • Mikroplastik

Anstatt Mineralöle verwendet zertifizerte Bio-Kosmetik z.B. Pflanzenöle und -wachse. Anstatt synthetischer Duftstoffe werden z.B. ätherische Öle verwendet. Chemische UV-Filter werden durch mineralische Pigmente wie Titandioxid, Zinkoxid ersetzt (hier dringend auf den Hinweis „ohne Nanopartikel“ achten). Parabene werden durch Alkohol, ätherische Öle, Propolis oder Vitamin E ersetzt. Statt der Emulgatoren wie PEG werden Lecithin, Fettsäureglucosid Zuckeremulgator , Zuckerester, Bienenwachs, Sorbitan Olivat, oder Microcell-Emulsion benutzt. Natron, Zitrone, Ackerschachtelhalm, Bentonit, uvm. ersetzen Aluminiumsalze. (Hartmann, 2020)

Welche natürlichen Inhaltsstoffe in Naturkosmetik noch zum Einsatz kommen, und welche umstrittenen Inhaltsstoffe sie damit ersetzen, kannst du in unserem Beitrag „Naturkosmetik einfach erklärt: Definition, Übersicht & FAQ“ nachlesen.

Natürlich bio! Oder doch nicht? -Greenwashing erkennen

Ist eine Gesichtscreme durch eine besonders ökologisch anmutende Verpackung, Phrasen wie „natürliche Inhaltsstoffe„, „von der Natur inspiriert“ oder „aus wertvollen Pflanzenextrakten“ schon bio? Sicherlich nicht.

Leider wollen mittlerweile einige konventionelle Kosmetikhersteller auf den „Öko-Zug“ aufspringen, und lassen daher ihre Produkte durch solche Greenwashing-Strategien „grüner“ aussehen, als sie tatsächlich sind.

Auch „frei von“-Produkte (z.B. „silikonfrei“) erwecken gerne den Anschein naturnahe Kosmetik, oder Naturkosmetik zu sein. Und das war lange kaum reguliert, da die Begriffe „Naturkosmetik“ und „Bio-Kosmetik“ leider nicht gesetzlich geschützt sind. Seit dem 27. September 2026 gelten aber strengere EU-Regeln gegen Greenwashing (siehe unten).

Da der Begriff „bio“ bei Kosmetik nicht gesetzlich geschützt ist, kommt es vor, dass Hersteller „bio“ auf ein Produkt schreiben, das vielleicht nur einen einzigen biologisch angebauten Inhaltsstoff enthält. Die restlichen Inhaltsstoffe könnten weiterhin Stoffe wie Silikone oder Mineralöle enthalten, die nach den Kriterien der Naturkosmetik-Siegel ausgeschlossen sind.

Besonders interessant ist auch eine Masche, von der wir bei Oekotest und der Verbraucherzentrale Hamburg gelesen haben:

Seit 2017 darf dank einer europaweiten ISO-Norm Wasser als natürliche Zutat zugeordnet werden. Das heißt, dass Hersteller nun bei Produkten mit einem hohen Wasseranteil auf das Produkt z.B. „97 % Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs“ schreiben dürfen. Das passiert sehr häufig bei Shampoos, Spülungen, Waschgels, etc.

Es gibt zwei Möglichkeiten, Greenwashing besser zu erkennen:

1. Der Blick auf die Inhaltsstoffe

Die INCI-Liste ist die Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe und sozusagen wie die Zutatenliste bei Lebensmitteln, nur eben für deine Kosmetik. „INCI“ steht dabei für „International Nomenclature of Cosmetic Ingredients“. Diese einheitliche Kennzeichnungspflicht verpflichtet jeden Hersteller alle Inhaltsstoffe seines Produktes auf der Verpackung anzugeben. Hier erkennst du also auch, ob ein Produkt Inhaltsstoffe enthält, die du vermeiden möchtest, oder tatsächlich überwiegend aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht.

Es gilt dasselbe System wie bei Lebensmitteln: Was als erstes angegeben wird, ist in der größten Menge enthalten.

Leider liest sich die INCI-Liste nicht so einfach. Du findest darauf nicht klar und deutlich das Wort „Erdöl“, sondern ein Mix aus englischen und chemischen Fachbegriffen, lateinischen botanischen Bezeichnungen für Pflanzenbestandteile, numerischen Abkürzungen für Farbpigmente (C.I.), und der erlaubten Zusammenfassung von Duftstoffen (Fragrance), sowie der einzelnen Angabe von Duftbestandteilen, die ein hohes Allergierisiko aufweisen.

Eine Hilfestellung bieten glücklicherweise einige Apps, die das gewünschte Kosmetikprodukt anhand der Inhaltsstoffe bewerten und dir als bedenklich eingestufte Inhaltsstoffe aufzeigen.

Folgende Apps können wir empfehlen (alles unbezahlte und unbeauftragte Werbung):

2. Biokosmetik-Siegel

Neben Naturkosmetik-Siegeln gibt es auch diverse Bio-Kosmetik-Siegel. Bei Produkten, die ein Bio-Kosmetik-Siegel tragen, sind das Produkt und seine Rohstoffe nach den jeweiligen Vorgaben und Richtlinien des Siegels zertifiziert. Die Kriterien unterscheiden sich je Siegel, deshalb lohnt sich ein Blick darauf, was das jeweilige Siegel genau verlangt.

Update aus September 2026: Neue EU-Regeln gegen Greenwashing (EmpCo-Richtlinie)

Seit dem 27. September 2026 gelten in der gesamten EU neue Regeln gegen Greenwashing. Grundlage ist die EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825, die Deutschland im Februar 2026 in das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) übernommen hat (Europäisches Verbraucherzentrum, Richtlinientext auf EUR-Lex). Sie gilt für alle Produkte, also auch für Kosmetik. Verboten sind unter anderem:

Allgemeine Umweltaussagen ohne Erklärung: Begriffe wie „umweltfreundlich“, „grün“ oder „klimafreundlich“ dürfen nicht mehr einfach so stehen, sondern müssen erklärt und belegbar sein (IHK München, Handelskammer Hamburg). Auch „natürlich“ und „biologisch abbaubar“ zählen zu den allgemeinen Umweltaussagen (IHK Schleswig-Holstein).

Eigene Nachhaltigkeitssiegel: Selbst erstellte Siegel ohne unabhängiges Zertifizierungssystem sind nicht mehr zulässig (IHK Dresden). Ein herstellereigenes „Bio-Siegel“ auf der Verpackung ist also noch lange kein Beleg.

Aussagen zum ganzen Produkt, die nur für einen Teil stimmen: Eine Verpackung aus Recyclingmaterial macht nicht das gesamte Produkt „nachhaltig“ (IHK Köln).

„Klimaneutral“ durch Kompensation: Produktwerbung mit „klimaneutral“, die nur darauf beruht, Emissionen durch Klimaschutzprojekte auszugleichen, ist verboten (Handelskammer Hamburg).

Vage Zukunftsversprechen wie „bis 2030 klimaneutral“ ohne konkreten und überprüfbaren Plan (Handelskammer Hamburg).

Was bedeutet das für dich beim Einkaufen? Ein Wort wie „umweltfreundlich“ oder „natürlich“ allein sagt dir nichts. Achte darauf, ob die Aussage erklärt wird (Was genau ist umweltfreundlich: die Verpackung, ein Inhaltsstoff, die Herstellung?) und ob ein Siegel unabhängig geprüft wird. Genau dafür sind die INCI-Liste und die Bio-Kosmetik-Siegel unten so hilfreich.

Hinweis: Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung. Ob eine konkrete Werbeaussage zulässig ist, hängt immer vom Einzelfall ab

Bio-Kosmetik erkennen – Die wichtigsten Bio-Kosmetik Siegel

Da, wie bereits erwähnt, der Begriff „Bio-Kosmetik“ genauso wenig geschützt ist, wie der Begriff „Naturkosmetik„, musst du dich auch hier auf die Richtlinien und Vorgaben bestimmter Siegel verlassen. Je nach Siegel sind diese Vorgaben unterschiedlich streng.

Nicht jede zertifizierte Bio-Kosmetik ist z. B. vegan, dafür aber nach den Kriterien der gängigen Siegel in der Regel ohne Tierversuche (in der EU sind Tierversuche für Kosmetik ohnehin weitgehend verboten, mehr dazu unten).

COSMOS ORGANIC

Der COSMOS Standard wurde von BDIH, ECOCERT, ICEA, COSMEBIO und SOIL ASSOCIATION vereinbart, um international übergreifende vereinheitlichte Kriterien für Naturkosmetik zu schaffen. Der „COSMOS natural“ und „COSMOS organic“ Standard wird zusätzlich zu den bestehenden Siegeln (z.B. EcoCert, BDIH) vergeben. (Hartmann, 2020)

COSMOS bietet zwei Signaturen für Kosmetikprodukte an: Den COSMOS NATURAL für zertifizierte Naturkosmetik, und den COSMOS ORGANIC für zertifizierte Bio-Kosmetik. COSMOS bietet keine eigenständigen Siegel. Der Zusatz COSMOS NATURAL oder COSMOS ORGANIC erscheint immer direkt unter dem Logo/Siegel des zuständigen Zertifizierers oder Verbandes. Für COSMOS NATURAL ist kein Mindestanteil an Bio-Zutaten vorgeschrieben (Lebensmittel Praxis).

„Die COSMOS ORGANIC-Signatur steht für Produkte zur Verfügung, die unter allen Gesichtspunkten dem COSMOS-Standard entsprechen und die erforderlichen Anteile an biologischen Bestandteilen gemäß COSMOS-Standard enthalten.“ (COSMOS-ORGANIC | COSMOS-NATURAL | Zertifizierung Kosmetikprodukte, Bestandteile, o. D.)

Um das COSMOS ORGANIC Siegel zu erhalten, müssen

  • mindestens 95 % der physikalisch verarbeiteten landwirtschaftlichen Zutaten aus biologischem Anbau stammen (Soil Association)
  • bestimmte Inhaltsstoffe ohne Ausnahme aus biologischem Anbau stammen, z.B. Jojobaöl, Sheabutter, Sonnenblumenöl
  • insgesamt mindestens 20% des Gesamtproduktes biologischen Ursprungs sein. (Coenen, 2017)

EcoCert COSMOS ORGANIC

EcoCert unterscheidet zwischen Natur- und Bio-Kosmetik. Für EcoCert zertifizerte Naturkosmetik gibt es nach Cosmo-Standard keine Vorgaben für den Anteil an Bio-Inhaltsstoffen. Diese Produkte besitzen daher den Zusatz „COSMOS NATURAL“.

Für EcoCert zertifizierte Bio-Kosmetik gelten nach Cosmo-Standard strenge Vorgaben: Mindestens 95 % der pflanzlichen Inhaltsstoffe stammen aus zertifiziert biologischem Anbau. Mindestens 20 % des Gesamtprodukts ist biologisch. Somit ist der Anteil an biologisch angebauten Rohstoffen sogar höher als der Standard. Diese Produkte besitzen den Zusatz „COSMOS ORGANIC“.

Eine Ausnahme bilden Rinse-off Produkte, nicht emulgierte wässrige
Produkte, und Produkte, die zu mindestens 80% Mineralien oder Bestandteile
mineralischen Ursprungs enthalten. Hier muss „nur“ mindestens 10% des Gesamtproduktes biologisch sein. (Ecocert IMO – Cosmetics, o. D.)

BDIH COSMOS ORGANIC

BDIH Cosmos Organic Siegel für Bio-Kosmetik

Das BDIH-Siegel ist ein weit verbreitetes Siegel und dir sicherlich schon auf dem ein oder anderen Naturkosmetik-Produkt aufgefallen. Seit 2017 wird es für neue Produkte nur noch zusammen mit dem COSMOS-Zusatz vergeben (Utopia).

In Kombination mit dem Zusatz COSMOS ORGANIC erfüllt das Produkt, neben den Richtlinien des BDIH für zertifizierte Naturkosmetik, auch die Standards für Bio-Kosmetik des COSMOS Organic Standards.

Ausführliche Infos zu den Richtlinien des BDIH findest du in unserem Beitrag „Naturkosmetik einfach erklärt: Definition, Übersicht & FAQ„.

Soil Association Organic

Auch die Soil Association ist Mitglied der COSMOS-Gruppe. Dieses Siegel des englischen Anbauverbands findest du auf internationalen Naturkosmetik-Produkten. Vor allem in den UK ist das Siegel weit verbreitet. Die Soil Association zertifiziert neben Kosmetikprodukten auch Textilien, Lebensmittel, uvm.

Soil Association Organic Siegel für Bio-Kosmetik

Für Bio-Kosmetik wird als Grundlage der COSMOS Standard angesetzt. Zusätzlich hat die Soil Association noch eigene Richtlinien.

Um eine Soil Association-Zertifizierung zu erhalten, müssen bei COSMOS ORGANIC mindestens 95 % der physikalisch verarbeiteten landwirtschaftlichen Zutaten bio sein, im Gesamtprodukt mindestens 20 %, bei Abspülprodukten mindestens 10 % (Soil Association). Sind nicht ausreichend Rohstoffe aus biologischem Anbau verfügbar, genehmigt die Soil Association auch Produkte, die mindestens 70% biologische Zutaten enthalten. Dafür gelten für alle auch nicht biologischen Inhaltsstoffe strengen Richtlinien. So sind Stoffe verboten, die für Mensch und Umwelt giftig sind. Gentechnisch veränderte Rohstoffe sind ebenfalls verboten. (Soil Association Naturkosmetik Zertifizierung | Cosmos | Odylique, o. D.)

Auch in zertifizierter Bio-Kosmetik können je nach Standard einzelne Konservierungs- oder Tensid-Rohstoffe erlaubt sein, die in den Positivlisten stehen. Falls du auf bestimmte Inhaltsstoffe verzichten willst, musst du deshalb zusätzlich die Inhaltsstoffliste prüfen.

NATRUE

NATRUE Naturkosmetik Siegel und Bio-Kosmetik Siegel
Das NATRUE Siegel zertifiziert Natur- und Bio-Kosmetik.

Auch das bekannte Natrue Siegel zertifiziert nicht nur Naturkosmetik, sondern auch Bio-Kosmetik. Der Standard für Bio-Kosmetik erfüllt hier alle Vorgaben für Naturkosmetik, und gibt zusätzlich weitere strenge Vorgaben.

Die Vorgaben für Natur- und Bio-Kosmetik unterscheiden sich, das Siegel ist aber dasselbe. NATRUE kennt drei Stufen („Naturkosmetik“, „Naturkosmetik mit Bio-Anteil“ und „Biokosmetik“), die alle dasselbe Logo tragen (Stiftung Warentest). Bei „Naturkosmetik mit Bio-Anteil“ müssen mindestens 70 % der natürlichen und naturnahen Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau stammen (DIE PTA).

Für Bio-Kosmetik gelten folgende Richtlinien:

„Die im Produkt enthaltenen natürlichen und ggf. naturnahen Stoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs müssen zu mindestens 95 Prozent aus kontrolliert biologischer Erzeugung und/oder aus kontrollierter Wildsammlung stammen.“ (NATRUE-Kriterien, o. D.)

Welche Richtlinien NATRUE für Naturkosmetik vorgibt, kannst du in unserem Beitrag „Naturkosmetik einfach erklärt: Definition, Übersicht & FAQ“ nachlesen.

demeter

Viele kennen das demeter Siegel hauptsächlich für Lebensmittel, aber auch Kosmetika kann das demeter Siegel erhalten.

demeter Siegel für Bio-Kosmetik
Das demeter Siegel zertifiziert auch biologische Kosmetikprodukte.

„Die Kosmetik-Richtlinien sind Teil der Demeter-Anbau-, -Verarbeitungs-, -Verpackungs- und -Kennzeichnungsrichtlinien. Sie gelten weltweit als die konsequentesten Vorschriften für hochwertige Bio-Produkte.“ (Demeter-Naturkosmetik | Demeter e.V., o. D.) Das ist eine Eigenaussage von demeter.

Die Richtlinien von demeter sehen für zertifizierte Naturkosmetik unter anderem Folgendes vor (Angaben laut demeter):

  • Demeter-Rohstoffanteil von 90 Prozent bei pflanzlichen Bestandteilen
  • biologische Abbaubarkeit der Inhaltsstoffe als Kriterium
  • Rohstoffe aus biodynamischer Erzeugung, bei der nach Angaben von demeter Präparate zur Förderung fruchtbarer Böden eingesetzt werden
  • Verarbeitung ohne chemisch-synthetische Zusatzstoffe
  • Vorgaben zur Deklaration der Inhaltsstoffe
  • Konsequenter Verzicht auf Mineralöle, Benzol oder Hexan, Butylen- oder Propylenglycol, Rohstoffe, die aus Tieren gewonnen wurden, Einsatz von Gentechnik und Nanopartikeln, radioaktive Bestrahlung oder Begasung

Demeter-Produkte im Bereich Naturkosmetik bieten an: Hesse Organic Skincare, Martina Gebhardt, dieNikolai, Primavera Life, Provida Organics. (Demeter-Naturkosmetik | Demeter e.V., o. D.)

Weitere Bio-Kosmetik-Siegel sind das USDA-Siegel für Bio-Kosmetik aus den USA, das Cosmebio COSMOS Organic Siegel, und für Produkte aus Österreich das Austria Bio Garantie-Siegel.

Naturland

Auch Naturland zertifiziert neben Lebensmitteln auch Kosmetikprodukte. Dabei gibt Naturland strenge Regeln vor, welche Inhaltsstoffe eingesetzt werden dürfen, und welche nicht.

Naturland Siegel
Das Naturland Siegel steht auch für zertifizierte Bio-Kosmetik.

Naturland verbietet:

  • synthetische Farbstoffe
  • synthetische Riechstoffe
  • synthetische Antioxidantien
  • synthetische Weichmacher
  • synthetische Öle und Fette
  • synthetische Silikone
  • synthetische UVA und UVB Filter
  • anthropogenen Nanopartikeln in einer definierten Partikelgröße im Nanobereich (ca. 1-300 nm in mindestens einer Dimension)
  • Tierversuche (weder bei der Herstellung noch bei der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte, weder durchgeführt noch in Auftrag gegeben, außer wenn diese gesetzlich vorgeschrieben sind)

Auch diverse bedenkliche Verarbeitungsverfahren wie Bestrahlung, Sulfonierung (als Hauptreaktion), Behandlung mit Ethylenoxid oder die Verwendung von Quecksilber (quecksilberhaltiges Soda) sind verboten.

Die erlaubten Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs und/oder die Verarbeitungsprodukte dieser landwirtschaftlichen Zutaten müssen zu mindestens 95% Naturland zertifiziert sein. […] Bei der Berechnung wird das zugesetzte Wasser nicht mit einbezogen. (Kosmetik, o. D.)

Ausführliche Informationen zu den Richtlinien von Naturland findest du hier.

Austria Bio Garantie

„Die Austria Bio Garantie – Landwirtschaft GmbH kontrolliert in Österreich mehr als 12.000 landwirtschaftliche Betriebe und die Austria Bio Garantie GmbH rund 1.500 Verarbeitungsbetriebe und hat internationale Kooperationen mit Kontroll- und Zertifizierungsstellen.“ („Die Unternehmen“, 2019)

Austria Bio Siegel
Das Austria Bio Garantie Siegel für zertifizierte Bio-Kosmetik

Austria Bio zertifiziert Lebensmittel, Kosmetik, Reinigungsmittel, Duftstoffe und Tierpflegemittel.

Austria Bio Garantie setzt folgende Kriterien für ihre zertifizierten Bio-Kosmetikprodukte an („Zertifizierte Biokosmetik“, 2020):

  • Bio-Kosmetik und Naturkosmetikprodukte dürfen nur aus Naturstoffen wie Wasser, pflanzlichen, mineralischen und definierten tierischen Inhaltsstoffen oder deren Gemischen bestehen
  • Mind. 95% der beinhalteten landwirtschaftlichen Rohstoffe müssen aus biologischem Anbau stammen
  • Synthetische Farbstoffe, synthetische Pigmente und Öle, synthetische UV-Filter und Nanopartikel, ethoxylierten Rohstoffe, Silikone, Paraffine und anderen erdölbasierte Inhaltsstoffe sowie gentechnisch veränderte Organismen sind verboten
  • Verbot ionisierender Bestrahlung zur Entkeimung
  • Laut Austria Bio Garantie sind für die Rohstoffgewinnung und -verarbeitung nur „ressourcen- und umweltschonende Methoden“ erlaubt
  • Vom Aussterben bedrohte Arten (Pflanzen, Tiere) sind im Herstellprozess verboten
  • Waschen, Pressen Filtrieren oder mikrobiologische oder enzymatische Prozesse (Fermentation) sind zur Rohstoffbehandlung erlaubt, nur bei Emulgatoren und Tenside dürfen bestimmte, positiv gelistete chemische Modifizierungen zur Herstellung verwendet werden
  • Erlaubte Konservierungsstoffe sind: Naturstoffe wie Alkohol und Vitamin E, naturidente organische Säuren. Diese müssen klar auf der Verpackung deklariert werden.
  • Keine Tierversuche, bestimmte tierische Inhaltsstoffe sind verboten

Warum Bio-Kosmetik?

Welche Vorteile hat Bio-Kosmetik gegenüber konventioneller Kosmetik, oder sogar Naturkosmetik?

Umweltvorteile

Ein Vorteil liegt klar auf der Hand: Die Inhaltsstoffe sind zu einem hohen Anteil pflanzlichen Ursprungs, und ein Mindestanteil der Rohstoffe stammt aus biologischem Anbau (bei COSMOS ORGANIC mindestens 20 %, bei Abspülprodukten 10 %). Das kann Vorteile für die Umwelt haben, da im ökologischen Anbau auf chemisch-synthetische Pestizide verzichtet wird und die Siegel erdölbasierte Inhaltsstoffe in der Regel ausschließen.

Ein weiterer Vorteil von Bio-Kosmetik ist der Verzicht auf Mikroplastik. Dieser Inhaltsstoff diente in konventioneller Kosmetik häufig als Schleifstoff (Zahnpasta) oder zur mechanischen Entfernung von Hautschüppchen (Peelings). Mikroplastik gelangt über das Abwasser in die Umwelt, weil Kläranlagen kleinste Partikel nicht vollständig zurückhalten können. Seit dem 17. Oktober 2023 sind Mikroperlen zum Peelen, Polieren oder Reinigen in der EU verboten. Für abspülbare Kosmetik mit anderem Mikroplastik gilt das Verbot ab dem 17. Oktober 2027, für Leave-on-Produkte ab dem 17. Oktober 2029 (Verordnung (EU) 2023/2055, EU-Kommission).

Mehr zum Thema Mikroplastik kannst du in unserem Beitrag: „Mikroplastik – Die winzige Gefahr“ nachlesen.

Die Kriterien der gängigen Siegel schließen erdölbasierte Kunststoffe als Mikroplastik aus. Das bedeutet nicht, dass hier keine biobasierten Polymere zum Einsatz kommen können. Es ist daher zu empfehlen, die Inhaltsstoffe durchzulesen, um Mikroplastik zu vermeiden.

Mikroplastik in Bio-Kosmetik
An diesen Begriffen erkennst du Mikroplastik in deiner Kosmetik.

Gesundheitliche Vorteile

Neben den Umweltaspekten entscheiden sich manche Menschen für Bio-Kosmetik, weil sie ihnen hautverträglicher erscheint.

Vielleicht hast du dir auch schon mal eine neue Gesichtscreme gekauft, und wurdest nach der ersten Euphorie mit einem Hautausschlag auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Das ist für viele Menschen keine Seltenheit, denn nicht jede Haut verträgt jedes Kosmetikprodukt gleichermaßen. Viele Menschen reagieren mit Allergien auf bestimmte Inhaltsstoffe.

Die Kriterien der Bio-Kosmetik-Siegel schließen bestimmte umstrittene und allergieauslösende Inhaltsstoffe aus, zum Beispiel synthetische Duftstoffe.

Das bedeutet aber nicht, dass du von Bio-Kosmetik nicht auch einen Ausschlag bekommen kannst. Auch Bio-Kosmetik kann Allergien und Hautreaktionen hervorrufen. Denn auch natürliche Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe können Allergien und Unverträglichkeiten hervorrufen.

Manche Menschen berichten, dass ihre Haut beim Wechsel von konventioneller zu Natur- oder Bio-Kosmetik zunächst mit Spannungsgefühl oder Pickeln reagiert. Uns ist keine belastbare Studie bekannt, die eine solche „Umstellungsphase“ belegt. Oft liegt es an einzelnen neuen Inhaltsstoffen, zum Beispiel Duftstoffen oder ätherischen Ölen.

Wenn deine Haut stark oder anhaltend reagiert, setze das Produkt ab und sprich mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt.

Ist Bio-Kosmetik vegan?

Zertifizierte Bio-Kosmetik ist nach den allgemeinen Standards in der Regel ohne Tierversuche hergestellt. Dazu gehört: In der EU ist der Verkauf von Kosmetik, deren Inhaltsstoffe nach dem 11. März 2013 an Tieren getestet wurden, ohnehin verboten (Stiftung Warentest). Von komplett tierversuchsfreien Produkten kann man laut CodeCheck trotzdem nicht sprechen, weil das Verbot Lücken hat, etwa bei Tests nach der Chemikalienverordnung REACH (CodeCheck).

Tierversuchsfrei bedeutet aber nicht, dass sie auch vegan – also frei von tierischen Inhaltsstoffen – ist.

Natur- und Bio-Kosmetik verwendet neben Pflanzenstoffen gerne auch tierische Inhaltsstoffe. Sie sind natürlichen Ursprungs und wertvolle Ersatzstoffe zu synthetischen erdölbasierten Inhaltsstoffen.

Häufig verwendete tierische Inhaltsstoffe sind: Ziegen- und Schafsmilch, Lanolin, Bienenwachs, und der rote Farbstoff Karmin, welcher aus Cochenille-Schildläusen gewonnen wird.

Die Vegan Blume Vegan Siegel
Die Vegan Blume als Siegel für vegane Lebensmittel, Kosmetik- und Reinigungsprodukte.

Nicht alle Natur- und Bio-Kosmetik Siegel schließen außerdem den Einsatz von Rohstoffen aus toten Wirbeltieren (z.B. Emuöl, Nerzöl, Murmeltierfett, tierische Fette, Collagen und Frischzellen) aus.

Wer besonderen Wert auf vegane Bio-Kosmetik legt, muss daher zusätzlich auf bestimmte Tierschutzsiegel achten.

Das bekannteste Siegel für vegane Produkte stammt vom internationalen Verband „The Vegan Society“ mit Sitz in Birmingham. Auch in Deutschland kennen wir die „Vegan Blume“ von vielen veganen Produkte. Dieses Siegel wird für Kosmetik, Lebensmittel, Kleidung und Reinigungsprodukte verwendet. Die Vegan-Blume steht laut The Vegan Society dafür, dass das Produkt keine tierischen Substanzen enthält. (About the Vegan Trademark, o. D.)

Mehr zu Tierschutz-Siegeln und den Standards der Vegan-Blume kannst du in unserem Beitrag „Naturkosmetik einfach erklärt: Definition, Übersicht & FAQ“ nachlesen.

Bio-Kosmetik Marken

Bevor wir über beliebte Bio-Kosmetik Marken sprechen noch ein kleiner Hinweis:

Es müssen nicht immer alle Produkte einer Marke Bio- oder Naturkosmetik sein. Zertifizierungen werden immer je Produkt vergeben, und nicht für alle Produkte eines Herstellers. Somit ist es schwierig „reine“ Bio-Kosmetik-Marken zu nennen. Viele Naturkosmetik-Hersteller bieten zusätzlich Bio-Kosmetik-Produkte an.

Folgende beliebte Hersteller bieten Bio-Kosmetik-Produkte an:

MarkeZertifizierungGehört zu…
BenecosBDIH, COSMOS ORGANIC cosmondial GmbH & Co. KG
WeledaNatrueWeleda AG
NeobioNatrueLogocos (2018 bis 2023 L’Oréal, seit 2023 CoBe Capital)
Martina GebharddemeterMG Naturkosmetik GmbH
Dr. Hauschkademeter, NatrueWala
SanteNatrue, eigenes Bio-SiegelLogocos (2018 bis 2023 L’Oréal, seit 2023 CoBe Capital)
LogonaNatrue, BDIH, eigenes Bio-SiegelLogocos (2018 bis 2023 L’Oréal, seit 2023 CoBe Capital)
SanofloreCosmebioL’ORÉAL Deutschland GmbH
LaveraNatrue, Vegan-Blume, Bio-LabelLaverana
alverdeNatrue, Vegan-Blumedm-drogerie markt GmbH + Co. KG
AlterraNatrue, Vegan-BlumeDirk Rossmann GmbH
Pure Skin FoodAustria BioNiceshops und No Planet B GmbH
Love Me GreenEcocert Organic CosmeticEVOLVE GmbH & Co KG
Marken mit Bio-Kosmetik-Produkten.


Hinweis: Die Tabelle beruht auf einer Recherche von 2020/21. Logocos (Logona, Santé, Neobio, Heliotrop) wurde 2023 von L’Oréal an CoBe Capital verkauft (LTO). Zertifizierungen werden je Produkt vergeben, prüfe sie bitte auf der Verpackung. Ein „eigenes Bio-Siegel“ ist ein herstellereigenes Kennzeichen und keine unabhängige Zertifizierung.

Du kennst noch weitere gute Bio-Kosmetik-Marken? Dann schreib sie uns gerne in die Kommentare!

Bio-Kosmetik bei dm und Rossmann

Auch in den beiden beliebten Drogeriemärkten dm und Rossmann gibt es bereits eine gute Auswahl an Bio-Kosmetik-Produkten. So zum Beispiel von den Marken Lavera, alverde (dm) und Alterra (Rossmann), Weleda, Sante, Bio:Vegane.

Wichtig ist hier wiederum, dass du auf die entsprechenden Zertifizierungen achtest und auf den Hinweis, dass das jeweilige Produkt Bio-Kosmetik ist bzw. einen Anteil an Bio-Inhaltsstoffe besitzt.

Eine klare reine Bio-Kosmetik-Marke habe ich bei Rossman und dm bisher noch nicht gefunden.

Bio-Kosmetik für Kinder

Auch für Kinder gibt es eine Reihe von Bio-Kosmetik Produkten. Unter anderem haben Lavera, Weleda, und Martina Gebhard spezielle Bio-Kosmetik Pflegeprodukte für Kinder und Babys. Es gibt im Bereich der Baby- und Kinderpflege aber noch weitere spannende Marken und Produkte.

Hier findest du eine Auswahl von zertifizierten Bio-Kosmetik Produkten bei ecco-verde.de: Zur Auswahl an Bio-Kosmetik für Kinder. (*Affiliate Link)

Bio-Kosmetik für Männer

Selbstverständlich gibt es auch speziell für Männer Pflegeprodukte in Bio-Qualität. Die auf Männer abgestimmte Bio-Kosmetik hat meist einfach andere ätherische Duftstoffe.

Die meiste Bio-Kosmetik ist aber eigentlich Unisex und kann sowohl von Männern und Frauen verwendet werden. Und wer sagt eigentlich, dass herbere Düfte nur von Männern und süßere Düfte nur von Frauen verwendet werden dürfen? Greife einfach zu dem Produkt, dass dich am meisten anspricht.

Trotzdem gibt es natürlich Bio-Kosmetik die in Design und Geruch eher Männer als Zielgruppe hat. Eine Auswahl an zertifizierter Bio-Kosmetik für Männer findest du z.B. hier bei ecco-verde.de. (*Affiliate Link)

Besonders gerne mögen wir die Produkte von i+m aus der Wild Life for Men Reihe. (*Affiliate Link)

Bio-Kosmetik im Glas: Verpackungen mit weniger Plastik

Plastik ist leider das am meisten genutzte Verpackungsmaterial weltweit. Die Vorteile aus Herstellersicht liegen dabei auf der Hand: Es ist bruchsicher, leicht, langlebig, und günstig in der Produktion.

Die Nachteile für die Umwelt sind dafür erheblich.

Die häufigsten Abfälle an ausgesuchten Küstenlinien sind neben Plastik-/Polystyrol-Stücke, Zigaretten, Plastiktüten, Plastikflaschen und -deckeln auch Plastikverpackungen (z.B. von Sonnencremes, Bodylotions, Shampoos & Co.).

Nur zu häufig landet Plastik nicht im Müll, sondern in der Natur. Und selbst wenn Plastik im Müll landet: Laut OECD wurden 2019 weltweit nur rund 9 % des Plastikmülls tatsächlich recycelt (Circular Online). Und dabei kann Plastikmüll in Statistiken bereits als recycelt zählen, wenn er ins Ausland verschifft wurde. Deutschland ist EU-weit der größte Exporteur von Kunststoffabfällen und lag 2025 laut Statista auch weltweit an der Spitze (Statista, NABU). In einigen Ländern, die unseren Plastikmüll aufnehmen, wird er laut NABU nicht vollständig recycelt, sondern teilweise illegal verbrannt oder auf Deponien und in der Natur entsorgt (NABU). Von dort können Schadstoffe und leichte Plastikteile in die Umwelt gelangen. (Hartmann, 2020, 13. Juni)

Mehr zum Thema Plastikmüll und den Auswirkungen auf unsere Umwelt kannst du in unserem Beitrag „Unsere Plastikkrise – Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Plastikatlas 2019“ lesen.

Wie du siehst, ist es eine sinnvolle Sache Plastikverpackungen möglichst zu reduzieren.

Auch wenn die Produktion von Glas nicht die beste Umweltbilanz hat, so ist hier immerhin die Recyclingquote sehr gut und Glas kann immer wieder eingeschmolzen und zu neuem Glas weiterverarbeitet werden.

Falls du also Bio-Kosmetik kaufen, und auch auf Plastikverpackungen verzichten möchtest, kannst du dich freuen! Denn mittlerweile gibt es immer mehr Hersteller, die versuchen ihre Verpackungen auf Plastikalternativen umzustellen, oder zumindest den Anteil an Plastik bei ihren Verpackungen reduzieren möchten.

Wir haben dir bei ecco-verde eine Auswahl von Bio-Kosmetik mit plastikfreier oder plastikreduzierter Verpackung zusammengesucht: Hier geht es zur Auswahl. (*Affiliate Link)

Quellenverzeichnis

Hartmann, C. (2020, 20. September). Naturkosmetik einfach erklärt: Definition, Übersicht & FAQ. fairlis.de. https://www.fairlis.de/post/naturkosmetik/

Hartmann, C. (2020, 13. Juni). Unsere Plastikkrise – Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Plastikatlas 2019. Abgerufen am 21. Dezember 2020, von https://www.fairlis.de/post/unsere-plastikkrise-die-wichtigsten-erkenntnisse-aus-dem-plastikatlas-2019/

Demeter-Naturkosmetik | Demeter e.V. (o. D.). demeter. Abgerufen am 15. November 2020, von https://www.demeter.de/lebensmittel-produkte/naturkosmetik

COSMOS-ORGANIC | COSMOS-NATURAL | Zertifizierung Kosmetikprodukte, Bestandteile. (o. D.). COSMOS. Abgerufen am 15. November 2020, von https://www.cosmos-standard.org/cosmos-certification?lang=de

Ecocert IMO – Cosmetics. (o. D.). Ecocert. Abgerufen am 15. November 2020, von https://www.ecocert-imo.ch/logicio/pmws/indexDOM.php?client_id=imo&page_id=cosmetics&lang_iso639=en

About the Vegan Trademark. (o. D.). The Vegan Society. Abgerufen am 15. November 2020, von https://www.vegansociety.com/your-business/about-vegan-trademark

Kosmetik. (o. D.). Naturland. Abgerufen am 24. November 2020, von https://www.naturland.de/de/naturland/richtlinien/richlinien-verarbeitung/568-kosmetik.html

NATRUE-Kriterien. (o. D.). NATRUE. Abgerufen am 15. November 2020, von https://www.natrue.org/de/our-standard/natrue-criteria/

Coenen, S. (2017, 8. Februar). Siegel Wahnsinn. Organic Sunday. https://organicsunday.de/wieviel-bio-ist-in-meiner-naturkosmetik

Amazingy – Natural & Organic Beauty Boutique. (o. D.). Soil Association Bio Kosmetik Zertifizierung. Abgerufen am 15. November 2020, von https://amazingy.com/de/soil-association-zertifiziert.html

Soil Association Naturkosmetik Zertifizierung | Cosmos | Odylique. (o. D.). Odylique. Abgerufen am 15. November 2020, von https://odylique.de/uber-uns/was-uns-besonders-macht/unsere-zertifikate.html

Wirag, H. B. (2020, 1. Juli). Echte Naturkosmetik erkennen: So schützen Sie sich vor Greenwashing. Oekotest.de. https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Echte-Naturkosmetik-erkennen-So-schuetzen-Sie-sich-vor-Greenwashing_10795_1.html

Zertifizierte Biokosmetik. (2020, 10. September). Abgerufen am 21. Dezember 2020, von https://www.eza.cc/zertifizierte-biokosmetik

Die Unternehmen. (2019, 4. April). Abgerufen am 21. Dezember 2020, von https://www.abg.at/das-unternehmen/

ABG-Bio-Standards. (2020, 17. März). Abgerufen am 21. Dezember 2020, von https://www.abg.at/bestimmungen-zu-bio/abg-bio-standards/

Klare Sache bei unreiner Haut: Beauty-Tipps von lavera Naturkosmetik. (o. D.). Abgerufen am 21. Dezember 2020, von https://www.lavera.de/beratung/hauttypen/unreine-haut

Soil Association, Beauty and wellbeing certification (COSMOS) https://www.soilassociation.org/for-business/soil-association-certification/organic-certification/beauty-and-wellbeing/apply/

Lebensmittel Praxis, Warenverkaufskunde Naturkosmetik (2018) https://lebensmittelpraxis.de/warenkunden/21131-warenverkaufskunde-naturkosmetik.html

Stiftung Warentest, Vergleich Naturkosmetik-Gesichtscremes https://www.test.de/Naturkosmetik-Gesichtscreme-im-Test-4174455-4174462/

DIE PTA IN DER APOTHEKE, Sonderheft Kosmetik https://www.diepta.de/pta_files/news/document/PTA_Sonderheft_21_22_23.pdf

Utopia, BDIH Kontrollierte Naturkosmetik https://utopia.de/siegel/bdih-kontrollierte-naturkosmetik/

CodeCheck, Erdöl in Kosmetik https://www.codecheck.info/news/Hinter-diesen-Inhaltsstoffen-Deiner-Kosmetik-steckt-Erdoel-152180

EU-Kommission, Beschränkung von Mikroplastik ab dem 17. Oktober 2023 https://trade.ec.europa.eu/access-to-markets/de/news/beschraenkung-von-mikroplastik-der-eu-ab-dem-17-oktober-2023

Stiftung Warentest, Tierversuche für Kosmetika https://www.test.de/Tierversuche-fuer-Kosmetika-Fuer-Creme-und-Co-sind-Tests-an-Tieren-verboten-4767594-4767624/

CodeCheck, Tierversuche in der Kosmetikindustrie https://www.codecheck.info/news/Tierversuche-in-der-Kosmetikindustrie-Wie-weit-greift-das-Verbot-288220

Circular Online, OECD Global Plastics Outlook https://www.circularonline.co.uk/news/9-of-global-plastic-waste-is-recycled-while-22-is-mismanaged-oecd/

Statista, Volumen der Plastikmüllexporte https://de.statista.com/infografik/36375/volumen-der-plastikmuellexporte-nach-laendern/

NABU, Export von Plastikabfällen https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/26205.html

LTO, L’Oréal verkauft Logocos an CoBe Capital https://www.lto.de/recht/kanzleien-unternehmen/k/loreal-verkauf-naturkosmetik-logocos-sante-logona-heliotrop

Europäisches Verbraucherzentrum, Neue EU-Regeln gegen Greenwashing https://www.evz.de/aktuelles/pressemitteilungen/greenwashing/

Richtlinie (EU) 2024/825 (EUR-Lex) https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32024L0825

IHK München, Green Claims https://www.ihk-muenchen.de/green-claims/

IHK Dresden, Neue gesetzliche Anforderungen für Werbung mit Umweltaussagen https://www.ihk.de/dresden/servicenavigation/presse-publikationen/meldungen/neue-gesetzliche-anforderungen-7174388

Handelskammer Hamburg, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen https://www.handelskammer-hamburg.de/nachhaltigkeit-mobilitaet/energie-und-umwelt/strengere-regeln-fuer-umwelt-und-nachhaltigkeitsaussagen-7052700

IHK Schleswig-Holstein, Umweltaussagen https://www.ihk.de/sbh/umweltaussagen-aenderungen-der-ucp-richtlinie2-7061664

IHK Köln, Greenwashing https://www.ihk.de/koeln/hauptnavigation/recht-steuern/recht/nl-20240411-greenwashing-6117032



Über Caro

Caro ist Mitgründerin von fairlis und hauptverantwortlich für unseren Content. Mit 16 Jahren Erfahrung in der Internetbranche weiß sie genau, wie und wo man seriöse Quellen findet und Greenwashing von echter Nachhaltigkeit unterscheiden kann. Mittlerweile hat Caro ihren Instagram-Algorithmus so gut trainiert, dass ihr kein interessanter Nachhaltigkeitstrend (und kein lustiges Katzenvideo) mehr entgeht. Nach stundenlanger Recherche packt sie die interessantesten Themen, Tipps und Fakten für dich in ihre kompakten, aber wissensbepackten Artikel.



Kommentare

  1. Ada

    Danke für den Beitrag zur Bio-Kosmetik. Ich bin schon länger auf der Suche nach weiteren Informationen hierzu. Der Beitrag hilft mir wirklich sehr!

    1. Caro

      Das freut mich sehr! 🙂
      Danke Ada!

      Liebe Grüße
      Caro

  2. Kira N.

    Vielen Dank für diesen Beitrag zu Bio-Kosmetik. Interessant, dass darin mindestens 95% pflanzliche Inhaltsstoffe enthalten sein müssen. Ich werde mich mal im Kosmetikstudio beraten lassen, ob bei meiner Haut ein Umstieg auf Bio-Kosmetik sinnvoll ist.

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Absenden deines Kommentars werden dein Name, deine E-Mail-Adresse und dein Kommentar gespeichert. Weitere Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.