Duschende Frau mit Shampoo in den Haaren

Naturkosmetik für die Haare: Was ist drin in Naturkosmetik Shampoo, Spülungen & Co.

Eine Frau betrachtet gefrustet ihre struppige, störrische Haarpracht. Sie greift zu einem neuen Haarpflegeprodukt, welches plötzlich den Weg in ihr Badezimmer gefunden hat. Sie betrachtet es neugierig, und geht damit duschen. Das Produkt duftet offensichtlich wunderbar und das Shampoonieren macht ihr große Freude. Sie steigt aus der Dusche, föhnt ihr Haar, und schüttelt danach überglücklich ihre instant wallende, kräftige und glänzende Mähne.

“Repariertes, revitalisiertes Haar.”

Solche klassischen Szenen der Shampoo & Conditioner Werbung kennen wir wohl alle. Dabei sind Haare hauptsächlich eins: Tote Hornzellen. Klingt nicht sexy – ist aber so! Ich möchte keine Spielverderberin sein, aber diese abgestorbenen Hornzellen lassen sich nicht wirklich mit einer einzigen Haarwäsche “revitalisieren“.

Gepflegtes Haar beginnt in der Wurzel, und eine geschädigte Haarstruktur muss sich über Monate erholen.

Was unsere Haare nach einer einzigen Haarwäsche glänzend weich macht, sind nicht die Nährstoffe im Shampoo, die das Haar stärken: Es sind meist erdölbasierte Silikone, die sich auf die Haare legen und sie wortwörtlich “abdichten“. Damit erscheint das Haar instant weich, glatt und glänzend.

Und genau diesen Effekt vermissen wir, sobald wir silikonfreie Produkte verwenden. Nur zu schnell greift mensch dann verzweifelt wieder zum konventionellen Shampoo mit Silikon, weil wir denken, unsere Haare sind plötzlich ausgetrocknet.

Was vielen nicht bewusst ist: Damit schaden wir unserem Haar immer mehr, denn das Abdichten wirkt nicht nur auf die Haare, sondern auch auf der Kopfhaut. Silikone bleiben auch nach dem Ausspülen der Produkte in unseren Haaren zurück, und durch das ständige Verwenden silikonhaltiger Produkte kann sich unsere Kopfhaut schlechter selbst regulieren, und trocknet aus (Build-Up-Effekt). Ergo verwenden wir noch mehr entsprechende Produkte – und der Teufelskreis beginnt.

Konventionelle Shampoos enthalten nicht nur Silikone, sondern auch viele weitere schädliche Inhaltsstoffe wie kritische Konservierungsmittel (zum Beispiel Parabene), gesundheitsschädliche Duftstoffe und Farbstoffe, die die Umwelt schädigen.

Es kann sich also lohnen, der Umwelt und der eigenen Gesundheit zuliebe, den Switch auf Naturkosmetik-Produkte zu wagen (und zudem die Haare viel weniger mit Haarpflegeprodukten, Hitze & Co. zu behandeln).

Zugegeben: Der Umstieg kann etwas dauern, da deine Kopfhaut erst wieder lernen muss, sich selbst richtig zu regulieren. Langfristig wirst du dafür aber mit gesundem Haar “von der Wurzel bis in die Spitzen” belohnt.

Naturkosmetik Shampoos, Conditioner und Haarkuren schneiden auch bei Tests von Ökotest um Längen besser ab als ihre konventionellen Wettbewerber.

Aber was ist nun drin in Naturkosmetik-Shampoo, Naturkosmetik-Conditionern und Naturkosmetik-Haarkuren? Auf welche Inhaltsstoffe wird verzichtet, und wieso? Welche Inhaltsstoffe kommen stattdessen zum Einsatz? Und sind die Naturkosmetik-Alternativen wirklich besser, als die konventionellen Haarpflege-Produkte?

Wir haben uns das mal genauer angesehen und recherchiert, welche Naturkosmetik-Haarpflege es gibt und welche Vorteile und Nachteile sie gegenüber den konventionellen Alternativen haben. Außerdem haben wir uns angesehen, wie Naturkosmetik-Haarpflege im Vergleich zu konventionellen Haarpflege-Produkten bei Ökotest Testreihen abschnitten.

Let’s go.

Quickie-Wissen Naturkosmetik Shampoos, Conditioner, Haarkuren

Falls du keine Lust oder Zeit hast, dir den ganzen Artikel durchzulesen, findest du hier die wichtigsten Punkte in unserem Quickie-Wissen:

  • Gesundes Haar kommt vor allem von einer gesunden Kopfhaut, einer ausreichenden Versorgung mit Nährstoffen und Mineralien (z.B. Omega-3, Zink, Eisen, etc.) über die Ernährung, und einem ausgeglichenen Hormonhaushalt. Außerdem spielt auch der Säure-Basen-Haushalt eine wichtige Rolle für gesundes, glänzendes Haar.
  • Selteneres Haare waschen & stylen und der Switch auf Naturkosmetik hilft deiner Kopfhaut sich selbst zu regulieren und führt langfristig zu gesünderen, schöneren Haaren. Gib deinen Haaren etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen (das kann einige Wochen in Anspruch nehmen) – du wirst es nicht bereuen!
  • Der Hauptbestandteil jedes Shampoos, Conditioners und jeder Haarkur ist Wasser. Danach kommen Tenside, Konservierungsmittel, Duftstoffe und Farbstoffe.
  • Konventionelle Shampoos, Conditioner und Haarkuren enthalten zudem in der Regel Silikone, Komplexbildner, Puffer und UV-Absorber zum Einsatz.
  • Silikone blockieren die Selbstregulation der Kopfhaut und bleiben immer zu einem Teil im Haar und auf der Kopfhaut zurück. Der “Build-Up-Effekt” sorgt dafür, dass wir das Gefühl haben, immer mehr Haarpflege mit Silikonen zu benötigen, um das “weiche Haargefühl” zu bekommen.
  • Außerdem geraten Silikone, andere synthetische Polymere, kritische Konservierungsmittel und fortpflanzungsschädigende Duftstoffe über unser Abwasser in die Umwelt und können dort nur schwer bzw. nicht biologisch abgebaut werden.
  • Naturkosmetik verzichtet auf kritische und toxische Konservierungsmittel, Duftstoffe und Farbstoffe und setzt auf natürliche Pflege durch Pflanzenöle und Proteine, anstatt auf Silikone. Die Kopfhaut wird nicht verstopft und kann die Talgproduktion selbst regeln. Dies führt zu langfristig gesundem, gepflegtem Haar.
  • Ökotest testete diverse Naturkosmetik Shampoos, Haarkuren und Spülungen immer mit “sehr gut” – konventionelle Hersteller schnitten hingegen mit “ungenügend” ab. Mit Naturkosmetik Haarpflege tust du deiner Gesundheit, deinen Haaren und der Umwelt einen gefallen.

Die richtige Haarpflege

Frau greift sich in lange Haare

Ob wir es nun zugegeben wollen oder nicht: Schön gepflegte Haare sind für viele Menschen ein Zeichen von Hygiene und Attraktivität. Eine bestimmte Frisur kann außerdem ein Ausdruck unserer Individualität sein, oder uns anderen Menschen zugehöriger fühlen lassen.

Wir wollen unsere Haare möglichst gut pflegen, und haben dafür immer mehr Produkte zur Auswahl. Und das, obwohl das erste seifenfreie Shampoo erst 1933 von der Firma Schwarzkopf auf den Markt gebracht wurde. Cleveres Marketing lässt uns außerdem glauben, dass wir all diese Produkte auch ganz bestimmt brauchen!

“Für die Haarpflege wird in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern mehr Geld ausgegeben, als für die Hautpflege.”

(Dambacher, 2015, S. 136)

Dabei kommt gesundes Haar vor allem von einer gesunden Kopfhaut, einer ausreichenden Versorgung mit Nährstoffen und Mineralien über die Ernährung, und einem ausgeglichenen Hormonhaushalt. Außerdem spielt auch der Säure-Basen-Haushalt eine wichtige Rolle für gesundes, glänzendes Haar.

Leider mögen es unsere Haare einfach nicht, ständig gewaschen, geföhnt, gefärbt und gestylt zu werden. Was wir häufig gekonnt ignorieren, und die verursachten Schäden lieber mit noch mehr Produkten “reparieren“.

Wie oft du deine Haare waschen solltest, hängt ganz von deinem Haartyp ab. Normales Haar musst du nur etwa alle drei bis fünf Tage waschen. Trockenes Haar kannst du sogar noch seltener waschen. Fettiges Haar kann mehr Haarwäschen benötigen. Hier darfst du aber nicht verwechseln, ob dein Haar von sich aus fettig ist (weil deine Kopfhaut viel Talg produziert) oder ob du es durch übermäßige Pflege oder Reste deiner Styling-Produkte auf der Kopfhaut aus dem Gleichgewicht gebracht hast.

Eine kleine “Styling-Detox-Kur” tut deinem Haar gut und hilft dir herauszufinden, was deine natürliche, sich selbst regulierende Haarstruktur überhaupt an Pflege benötigt. Selteneres Waschen mit Naturkosmetik-Shampoos hilft, dass sich die Talgproduktion deiner Kopfhaut wieder regulieren kann. Es kann durchaus sein, dass deine Haare zu Beginn etwas mehr fetten, bis sie verstanden haben, dass sie doch etwas übermotiviert waren.

Die richtige Haarpflege von Innen

Viel wichtiger als die Pflege, die wir von Außen auf unsere Haare geben, ist die Pflege von Innen – also über die Ernährung, oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel.

Unsere Haare bestehen aus einem sichtbaren Teil – also das was ab der Kopfhaut als Haare äußerlich zu sehen ist – und einem unsichtbaren Teil – der Haarwurzel.

Diese Haarwurzel ist vom sogenannten Haarfollikel umgeben, in dem sich auch die Talgdrüse befindet. Dieser Haarfollikel wird zusammen mit der Haarwurzel als Haarzwiebel bezeichnet. Sie wird über Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt, die für das Haarwachstum wichtig sind.

Um deine Haare also wirklich zu revitalisieren und von Grund auf zu reparieren ist es wichtig, über deine Ernährung die entsprechend relevanten Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum aufzunehmen.

Wichtige Nährstoffe für deine Haare sind unter anderem:

  • Zink
  • Eisen
  • Omega 3
  • Biotin
  • Vitamin C
  • Vitamin E

Disclaimer: Da wir keine Ernährungsberater*innen sind, werden wir auf die einzelnen Nährstoffe nicht genauer eingehen. Wir möchten dich dazu motivieren, dir bei Problemen mit deinen Haaren eine entsprechende professionelle Beratung zu suchen, die dir im Detail die einzelnen Nährstoffe erklärt und dir auch zeigt, wie du diese Nährstoffe in deine Ernährung integrieren kannst. Falls du starke Probleme mit Haarausfall oder andere Probleme mit deinen Haaren hast, konsultiere bitte einen Arzt / eine Ärztin. Auch hormonelles Ungleichgewicht oder bestimmte Mangelerscheinungen können Probleme mit Haarausfall oder mit geringem Haarwachstum zusammenhängen. Unser Artikel soll keine professionelle Beratung ersetzen. Wir sprechen daher keine Empfehlungen aus.

Naturkosmetik Shampoo

Viele Jahrzehnte forschte die Naturkosmetik-Branche, um 2003 erstmals eine funktionierende zertifizierte Naturkosmetik-Alternative zu herkömmlichen Shampoos auf den Markt zu bringen.

Wobei “funktionierend” hier nicht ganz zutraf: Schaumloses Waschen und danach schlecht kämmbares und struppiges Haar war früher häufig das Resultat nach einer Haarwäsche mit Naturkosmetik-Shampoo. Da auf dieses Wascherlebnis niemand scharf ist, hat das den Ruf von Naturkosmetik-Shampoos erstmal nachhaltig zerstört.

Zum Glück hat sich seither einiges getan, und Naturkosmetik-Shampoos müssen sich nicht mehr hinter ihren konventionellen Kollegen verstecken.

Mit Schaum – aber ohne Silikone – sind die Haare nach der Wäsche kämmbar, glatt, sauber und glänzend.

Der Vorteil von Naturkosmetik-Shampoos im Vergleich zu ihren konventionellen Kollegen: Sie konzentrieren sich vor allem auf die Gesunderhaltung von Haaren und Kopfhaut und verzichten daher auf viele schädliche Inhaltsstoffe.

Was ist drin in konventionellem Shampoo vs. Naturkosmetik Shampoo

Der Hauptbestandteil jedes Shampoos ist Wasser. Neben Wasser enthalten Shampoos Inhaltsstoffe, die speziell zur Reinigung der Haare dienen. Das sind die sogenannten Tenside.

Um das Shampoo haltbar zu machen, kommen Konservierungsmittel zum Einsatz, die das Shampoo lange haltbar machen. Außerdem sind in den meisten Shampoos Duftstoffe und Farbstoffe enthalten, um das Wascherlebnis und die Optik entsprechend positiv zu gestalten.

Konventionelle Shampoos enthalten zudem in der Regel Silikone, Komplexbildner, Puffer und UV-Absorber. Puffer regulieren den pH-Wert. Komplexbildner verhindern unerwünschte Reaktionen verschiedener Inhaltsstoffe miteinander. UV-Absorber stabilisieren die Farbstoffe im Shampoo und verhindern deren Zersetzung durch UV-Licht. (Wikipedia-Autoren, 2004) Silikone machen die Haare weich und glänzend.

Die Naturkosmetik setzt hingegen auf die Kraft der Natur, um entsprechende Eigenschaften zu erreichen.

Welche Inhaltsstoffe stecken in Shampoos

Fun Fact: Seit 2017 darf dank einer europaweiten ISO-Norm “Wasser” als natürliche Zutat zugeordnet werden. Das heißt, dass Hersteller bei Produkten mit einem hohen Wasseranteil auf das Produkt zum Beispiel „97 % Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs“ schreiben dürfen. Das passiert auch sehr häufig bei Shampoos, Spülungen und Waschgels. (Wirag, 2020)

Lass uns im Folgenden mal genauer auf die wichtigsten Inhaltsstoffe in Shampoos schauen.

Tenside

Tenside sind waschaktive Substanzen. Sie sind für den Schaum verantwortlich, den wir bei allen Seifen, Shampoos, Zahnpasten und Duschlotionen kennen, erwarten und lieben. Außerdem kümmern sie sich darum, dass sich Fette und Wasser zu einer Emulsion verbinden und so Schmutz und Fette von unseren Haaren (und unserer Haut) lösen.

Schaum wird von uns Menschen gerne mit “Reinigung” und “Sauberkeit” gleichgesetzt. Ohne Schaum wird’s nicht richtig sauber. Denken wir zumindest.

Tenside kommen daher nicht nur in Shampoos und Duschlotionen zum Einsatz: Auch in Industriereinigern, Autowaschmitteln, Backofenreinigern, Rasierschäumen und Gesichtsreinigern sind sie enthalten.

Zu den ursprünglichen Tensiden gehören Seifen aus tierischen oder pflanzlichen Fetten und basischen Laugen. Sie sind am verträglichsten, haben aber nicht so viel Waschkraft, wie die mittlerweile verfügbaren synthetischen Tenside auf Erdölbasis (Witte, 2019, S. 27–30).

Nicht nur die vierfache Waschkraft macht synthetische Tenside so attraktiv für Hersteller: Sie sind auch noch super günstig im Einkauf. Leider haben diese günstigen, synthetischen Tenside nicht nur Vorteile, sondern auch unschöne Nachteile.

Tenside in konventionellem Shampoo

Konventionelle Shampoo-Hersteller setzen meist Polyethylenglykole oder PEG bzw. PEG-Derivate ein. Viele (nicht alle) erkennst du auf der INCI-Liste an dem Zusatz „PEG“.

Die am häufigsten eingesetzten synthetischen Tenside sind die sogenannten Sodium Laureth Sulfate (SLES). Sie gehören ebenfalls zu den PEG, sind besonders günstig und haben eine extrem hohe “Schaumkraft”. Für den Endverbraucher sind sie aber nicht ganz unbedenklich:

Sodium Laureth Sulfate stehen im Verdacht durch Reaktion mit anderen Inhaltsstoffen möglicherweise krebserregende Stoffe wie Nitrate und Dioxine zu bilden. Zwar gibt es einen Grenzwert von Dioxinen für Shampoos & Co. – es ist aber nicht ganz klar, ob diese kleine Mengen nicht doch gesundheitsschädlich sein könnten.

Zudem können SLES durch die starke Reinigungskraft die Haut reizen und Allergien auslösen. Sie wirken auf Haut und Haare außerdem stark austrocknend und stehen im Verdacht sich in Muskeln, Leber und Gehirn abzulagern. (Icha & Düringer, 2017, S. 34–35)

Auch Öko-Test wertet die Sodium Laureth Sulfate als “nicht empfehlenswert“. Sie kritisieren PEG/PEG-Derivate, da sie die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. (Öko Test, 2021, S. 126)

Tenside in Naturkosmetik-Shampoo

Auch in Naturkosmetik-Shampoos kommen Tenside zum Einsatz, allerdings wesentlich mildere und verträglichere, als in konventionellem Shampoo. Zudem dürfen in Naturkosmetik nur Derivate (Tenside) verwendet werden, die aus Naturmaterialien stammen.

So zum Beispiel: Coco Glucoside, Disodium Cocoyl Glutamate, Sodium Cocoyl Glutamate, Sodium Coco Sulfate, Betaine, Lauryl Glucoside, Ammonium Lauryl Sulfate.

Gute und böse Tenside in Shampoos

Weitere Alternativen zu Tensiden sind Lavaerde, Aktivkohle, Heilerde und Kieselsäure. Diese sind in ihrer Anwendung allerdings nicht zu vergleichen mit konventionellen Shampoos, und sicherlich auch nicht unbedingt jedermenschs Geschmack.

Rückfettende Substanzen

Wie wir nun gelernt haben, bestehen Shampoos zu einem Großteil aus Tensiden. Diese wirken reinigend und führen dazu, dass sich Fett mit Wasser vermengt und somit abgewaschen werden kann. Das wiederum führt dazu, dass unsere Haut und Haare stark entfetten und austrocknen.

Wir wollen zwar sauberes, aber keinesfalls trockenes, sprödes Haar. Um dieses Problem zu lösen werden Shampoos sogenannte “rückfettende Substanzen” (Rückfetter, Rückfettungsmittel) zugesetzt.

In konventionellen Shampoos werden häufig Paraffine als Rückfetter eingesetzt. Paraffine sind Weißöle, welche aus Erdöl hergestellt werden. Das Erdöl wird so stark gefiltert, dass am Ende ein durchsichtiges Öl übrig bleibt. Davon abgesehen, sind Paraffine absolut vergleichbar mit Benzin oder Diesel. Paraffine sind quasi pures Fett und sollen Haut und Haare vor Austrocknung schützen und angenehm weich machen. Neben Silikonen sorgen sie also für weiches und glattes Haar. Sie wirken zudem antistatisch, und verleihen dem Haar einen schönen Glanz. Wie alle erdölbasierten Inhaltsstoffe sind sie sehr günstig im Einkauf und werden daher von vielen konventionellen Herstellern verwendet. (Witte, 2019, S.54-55 ).

Da erdölbasierte Produkte bei der Produktion zwar günstig sind, aber hohe Mengen CO2 und Umweltressourcen verbraucht und verschmutzt werden, verzichtet Naturkosmetik auf solche Inhaltsstoffe.

In Naturkosmetik Shampoos werden daher pflanzliche Öle und Wachse als Rückfetter eingesetzt.

Konservierungsmittel

Häufige Konservierungsstoffe in konventionellen Shampoos sind Formaldehyde und Parabene. Beide Gruppen stehen in Verdacht, Schleimhäute zu reizen und krebserregend zu sein. Vor allem Parabene haben einen besonders schlechten Ruf, da sie sich angeblich auch im Körper anreichern können. Viele konventionelle Hersteller haben bereits reagiert und deklarieren auf ihren Shampoos “ohne Parabene”, was an sich schon begrüßenswert ist. Dennoch werden sie in vielen konventionellen Shampoos weiterhin verwendet.

Parabene erkennst du in der INCI Liste an folgenden Begriffen:

  • Butylparaben
  • Hydroxybezoesäure
  • Isobutylparaben
  • Isopropylparaben
  • Metagin
  • Oxybenzoesäure
  • Phenylparaben
  • Propagin
  • PHB

Formaldehyde sehen wir als noch kritischere Konservierungsmittel in Shampoos. Sie gelten als hochgradig krebserregend und sollten daher keinesfalls ihren Weg in dein Shampoo und damit auf deine Kopfhaut finden.

Du erkennst Formaldehyde in der INCI Liste an folgenden Begriffen:

  • 2-Bromo-2-nitropropane-1,3-diol
  • 2,4-Imiazolidinedione
  • 5-Bromo-5-nitro-1,3-dioxane.
  • Bronopol, Quaternium-15
  • DMDM Hydantoin
  • Diazolidinyl Urea
  • Imidazolidinyl Urea
  • Methenamine
  • Sodium Hydroxymethylglycinate

Quelle (Funk, 2019)

Müssen wir außerdem noch darauf eingehen, dass es absolut schädlich ist, wenn diese Stoffe über unser Abwasser in der Natur landen? Ich denke nicht.

Der “Vorteil” dieser konventionellen Konservierungsmittel liegt für Hersteller leider auf der Hand: Sie sorgen bei konventionellen Shampoos für eine lange Haltbarkeit. Oder sollten wir besser sagen: eine unendlich lange Haltbarkeit. So können Hersteller ihre produzierten Shampoos ohne Probleme und Verluste eine lange Zeit lagern.

In Naturkosmetik Shampoos werden oben genannte kritische Konservierungsmittel zum Glück nicht eingesetzt. Stattdessen kommen ätherische ÖleSorbit, Glycerin und andere antioxidativ wirkende Stoffe als natürliche Konservierungsmittel zum Einsatz. (Quelle: P. 2020 Bio Shampoo – das sind die Vorteile und Nachteile )

Diese natürlichen Konservierungsmittel schonen die Umwelt und sind für deine Gesundheit unbedenklich. Der “Nachteil” natürlicher Konservierungsmittel: Die Haltbarkeit ist kürzer wie bei den konventionellen Konservierungsstoffen. Wobei hier “kürzer” wenige Monate bis Jahre bedeutet – und wer hat ein Shampoo schon so lange unbenutzt rumliegen?

Silikone

Um das Haar schön geschmeidig, glänzend und kämmbar zu machen kommen in konventionellen Shampoos sogenannte “Silikone” zum Einsatz. Silikone sind farblose Kunststoffe die aus Erdöl produziert werden und aus Verbindungen von Silizium, Sauerstoff, Kohlen- und Wasserstoff bestehen. Sie sorgen für den geliebten “instant smooth”-Effekt nach dem Haarewaschen und machen uns regelrecht “süchtig” nach diesem Gefühl geschmeidiger, gepflegter Haare.

Der Nachteil: Silikone beschweren das Haar und lassen es zwar glänzend weich aussehen, aber nehmen ihm auch Volumen und Leichtigkeit. Zudem dichten Silikone nicht nur deine Haare, sondern auch deine Kopfhaut ab. So kann sich deine Kopfhaut nicht mehr selbst regulieren, trocknet unter der “Abdichtung” aus und die Haare wirken noch trockener. Da immer ein Rest an Silikonen im Haar zurückbleibt, kommen bei jeder Verwendung noch mehr Silikonrückstände dazu. Es beginnt ein Teufelskreis (der sogenannte “Build-Up-Effekt”), der sich nur schwer wieder durchbrechen lässt.

Silikone sind nicht nur schlecht für deine (Haar-)Gesundheit, sondern auch für die Umwelt. Zum einen werden bei der Produktion hohe Mengen CO2 freigesetzt und Erdöl verbraucht. Zum anderen bleibt ein Teil der Silikone nach dem Abspülen auf dem Kopf haften (deswegen der “Weich-Effekt”) und der Rest des Plastiks landet über unser Abwasser im Klärschlamm und damit in der Umwelt. Dort sind Silikone schwer biologisch abbaubar.

Besonders langlebige Substanzen synthetischer Polymere wurden bereits im Schnee der Arktis gefunden!

Silikone erkennst du an der Endung „-cone“ oder „-xane“ auf der INCI-Liste. Zum Beispiel:

  • Dimethicone
  • Methicone
  • Polysiloxane
  • Cyclomethicone.

Dabei sind Silikone eigentlich vor allem eins: Ein günstiger Ersatz für hochwertige Pflanzenöle, die das Haar pflegen, ohne es abzudichten, und dabei noch umweltfreundlich sind. Silikone ahmen die Wirkkomplexe natürlicher Wirkstoffe nach, und haben dabei noch schädliche Nebenwirkungen für dich und die Umwelt. Leider wahr: Als Ersatz für pflanzliche Wirkstoffe finden sich in vielen konventionellen Shampoos billig herzustellende Paraffine oder Silikone, welche die Wirkkomplexe natürlicher Zutaten nachahmen. (Steinbach, 2021)

In Naturkosmetik Shampoos kommen keine Silikone, sondern wunderbare pflanzliche Stoffe wie hochwertige Pflanzenöle zum Einsatz. So zum Beispiel Kokosöl oder Arganöl. Sie pflegen die Haare auf natürliche Weise, ohne die Kopfhaut zu “verstopfen”. So kann deine Kopfhaut die Talgproduktion besser selbst regulieren, und deine Haare werden auf natürlichem Weg glänzend und gepflegt.

Tipp: Bürste deine Haare täglich mit einer Naturfaserbürste mit bis zu 100 Bürstenstrichen, um überschüssiges Talg im Haar zu verteilen. So musst du deine Haare mit der Zeit weniger häufig waschen, da sich das Talg nicht nur auf der Kopfhaut sammelt, sondern bis in die Spitzen verteilt wird und so trockene Spitzen pflegt. Plastikbürsten sind dafür nicht so gut geeignet. Zudem schädigen sie häufig auch deiner Haarstruktur. Eine Holz- oder Naturfaserbürste ist dafür besser geeignet. Hier geht es zu nachhaltigen Haarbürsten.

Haarbürste aus Holz

Duft- und Farbstoffe

Ein Shampoo soll nicht nur reinigen und die Haare weich und geschmeidig machen – es soll natürlich auch gut riechen und ansprechend aussehen. Vor allem aber sollen unsere Haare nach dem Waschen frisch, blumig, herb, nussig oder wie auch immer lecker und sauber riechen.

In konventionellen Shampoos kommen dafür häufig synthetische Duftstoffe zum Einsatz, die bei vielen Menschen negative oder sogar allergische Reaktionen hervorrufen. Einige Duftstoffe zeigten sogar eine krebserregende und fortpflanzungsschädigende Wirkung.

So zum Beispiel der Duftstoff Lilial der in der INCI Liste als Butylphenyl Methylpropional erkennbar ist.

In Naturkosmetik Shampoos werden ausschließlich natürliche Duftstoffe wie zum Beispiel ätherische Öle verwendet. Allerdings müssen wir hier dazu sagen, dass einige Menschen auch allergisch auf ätherische Öle reagieren können. Viele Hersteller von Naturkosmetik Shampoos bieten daher auch Shampoos komplett ohne Duftstoffe an.

Naturkosmetik Shampoos im Test – Ergebnisse von Ökotest

Ökotest testete 2020 insgesamt 20 Shampoos gegen trockenes Haar, von denen nur die Hälfte empfehlenswert waren. Neben konventionellen Shampoos wurden auch 7 Naturkosmetik-Shampoos getestet.

Alle getesteten Naturkosmetik-Shampoos schnitten mit der Note “sehr gut” ab. Sie enthalten keine Silikone, synthetische Polymere oder kritische Konservierungsmittel.

Das sind die Ökotest-Testsieger für Shampoos (trockenes Haar) aus dem Jahr 2020:

  • Alverde Feuchtigkeits Shampoo Bio-Kokosmilch
  • Cosnature Feuchtigkeits-Shampoo Wildrose
  • Logona Feuchtigkeits-Shampoo Bio-Aloe Vera
  • Only Bio Shampoo trockenes und strapaziertes Haar
  • Terra Naturi Shampoo Feuchtigkeit
  • Urtekram Shampoo Aloe Vera Trockenes Haar
  • Weleda Hafer Aufbau-Shampoo

Auch das Alterra Feuchtigkeitsshampoo Bio-Granatapfel & Bio-Aloe Vera Shampoo erhielt die Note “sehr gut”. Danach folgen Shampoos von Balea, Isana und Garnier mit “gut”. Ab dem Bereich “befriedigend” finden sich nur noch große Marken wie Dove, L’Oréal und Nivea wieder.

Fünf Shampoos konventioneller Hersteller erhielten sogar die Note “ungenügend“. Hauptgrund dafür ist der Einsatz waschaktiver Substanzen wie Polyethylenglykole oder PEG/PEG-Derivate. Am häufigsten werden Sodium Laureth Sulfate eingesetzt. Kritisch an diesen Stoffen ist ihre Eigenschaft, die Haut durchlässiger für Fremdstoffe zu machen. Außerdem sind sie schlecht für die Umwelt. Auch Silikone kommen häufig zum Einsatz, sowie andere synthetische Polymere, die die Umwelt belasten und unseren Haaren ihre Selbstregulierungsfunktion nehmen.

Auch Duftstoffe wurden kritisiert. So zum Beispiel der Duftstoff Lilial, der fortpflanzungsschädigend ist und zum Beispiel in einem Schauma Shampoo gefunden wurde. Der kritische – weil stark allergene – Duftstoff Hydroxycitronellal wurde ebenfalls im Pantene Pro-V Vita Glow Hydra Boost Shampoo entdeckt. Kritische Konservierungsmittel wie CIT oder MIT kamen ebenfalls zum Einsatz.

( Öko Test (Hrsg.). (2020b). TEST Haarspülungen – Es ziept. Öko Test, 120–129. https://www.oekotest.de/hefte/Jahrbuch-Kosmetik-2021-_J2012.html)

Naturkosmetik Spülung aka Conditioner

Neben unserem Shampoo wurde auch die sogenannten “Haarspülungen” aka “Conditioner” in den letzten Jahren immer beliebter und sind für viele Menschen aus ihrem Haarpflegeprogramm nicht mehr wegzudenken. Conditioner sollen widerspenstigem oder strapaziertem Haar die extra Portion Pflege und Glanz geben.

Dazu kommen in konventionellen Conditionern Silikone und andere synthetische Polymere zum Einsatz. In Naturkosmetik Spülungen werden hingegen wertvolle Pflanzenöle und Proteine verwendet, die dem Haar Pflege geben, und dabei nicht – wie Silikone – die Selbstregulierung der Talgproduktion stören.

Haarspülungen gibt es als auswaschbare Variante, oder als “leave-in”-Conditioner.

Was ist drin in konventionellem Spülung vs. Naturkosmetik Spülung

Viele Inhaltsstoffe in konventionellen Conditionern bzw. Naturkosmetik Conditionern ähneln denen in Shampoos, nur sind die pflegenden Inhaltsstoffe stärker konzentriert. Wir gehen in diesem Abschnitt daher nicht ganz im Detail auf die entsprechenden Inhaltsstoffe ein. Falls du mehr darüber erfahren möchtest, und direkt zu diesem Punkt gesprungen bist, schau gerne erst einmal im Kapitel zu den Shampoos nach.

Silikone in Conditionern

Silikone sind vor allem in Conditionern ein ganz wichtiger Player. Conditioner sollen unsere Haare – mehr noch als Shampoos – kämmbar machen, und glänzend und gepflegt wirken lassen. Und wer kann das in der konventionellen Kosmetik besser und günstiger, als Silikone.

Über die Nachteile haben wir bereits bei den Shampoos gesprochen: Die Kopfhaut wird abgedichtet, es kommt zum Build-Up-Effekt, und die natürliche Talgproduktion bzw. -Regulierung der Kopfhaut wird gestört.

Besser sind daher NaturkosmetikConditioner, die unsere Haare mit natürlichen Pflanzenölen pflegen.

Es sei an dieser Stelle aber erwähnt, dass kein Naturkosmetik-Conditioner der Welt wirklich an den unfassbar glättenden Effekt von konventionellen Conditionern rankommt. Was aber passieren darf: Unsere Haare können durch Naturkosmetik-Spülungen wieder lernen, sich selbst zu regulieren, sodass wir mit der Zeit immer weniger Conditioner benötigen.

Pro-Tipp: Anstatt Conditioner kannst du eine Essig-Rinse verwenden, um deine Haare glänzend weich zu pflegen. Dazu nimmst du einfach – nach dem du deine Haare mit Shampoo gewaschen hast – als letzten Step deiner Haarpflege 2 EL Apfelessig auf 1 Liter kaltem Wasser und lässt diese Mischung über deine Haare laufen. Du musst deine Haare danach nicht mehr auswaschen. Der Essig-Geruch verfliegt nach wenigen Minuten und deine Haare sind glänzend und weich.

Duftstoffe in Conditionern

Synthetische Duftstoffe kommen in konventionellen Conditionern zum Einsatz. Viele davon sind – wie bei den Shampoos bereits beschrieben – leider schädlich für uns. Künstliche Moschusdüfte, die in vielen konventionellen Conditionern zum Einsatz kommen, reichern sich im menschlich Fettgewebe an und sind potenziell leberschädigend.

In NaturkosmetikSpülungen kommen ausschließlich natürliche Duftstoffe wie zum Beispiel ätherische Öle zum Einsatz.

Konservierungsstoffe in Conditionern

Ein beliebtes Konservierungsmittel in konventionellen Conditionern ist Chlormethylisothiazolinon (CIT), das als starkes
Allergen bekannt ist. Es darf bei Pflege, die auf der Haut bleibt, bereits nicht mehr eingesetzt werden. Bei auswaschbarer Kosmetik – zu der Conditioner und Shampoos gehören – darf es aber noch in sehr geringen Mengen zum Einsatz kommen.

Ein weiteres Konservierungsmittel in Conditionern ist Chlorhexidindigluconat, das ebenfalls als ein allergisierender Konservierungsstoff bekannt ist.

In Naturkosmetik Conditionern kommen zur Konservierung Alkohole, organische Säuren oder ätherische Öle zum Einsatz. Auch diese können Allergien auslösen. Sie sind aber weit weniger schädlich und allergen, als konventionelle Konservierungsmittel.

Naturkosmetik-Conditioner im Test – Ergebnisse von Ökotest

Ökotest testete 2020 insgesamt 29 Haarspülungen auf Herz und Nieren. Von den getesteten Conditionern hat mehr als die Hälfte mit “sehr gut” oder “gut” abgeschlossen.

Auch acht Naturkosmetik-Spülungen von den Marken Bioturm, i+m, Alverde, Blütezeit, Lavera, Cosnature, GRN Shades of Nature, und Aliqua wurden getestet. Alle getesteten Naturkosmetik Conditioner erhielten die Note “sehr gut“.

Das sind die Ökotest-Testsieger für Haarspülungen aus dem Jahr 2020:

  • Aliqua Repair Spülung Macadamia & Avocado
  • Alverde Repair Spülung Bio-Avocado Bio-Sheabutter
  • Bioturm Spülung Repair
  • Blütezeit Repair Spülung Bio-Walnuss
  • Cosnature Repair-Spülung Avocado & Mandel
  • GRN Shades of Nature Spülung Reparatur Pomegranate & Olive
  • I+M Hair Care Repair Haarspülung Hanf
  • Lavera Repair & Pflege Spülung Bio-Rose & Erbsenprotein

Es erhielten auch einige “konventionelle” Hersteller die Note “sehr gut” und “gut”, wobei wir einige diese Marken als “naturnah” bezeichnen würden: Jean & Len, Nature Box (mittlerweile auch Naturkosmetik zertifiziert), Biocura. Andere sind auch bereits auf der “bewussteren” Seite unterwegs wie zum Beispiel Balea.

Am schlechtesten schlossen konventionelle Conditioner großer Marken ab: Haarspülungen von Fructis, John Frieda, Elvital, Herbal Essences und Pantene Pro-V erhielten die Note “ungenügend“.

Besonders kritisiert wurde bei den schlecht bewerteten Haarspülungen, der Einsatz des fortpflanzungsschädigenden Duftstoffs “Lilial” (INCI: Butylphenyl Methylpropional) und die künstlichen Moschusdüfte, die sich im Körper anreichern und potenziell leberschädigend sind. Der Duftstoff Hydroxycitronellal, der in der Pantene Pro-V Spülung zu finden ist, und halogen-organische Verbindungen die in einigen Spülungen zu finden waren, können starke Allergien auslösen.

Auch der Einsatz der Konservierungsmittel Chlormethylisothiazolinon (CIT) und Chlorhexidindigluconat wurde negativ bewertet, da diese als starke Allergene bekannt sind.

( Öko Test (Hrsg.). (2020b). TEST Haarspülungen – Es ziept. Öko Test, 120–129. https://www.oekotest.de/hefte/Jahrbuch-Kosmetik-2021-_J2012.html)

Naturkosmetik Haarkuren

Auch Haarkuren gehören für viele Menschen zu ihrem regelmäßigen Haarpflege-Ritual. Vor allem Menschen mit stark strapaziertem, coloriertem oder blondiertem Haar geben ihrer geschädigten Haarstruktur durch Haarkuren gerne die extra Portion Pflege. Anders als Haarspülungen werden Haarkuren in der Regel nicht bei jedem Waschgang, sondern immer mal wieder nach längeren Abständen verwendet. Auch die Einwirkzeit von Haarkuren ist länger als beim Conditioner.

Haarkuren sind in ihrer Zusammensetzung wiederum ähnlich den Haarspülungen, mit einer noch höheren Konzentration der pflegenden Inhaltsstoffe.

Was ist drin in konventionellem Haarkuren vs. Naturkosmetik Haarkuren

Haarkuren gibt es als auswaschbare Variante, oder als “leave-in”-Kur. Leave-In Kuren enthalten mehr Alkohole, die dafür sorgen, dass deine Haare schneller trocknen, obwohl noch ein Pflegeprodukt auf ihnen ist.

In konventionellen Haarkuren sind häufig synthetische Polymere wie zum Beispiel Silikone enthalten. Auch in Haarkuren fallen synthetische Duftstoffe, konventionelle Konservierungsmittel wie Parabene und Formaldehyde negativ auf.

In Naturkosmetik Haarkuren sind diese schädlichen Inhaltsstoffe nicht enthalten. Die Pflege wird hier durch eine höhere Konzentration an hochwertigen Pflanzenölen erreicht.

Naturkosmetik-Haarkuren im Test – Ergebnisse von Ökotest

Ökotest testete 2019 insgesamt 26 Haarkuren. Sowohl konventionelle, als auch Naturkosmetik-Haarkuren waren dabei. Getestet wurden die Inhaltsstoffe nicht nur mit dem Fokus auf die Gesundheit der Anwender*innen, sondern auch mit Fokus auf die Umweltauswirkungen.

Unter den acht getesteten Naturkosmetik-Haarkuren erhielten alle das Ergebnis “sehr gut“:

Vier Haarkuren erhielten die Note “ungenügend“:

  • Dove Oil Care Nährpflege Kräftigende Haarkur
  • John Frieda Frizz Ease Wunder-Kur
  • L‘Oréal Elvital Anti-Haarbruch Tiefen-Aufbaukur
  • Swiss-O-Par Haarkur Kokosmilch Feuchtigkeit & Duft

Tipp: Du kannst eine Haarkur auch einfach selbst machen. Zum Beispiel aus Olivenöl und Honig, mit Avocado, Kokosöl, Arganöl oder anderen reinen Haarölen. Nicht jedes Haar mag die Behandlung mit reinen Pflanzenölen – teste dich daher an die verschiedenen Öle ran und beginne erst einmal mit kleineren Mengen. Mehr über die richtigen Öle für deine Haare kannst du hier nachlesen: Natürliches Haaröl – Die besten Öle für die Haarpflege.

Produkt-Tipps – häufig gesuchte Naturkosmetik Haarpflege

Du findest Naturkosmetik Shampoos, Spülungen und Haarkuren online, aber auch im Drogeriemarkt. Wichtig ist, dass du auf “echte” Naturkosmetik achtest, wenn du wert darauf legst, dass wirklich strenge Richtlinien eingehalten wurden.

Welche Zertifizierungen das sind kannst du in diesen Beiträgen nachlesen:

Online findest du entsprechende Produkte, indem du in der Suchmaschine deiner Wahl danach suchst. Oder du stöberst in unserer Auswahl an Natürlichen Haarpflegeprodukten, die wir dir hier zusammengestellt haben:

Wir hoffen dir hat dieser Beitrag gefallen! Falls du noch Fragen oder Anregungen hast, schreib uns gerne in die Kommentare!

Quellen

Dambacher, E. (2015). Naturkosmetik: Was ist drin? Wie erkenne ich Qualität? Wie finde ich das Produkt, das zu mir passt? Herbig Verlag.

Icha, U. & Düringer, R. (2017). ANGESCHMIERT!: TÄGLICHE KÖRPERPFLEGE – Krankmachende Inhaltsstoffe erkennen und ersetzen (1. Aufl.). Icha, Ulrike.

Öko Test (Hrsg.). (2020a). TEST Feste Shampoos und Haarseifen – Stück für Stück. Öko Test Jahrbuch Kosmetik für 2021, 114–119. https://www.oekotest.de/hefte/Jahrbuch-Kosmetik-2021-_J2012.html

Öko Test (Hrsg.). (2020b). TEST Haarspülungen – Es ziept. Öko Test, 120–129. https://www.oekotest.de/hefte/Jahrbuch-Kosmetik-2021-_J2012.html

Öko Test (Hrsg.). (2021). TEST Shampoos gegen trockenes Haar – Glanz ohne. Öko Test Jahrbuch Kosmetik für 2021, 126–129. https://www.oekotest.de/hefte/Jahrbuch-Kosmetik-2021-_J2012.html

Petri, S. & Petri, S. (2019, 26. Mai). Naturkosmetik Haarpflege – Unsere Top 15 Shampoo, Conditioner & Co. 2019. Peppermynta. https://peppermynta.de/beauty-guides/naturkosmetik-shampoo-conditioner-test-haarpflege-haarkur-top-15-2019/

Utopia. (o. D.). Die 12 besten Bio-Shampoos im Vergleich – 900+ Testberichte –. Utopia.de. Abgerufen am 11. Februar 2021, von https://utopia.de/bestenlisten/die-besten-bio-shampoos-naturkosmetik/

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Wikipedia-Autoren. (2012, 3. Januar). Rückfetter. Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckfetter

Wirag, H. B. (2020, 1. Juli). Echte Naturkosmetik erkennen: So schützen Sie sich vor Greenwashing. Oekotest.de. https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Echte-Naturkosmetik-erkennen-So-schuetzen-Sie-sich-vor-Greenwashing_10795_1.html

Witte, E. (2019). Wegweiser durch die Welt der Kosmetika: Eine kritische Auseinandersetzung mit häufig verwendeten Inhaltsstoffen (2. Aufl.). TMA Germany junglück.

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Steinbach, M. (2021, 7. Juli). Silikone im Shampoo: Wie schädlich sind sie? mylife.de. Abgerufen am 31. Oktober 2021, von https://www.mylife.de/haarpflege/shampoo-ohne-silikone/

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