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Naturkosmetik einfach erklärt: Definition, Übersicht & FAQ

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Wenn wir durch den Drogeriemarkt oder die Parfümerie schlendern, sehen wir Produkte, die mit Versprechen wie „100% natürlich“, „frei von künstlichen Inhaltsstoffen“, „das beste aus der Natur“, „Green Beauty“, etc. werben.

Solche Aussagen vermitteln uns gesundheits- und umweltbewussten Verbrauchern zunächst ein gutes Gefühl.

Aber wie viel Natur steckt wirklich in solchen Produkten? Ist das schon Naturkosmetik, oder stecken nur leere Versprechen dahinter?

Und was ist überhaupt Naturkosmetik? Was unterscheidet Naturkosmetik von konventioneller Kosmetik? Ist Naturkosmetik immer auch vegan und bio?

Wir stellten uns all diese (und mehr) Fragen und recherchierten wie immer ausführlich dazu. Unser gesammeltes Wissen aus vielen Büchern und Beiträgen, und Antworten auf alle oben gestellten Fragen (und mehr;)) findest du in diesem Artikel.

Und das ist erst der Anfang! Wir finden das Thema Naturkosmetik so spannend, dass wir gerade eine ganze Beitragsreihe für dich vorbereiten. Es bleibt also spannend!

Dieser Artikel liefert dir einen ersten Überblick mit allen Basics zu dieser komplexen Thematik.

Los geht’s!

Quickie-Wissen Naturkosmetik

Unser Beitrag wird dir einen detaillierten Überblick über die Basics zum Thema Naturkosmetik liefern.

Es lohnt sich auf jeden Fall, den gesamten Beitrag durchzulesen. Falls du gerade keine Lust oder Zeit hast, haben wir hier die wichtigsten Fakten für dich im Überblick:

  • Der Begriff „Kosmetik“ stammt vom altgriechischen Adjektiv „kosmetikós“ und bedeutet „ich ziere“ oder „ich schmücke“
  • In der heutigen Zeit verstehen wir unter Kosmetik die Körper- und Schönheitspflege und Produkte, die diesem Zwecke dienen
  • Eine einheitlich geregelte, rechtlich abgesicherte Definition von „Naturkosmetik“ gibt es nicht
  • „Echte“ zertifizierte Naturkosmetik erkennst du an entsprechenden Naturkosmetik Siegeln wie BDIH, Natrue, EcoCert
  • Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet auf bestimmte synthetische Rohstoffe, Silikone, Parabene, Paraffine und andere Erdöle, synthetische Duftstoffe, bestimmte Konservierungsstoffe
  • Es gibt sogenannte „naturnahe Kosmetik“ die sich an den Standards der Naturkosmetik orientiert, ohne sich zertifizieren zu lassen
  • Naturkosmetik muss zu mindestens 50% aus pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen und mindestens 5% der gesamten Inhaltsstoffe müssen aus biologisch zertifiziertem Anbau stammen
  • Bio-Kosmetik muss zu mindestens 95% aus pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen und mindestens 10% der gesamten Inhaltsstoffe müssen aus biologisch zertifiziertem Anbau stammen
  • Die INCI-Liste ist die Liste der Inhaltsstoffe deiner Kosmetik. Sie ist für jedes Kosmetikprodukt Pflicht. Bei kleinen Produkten musst du auf der Umverpackung nachsehen, im Handel danach fragen oder online schauen.
  • Du kannst deine Kosmetikprodukte mit Apps auf schädliche Inhaltsstoffe prüfen.
  • Je günstiger ein Kosmetikprodukt erhältlich ist, desto schlechter ist die Qualität der Inhaltsstoffe! Ein teures Produkt besitzt aber nicht zwangsläufig hochwertigere Inhaltsstoffe.
  • Nur bei zertifizierter Naturkosmetik kannst du dir sicher sein, dass die Inhaltsstoffe und das Endprodukt hochwertig sind
  • Naturkosmetik wirkt anders als konventionelle Kosmetik. Sie überdeckt nicht, sondern regt die natürliche Selbstregulation der Haut an
  • Naturkosmetik ist zwar tierversuchsfrei, aber nicht zwingend vegan. Hier musst du auf weitere Siegel achten.
  • Naturkosmetik ist verträglicher, kann aber dennoch Inhaltsstoffe enthalten, die allergen wirken (z.B. ätherische Öle)

Das war unser Quick-Wissen zum Thema Naturkosmetik. Alle Details und viele weitere interessante Infos kannst du in den kommenden Kapiteln nachlesen.

Definition Kosmetik

Bevor wir richtig einsteigen, möchten wir abgrenzen, was wir unter „Kosmetik“ verstehen.

Der Begriff „Kosmetik“ stammt vom altgriechischen Adjektiv „kosmetikós“ und bedeutet so viel wie „ich ziere“ oder „ich schmücke“.

Bereits vor tausenden Jahren wurden im alten Ägypten Öle, Cremes, Salben und Badezusätze angemischt. Ägypter pflegten ausgiebige Schönheitsrituale mit Bädern, Haarentfernung, und ersten Formen von Make-up (denken wir nur mal an Cleopatras dunklen Kajal um die Augen). Sie färbten sich sogar bereits Haut und Haare mit Henna. Auch die Griechen und die Römer legten gesteigerten Wert auf ihr Äußeres, und entwickelten ihre ganz eigenen Pflegerituale.

In der heutigen Zeit verstehen wir unter Kosmetik die Körper- und Schönheitspflege bzw. Produkte, die diesem Zwecke dienen.

Das sind z.B. Reinigungsprodukte wie Duschgele, Seifen und Badezusätze. Produkte zur Befeuchtung der Haut wie Gesichtscremes, Seren und Bodylotions. Sonnenschutzprodukte (Sonnencreme, After-Sun, etc.) und Produkte zur Haarbehandlung (Shampoo, Conditioner) und Haarentfernung (Rasierschaum).

Dann gibt es die sogenannte „Dekorative Kosmetik“ – also alles was unter den Bereich Make-up fällt. Foundation, Mascara, Lidschatten, Lippenstift, Nagellack. You name it.

Auch Deos und Antitranspirants zählen zur Kosmetik.

Die Definition von „Kosmetik“ sollte dir spätestens jetzt klar sein. Vermutlich konntest du dir vorher schon etwas darunter vorstellen. 🙂

Definition Naturkosmetik

Wir wissen jetzt, was wir uns unter dem Begriff „Kosmetik“ vorstellen können, und von welchen Produkten wir dabei sprechen.

Was ist aber die genaue Definition von Naturkosmetik? Nun. Den Zahn müssen wir uns direkt ziehen, denn:

Eine einheitlich geregelte, rechtlich abgesicherte Definition von „Naturkosmetik“ gibt es nicht.

Es gibt Kosmetikprodukte, die natürliche Inhaltsstoffe haben, aber nicht den Ansprüchen zertifizierter Naturkosmetik genügen. Und es gibt konventionelle Kosmetik, die einzelne natürliche, oder sogar Bio-Inhaltsstoffe haben, aber keine Naturkosmetik sind.

„Greenwashing“ steht hier an der Tagesordnung.

Allgemein könnten wir sagen, dass Naturkosmetik aus „natürlicheren“ Inhaltsstoffen besteht (Vorsicht: nicht „natürliche“, sondern „natürlichere“ – ein wichtiger Unterschied!).

Eine echte Orientierung bieten nur diverse Siegel, die zertifizierte Naturkosmetik auszeichnen. Kosmetik, die mit einem oder mehreren der „Naturkosmetik-Siegel“ ausgezeichnet wurde, entspricht strengen Standards. Hier kannst du dir sicher sein, „echte“ Naturkosmetik zu kaufen.

Welche Siegel das sind, und was sie bedeuten, erklären wir dir im Abschnitt „Die wichtigsten Naturkosmetiksiegel“.

Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet im Gegensatz zur konventionellen Kosmetik auf bestimmte synthetische Rohstoffe, Silikone, Parabene und synthetische Duftstoffe. Es werden nur bestimmte Konservierungsstoffe verwendet. Auch Paraffine und andere Erdölprodukte sind ausgeschlossen.

Zertifizierte Naturkosmetik vs. naturnahe Kosmetik

Naturnahe“ bzw. „natürliche“ Kosmetik sind Kosmetikprodukte, die zwar nicht mit einem Naturkosmetiksiegel zertifiziert sind, aber dennoch auf viele mineralölbasierte Produkte, Parabene, Silikone & Co. verzichten. Sie haben möglichst natürliche Inhaltsstoffe.

Natürliche Kosmetik reicht nah an den Standard von zertifizierter Kosmetik heran. Sie verwendet mehr natürliche Inhaltsstoffe, und verzichtet auf viele der bedenklichen synthetischen Stoffe.

In natürlicher Kosmetik kannst du trotzdem noch Inhaltsstoffe finden, die in zertifizierter Naturkosmetik verboten sind. Sie erfüllt die hohen Standards von Naturkosmetik damit nicht.

Naturnahe Kosmetik erkennst du daran, dass sie ähnliche Versprechen wie Naturkosmetik gibt („frei von Silikonen und Parabenen“, „ohne Mineralöle“, etc.), und auf viele schädliche Inhaltsstoffe verzichtet, aber kein Naturkosmetik-Siegel darauf zu finden ist.

Im Folgenden sprechen wir von „zertifizierter Naturkosmetik“, und vergleichen diese mit konventioneller Kosmetik. Viele der Vor- und Nachteile gelten aber auch für naturnahe bzw. natürliche Kosmetik.

Konventionelle Kosmetik vs. Zertifizierte Naturkosmetik – Was ist der Unterschied?

Wie oben erwähnt, unterscheidet sich Naturkosmetik von „konventioneller“ Kosmetik hauptsächlich in der Zusammensetzung und Art der Inhaltsstoffe. Zertifizierte Naturkosmetik schließt viele der 8.000 Substanzen aus, die gesetzlich für Kosmetikprodukte verwendet werden.

Konventionelle Kosmetik verwendet zum Großteil synthetische Inhaltsstoffe, wie Mineralöle, Parabene, Silikone, und viele mehr.

Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet auf diese Stoffe und verwendet stattdessen Pflanzen- und Samen-Öle und natürliche Pflanzenwirkstoffe.

Pflanzen bilden besondere Stoffe, um sich gegen Feinde zu schützen oder sich ihrer Umgebung anzupassen. Naturkosmetik macht sich dieser natürlichen (Abwehr)-Kräfte der Pflanzen zunutze.

So artenreich wie die Pflanzenwelt ist, so viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten gibt es für die verschiedenen Stoffe. Die Wissenschaft entwickelt hier ständig neue Einsatzmöglichkeiten.

Hier die Unterschiede von konventioneller und zertifizierter Naturkosmetik im Vergleich:

Konventionelle Kosmetik

  • Verwendet hauptsächlich synthetische Inhaltsstoffe
  • Verwendet bedenkliche Inhaltsstoffe, die laut Kosmetikgesetz aber erlaubt sind
  • Verwendet mineralölbasierte Rohstoffe, Parabene, PEGs und Silikone
  • Es gibt keine Regelungen und Vorgaben über den Anbau der Rohstoffe, die verwendeten Herstellungsprozesse oder die Verpackung
  • Ersetzt, überdeckt und stört die Selbstregulierung der Haut

Zertifizierte Naturkosmetik

  • Zieht natürliche Inhaltsstoffe den synthetischen vor
  • Schließt bedenkliche Inhaltsstoffe komplett aus, auch wenn sie gesetzlich erlaubt sind
  • Verzichtet auf mineralölbasierte Rohstoffe, Parabene, PEGs und Silikone
  • Strenge Regelung des gesamten Produktionszyklus: Vom Anbau und der Qualität der Rohstoffe, bis hin zu den Verarbeitungsprozessen und der Verpackung
  • Stärkt die Eigenaktivität und Selbstregulation der Haut und unterstützt die natürliche Hautfunktion

Zerftifizierte Naturkosmetik vs. Bio-Kosmetik – Was ist der Unterschied

Wo wir schon bei Unterschieden sind, wollen wir direkt noch auf das Thema „Bio-Kosmetik“ eingehen.

Häufig wird zertifizierte Naturkosmetik mit Bio-Kosmetik gleichgesetzt. Das ist falsch, obwohl Naturkosmetik Anteile von biologischen Inhaltsstoffen hat.

Zertifizierte Bio-Kosmetikprodukte besitzen einen wesentlich höheren Anteil an Inhaltsstoffen aus biologisch zertifiziertem Anbau. Zertifizierte Naturkosmetik ist nicht gleich Bio-Kosmetik, muss aber Anteile an Bio-Inhaltsstoffen enthalten.

Naturkosmetik

  • Muss zu mindestens 50% aus pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen
  • Mindestens 5% der gesamten Inhaltsstoffe müssen aus biologisch zertifiziertem Anbau stammen

Bio-Kosmetik

  • Muss zu mindestens 95% aus pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen
  • Mindestens 10% der gesamten Inhaltsstoffe müssen aus biologisch zertifiziertem Anbau stammen

Naturkosmetik Inhaltstoffe vs. konventionelle Kosmetik Inhaltsstoffe

Hände halten Creme-Tiegel und zeigen auf Inhaltsstoffe Naturkosmetik
Die Inhaltsstoffe deiner Naturkosmetik findest du auf der INCI-Liste auf der Rückseite oder in der Verpackung.

Wir wissen jetzt, dass Naturkosmetik auf viele umwelt- oder gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe verzichtet, und stattdessen unbedenkliche Inhaltsstoffe aus der Natur nutzt.

Aber warum ist das so? Welche natürlichen Alternativen sind das genau, und welche Inhaltsstoffe aus konventioneller Kosmetik ersetzen sie?

Hier ist eine Liste der Inhaltsstoffe in konventioneller Kosmetik, und gegenübergestellt die natürlichen Alternativen, die Naturkosmetik-Hersteller stattdessen benutzen:

Mineralöle, Paraffine
Einsatzbereich:
Körperpflege, Hautcremes, Handcremes, Fußcremes, etc.
Mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt:
Gesundheit: Austrocknung der Haut, stören die natürliche Schutzfunktion und Selbstregulation, Faltenbildung, Hautausschläge da guter Nährboden für Pilze und Bakterien, toxische Belastung durch Erdöl, blockieren die Entgiftungsleistung der Haut, komedogen, führen zu Überhitzung, potenziell krebserregend, lagern sich im Körpergewebe ab (Leber, Milz, Lymphknoten).

Umwelt: Ca. 50.000 Tonnen Mineralölbestandteile werden für Kosmetika verwendet. Diese gelangen durch das Abwasser in die Umwelt.
Natürliche Alternativen:
Pflanzenöle wie Weizenkeimöl, Arganöl, Kokosöl, Sheabutter, Avocadoöl, Jojobaöl, Macadamianussöl, Mandelöl, Nachtkerzenöl, Palmöl, Carnaubawachs, Neutralöl und Bienenwachs
Aluminiumsalze
Einsatzbereich:
Deos, Rasierschaum, Lotionen, Gels, Öle für die Haut, Gesichtsmasken, Make-Up (z.B. Trägermaterial für Puder, Bronzer & Co.), Abschminkartikel, Sonnenschutzmittel, Mund- und Zahnpflegeprodukte
Mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt:
Gesundheit: Erhöhen das Brustkrebsrisiko, können Alzheimer verursachen, negative Auswirkungen auf Knochen, Gelenkentzündungen, Rheuma, blockieren die Hautentgiftung und lagern sich im Körper ab.

Umwelt: Durch die Produktion von einer Tonne Aluminium fallen 1,5 Tonnen giftiger und ätzender Rotschlamm an. Dieser wird in Giftschlammbecken gelagert. Außerdem entstehen bei der Produktion Fluorkohlenwasserstoffe, Fluorwasserstoff, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid, Mitverursacher von saurem Regen.
Natürliche Alternativen:
Natron, Zitrone, Ackerschachtelhalm, Bentonit, uvm.
Tenside auf Erdölbasis („Sulfat“)
Einsatzbereich:
Waschmittel, Spülmittel, Dusch- und Badeprodukte
(Schaumbildung)
Mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt:
Gesundheit: Zerstören Eiweiß und sind damit zellschädigend, zerstören die natürliche Hautbarriere, allergen, Hautreizend (Reizkontaktdermatitis), Aphtenbildung, Austrocknung von Haut und Haaren, erhöhte Durchlässigkeit der Haut, Depotbildung in Muskeln, Leber, Gehirn, potenziell krebserregend.

Umwelt: Fisch-Toxizität, Bakterien-Toxizität, Wasser gefährdend, schädlich für Fische und andere Meerestiere, sammeln sich im Körper der Meerestiere an, können damit auch in unsere Nahrungskette gelangen.
Natürliche Alternativen:
Natürliche Tenside auf pflanzlicher oder tierischer Basis, Zucker- und Kokostenside z.B. Sodium Coco Sulfate
Silikone
Einsatzbereich:
Shampoos, Conditioner, Gesichts- und Körperpflege, „Weichzeichner“ in Make-up
Mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt:
Gesundheit: Austrocknung der Haut und Haare, beschleunigte Faltenbildung, Haarausfall, blockieren die Hautatmung und Entgiftung der Haut, unterdrücken die Talgbildung, stören die Wärmeregulation der Haut, verursachen Okklusionseffekt (Flüssigkeitsstau im Gewebe), lagern sich im Körper ab (Lymphknoten, Leber).

Umwelt: Nicht biologisch abbaubar, gelangen ins Abwasser und bleiben im Klärschlamm zurück, landet mit Dünger auf Feldern und im Grundwasser, und damit irgendwann im Meer.
Natürliche Alternativen:
Pflanzliche und tierische Wachse und Öle wie Bienenwachs, Carnaubawachs, Kakaobutter, Jojobaöl, Kokosöl, Olivenöl, Avocado-, oder Mandelöl, etc.
Parabene
Einsatzbereich:
Als Konservierungstoffe in fast allen konventionellen Kosmetikprodukten
Mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt:
Gesundheit: Möglicher Zusammenhang zu Brustkrebs, lagern sich im Körper ab, stören den Hormonhaushalt und die Entwicklung des Hormonsystems: Dadurch antiandrogene Wirkung (schlecht für Spermienbildung und -Qualität), negative Auswirkung auf Schilddrüsenhormonsystem, verfrühte Pubertät bei Mädchen, Verweiblichung der Männer, Fettleibigkeit.

Umwelt: Keine Auswirkungen zu finden. Gelangen aber ebenfalls durch das Abwasser ins Grundwasser und damit ins Meer.
Natürliche Alternativen:
Alkohol, ätherische Öle (z.B. Jojobaöl, Rosmarinöl, Teebaumöl), Propolis oder Vitamin E, manchmal auch Potassium Sorbate
Chemische UV Filter
Einsatzbereich:
UV Filter in Sonnencremes und Gesichtspflege
Mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt:
Gesundheit: Hormonelle Auswirkungen, Störungen des Hormonsystems, Einlagerung in Muttermilch, Schilddrüsenstörung, photoallergisches Kontaktekzem (Hautrötungen, Bläschenbildung).

Umwelt: Korallensterben selbst in winzigen Konzentrationen, bei höheren Wassertemperaturen wird die Giftigkeit sogar erhöht.
Natürliche Alternativen:
Mineralische Pigmente wie Titandioxid, Zinkoxid (auf Hinweis „ohne Nanopartikel“ achten!)
Emulgatoren (z. B. PEG)
Einsatzbereich:
Cremes die aus Wasser und Öl bestehen brauchen Emulgatoren, damit die beiden Inhaltsstoffe vermischt bleiben. Besonders schädlich ist PEG – Polyethylenglykol
Mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt:
Gesundheit: Unterdrückung der Warnsignale der Haut, erhöhte Hautdurchlässigkeit für Schadstoffe, Akne, karzinogen, erbgutschödigend

Umwelt: Keine Auswirkungen zu finden.
Natürliche Alternativen:
Lecithin, Fettsäureglucosid Zuckeremulgator (Ceteraryl Glucoside), Zuckerester (Sucrose Cocoate, Sucrose Stearate), Bienenwachs (Cera Flava, Cera Alba), Sorbitan Olivat, Microcell-Emulsion
Synthetische Duftstoffe
Einsatzbereich:
Zur Parfümierung von Cremes, Deos, Körperlotionen, Ölen, uvm.
Mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt:
Gesundheit: Hautekzeme, Kontaktallergien, Asthma-Symptome, Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, Übelkeit, Konzentrationsstörungen, Einlagerungen in Fettgewebe und Muttermilch, nerven- und immunsystemschädigend, hormonell wirksam, krebserregend

Umwelt: Gelangen über das Abwasser in die Natur, können in der Umwelt nicht abgebaut werden, reichern sich als Dauergifte an, gelangen in den Organismus des Tieres und damit auch in unsere Nahrungskette.
Natürliche Alternativen:
Ätherische Öle
Mikroplastik
Einsatzbereich:
Peelings, Gesichtsmasken, Zahnpasta, Shampoos, Duschgels, Hautcremes, Make-up, Lippenstifte, Lidschatten
Mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt:
Gesundheit: Hormonähnliche Wirkung, Auswirkungen auf unseren Körper noch nicht gänzlich erforscht.

Umwelt: Gelangen über das Abwasser und Klärschlamm als Dünger ins Grundwasser und unsere Meere, werden von Tieren aufgenommen und gelangen somit auch in unseren Kreislauf, auch über Honig, reichern sich in der Natur mit Schadstoffen an (Schwermetalle), die bei Aufnahme im Magen-Darm-Trakt wieder freigesetzt werden können, hormonähnliche Wirkung.
Natürliche Alternativen:
Schlämmkreide, Salz, Kieselerde, Bambus-Pulver, Traubenkern-Pulver, Papain-Pulver, Argan-Pulver
Farbstoffe (CI-Nummer)
Einsatzbereich:
Produkte, die in verschiedenen Farbvarianten verfügbar sind. z.B. Lidschatten, Lippenstifte, aber auch Duschgels, Zahnpasten, Shampoos, Seifen & Co.
Mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt:
Gesundheit: Hautausschläge, Juckreiz, Schwellungen, Ekzeme, Kontaktallergie, erbgutschädigend, karzinogen, frutchschädigend

Umwelt: Gelangen über das Abwasser in die Natur, können in der Umwelt nicht abgebaut werden, reichern sich als Dauergifte an, gelangen in den Organismus des Tieres und damit auch in unsere Nahrungskette.
Natürliche Alternativen:
Karminrot (nicht vegan!), Eisenoxide, Chromoxide, Ultramarin, pflanzliche Farbstoffe (Indigo, Walnussschale, Ratanhien-Wurzel, Rhabarberwurzel, Henna)
Quelle: „Angeschmiert! Tägliche Körperpflege krankmachende Inhaltsstoffe erkennen und ersetzen“ Ulrike Icha, 1. Auflage 2017

Die INCI-Deklaration

Die INCI-Liste ist die Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe. „INCI“ ist kurz für „International Nomenclature of Cosmetic Ingredients“.

Die INCI-Liste ist wie die Zutatenliste bei Lebensmitteln, nur eben für deine Kosmetik. Du erkennst damit, ob deine Kosmetikprodukte schädliche oder unerwünschte Inhaltsstoffe enthalten.

Es gilt dasselbe System wie bei Lebensmitteln: Was als erstes angegeben wird, ist in der größten Menge enthalten.

Diese einheitliche Kennzeichnungspflicht besteht seit vielen Jahren und verpflichtet jeden Hersteller, alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung anzugeben.

Die INCI-Liste findest du auf jedem kosmetischen Produkt. Eine Ausnahme sind kleine Produkte wie Lippenstiften oder Mascara. Hier muss der Handel die Inhaltsstoffe in der Nähe haben: Im Laden bedeutet das, du kannst eine Liste der Inhaltsstoffe erfragen. Online sollten sie in der Produktbeschreibung stehen.

Ilia Beauty After Midnight Mascara Inhaltsstoffe INCI
Für Mascara, Lippenstifte, Concealer & Co. findest du die INCI Liste häufig auf der Umverpackung.

Zugegeben, die INCI-Liste liest sich nicht einfach. Du findest darauf nicht klar und deutlich das Wort „Erdöl“, sondern ein Mix aus:

  • Englischen und chemischen Fachbegriffen
  • Lateinischen botanischen Bezeichnungen für Pflanzenbestandteile
  • Numerischen Abkürzungen für Farbpigmente (C.I.)
  • Der erlaubten Zusammenfassung von Duftstoffen (Fragrance)
  • Und der einzelnen Angabe von Duftbestandteilen, die ein hohes Allergierisiko aufweisen.

Hier ein paar Beispiele, welche Inhaltsstoffe eher bedenklich sind, und wie du sie anhand ihrer INCI-Bezeichnung erkennst:

InhaltsstoffeINCI-Bezeichnung
Mineralöle,
Paraffine
Paraffin, Paraffin Wax, Paraffin Oil, Paraffin Liquidum, Petrolatum, Ceresin, Cera Microcristallina, Mineral Oil, Ozokerite, Oleum Vaselini Album, Diisopropyl Adipate, Vaseline
Aluminium-salzeAluminium Chlorohydrate, Aluminium Capryloyl, Glycine, Aluminium Sesquichlorohydrate, Aluminium Hydroxychloride, Aluminium Distearate,
Aluminium Mystate, Aluminium Caprylate, Aluminium PCA, ALCLOXA, Potassium Alum, CI 77000 (als Farbstoff)
SilikoneDimethicone, Trimethicone Methicone,Amodimethicone Polysiloxane,
Viele weitere Abwandlungen: Orientierung bieten die Endungungen „cone“ und „xane“.
Quelle: „Angeschmiert! Tägliche Körperpflege krankmachende Inhaltsstoffe erkennen und ersetzen“ Ulrike Icha, 1. Auflage 2017

Diese Beispiele verdeutlichen, dass es schwer ist, sich diese Begriffe für alle 8.000 Substanzen zu merken. Jedes Mal eine Liste zum Einkaufen mitzuschleppen ist ebenfalls unpraktisch.

Zum Glück gibt es eine viel praktischere Möglichkeit, deine Kosmetika auf ungewünschte Inhaltsstoffe zu prüfen. Und zwar easy peasy über Apps!

Frau prüft Inhaltsstoffe ihrer Kosmetik mit App auf dem Smartphone
Eine gute Hilfe zum Prüfen deiner Kosmetik sind bestimmte Apps.

Ein Smartphone hat mittlerweile eigentlich jeder. Darauf kannst du dir Apps installieren, die die Inhaltsstoffe des gewünschten Produktes für dich unter die Lupe nehmen. Sie zeigen dir schnell und einfach, ob umwelt- oder gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe enthalten sind.

Folgende Apps können wir empfehlen:

(Alles unbezahlte und unbeauftrage Werbung.)

Die wichtigsten Naturkosmetiksiegel für zertifizierte Naturkosmetik

Wie wir wissen, gibt es keine gesetzliche Regelung, was sich „Naturkosmetik“ nennen darf.

Um trotzdem eine Art Regelung herbeizuführen gibt es Naturkosmetik Siegel, die strenge Richtlinien vorgeben und zertifizierte Naturkosmetik auszeichnen. Diese Siegel helfen dir, „echte“ Naturkosmetik zu erkennen.

Die Richtlinien der Siegel umfassen Vorgaben zum Anbau und der Qualität der Rohstoffe, dem Herstellverfahren und der Verpackung. Naturkosmetik Siegel schließen viele der ca. 8000 gesetzlich erlaubten Inhaltsstoffe aus. Sie regeln, wie stark ein natürlicher Rohstoff verarbeitet sein darf, um in Naturkosmetik zum Einsatz zu kommen, und welche natürlichen chemischen Umwandlungsprozesse erlaubt sind. (Quelle: „Naturkosmetik: Was ist drin?“ von Elfriede Dambacher, S.19)

Wie immer unterscheiden sich die Siegel zum Teil in der Strenge oder dem Schwerpunkt ihrer Vorgaben.

Übrigens werden die Siegel nicht je Marke, sondern je Produkt vergeben. Nur weil ein Produkt eines Herstellers zertifiziert ist, muss das nicht für alle Produkte der Marke gelten. Es ist wichtig, auf das Zertifikat des einzelnen Produktes zu achten.

BDIH – Kontrollierte Naturkosmetik

Der BDIH Standard für kontrollierte Naturkosmetik wurde 2001 vom „Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V.“ in Zusammenarbeit mit Naturkosmetik-Herstellern ins Leben gerufen.

Dieser Standard war der erste fundierte Kriterienkatalog für Natur- und Biokosmetik. Er deckt den gesamten Herstellungsprozess, die Rohstoffgewinnung und ethische Aspekte ab.[3]

Produkte, die dieses Siegel tragen, entsprechen den strengen BDIH-Standards.

BDIH Naturkosmetik Siegel
Das BDIH Naturkosmetik Siegel.

„Produkte mit dem Prüfzeichen „kontrollierte Naturkosmetik“ verwenden natürliche Rohstoffe wie pflanzliche Öle, Fette und Wachse, Kräuterextrakte und Blütenwässer, oder ätherische Öle und Aromen aus kontrolliert biologischem Anbau oder Wildsammlung.“ (Quelle: Kontrollierte Naturkosmetik)

Der Einsatz von tierischen Rohstoffen vom lebenden Tier (Milch, Honig, etc.) ist gestattet. Tierische Rohstoffe vom toten Tier (z.B. Emuöl, Nerzöl, Murmeltierfett, tierische Fette, Collagen und Frischzellen) sind verboten.

Weder bei der Herstellung noch der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte kommen Tierversuche zum Einsatz. Nach dem 31.12.1997 durch Tierversuche getestete Rohstoffe sind verboten. 

Mineralische Rohstoffe sind erlaubt. Natürliche Riechstoffe nach ISO Norm 9235 und biotechnologisch gewonnene Riechstoffe sind erlaubt.

„Für die Herstellung von Naturkosmetika sind neben physikalischen Verfahren einschließlich der Extraktion mit Wasser, pflanzlichem Alkohol, Kohlensäure, pflanzlichen Fetten und Ölen sowie hieraus gewonnenem Glycerin auch enzymatische und mikrobiologische Verfahren zulässig, wie sie in der Natur vorkommen.“ (Quelle: BDIH-Richtlinien). Die Gewinnung von Stoffen durch Hydrolyse, Hydrierung, Oxidation, Reduktion, Veresterung oder sonstigen Spaltungen und Kondensationen ist erlaubt.

Die Behandlung von Rohstoffen und Endprodukten mit radioaktiver Bestrahlung ist nicht erlaubt.

Nicht erlaubte Stoffe in Produkten mit BDIH Siegel sind:

  • Organisch-synthetische Farbstoffe
  • Synthetische Duftstoffe
  • Ethoxilierte Rohstoffe
  • Silikone
  • Paraffine und andere Erdölprodukte
  • Konservierungsstoffe wie Benzoesäure und ihre Salze, Salicylsäure und ihre Salze, Sorbinsäure und ihre Salze, Benzylalkohol, Dehydroacetsäure und ihre Salze
  • Tierische Rohstoffe vom toten Tier (z.B. Emuöl, Nerzöl, Murmeltierfett, tierische Fette, Collagen und Frischzellen)

Ausführliche Infos findest du auf: https://www.kontrollierte-naturkosmetik.de/index_d.htm.

COSMOS-Standard

Der COSMOS Standard wurde von BDIH, ECOCERT, ICEA, COSMEBIO und SOIL ASSOCIATION vereinbart, um international übergreifende vereinheitlichte Kriterien für Naturkosmetik zu schaffen.

Der „COSMOS natural“ und „COSMOS organic“ Standard wird zusätzlich zu den bestehenden Siegeln (z.B. EcoCert, BDIH) vergeben.

BDIH Cosmos Organic und Cosmos Natural Naturkosmetik Siegel

Der COSMOS Standard steht für:

  • Förderung der Verwendung von Produkten aus biologischer Landwirtschaft und Achtung der biologischen Vielfalt
  • Verantwortungsvoller Einsatz der natürlichen Ressourcen um die Umwelt zu respektieren
  • Eine saubere und die menschliche Gesundheit und Umwelt respektierende Verarbeitung und Herstellung
  • Integration und Entwicklung des Konzepts der „Grünen Chemie“

Mit „Grüner Chemie“ sind die durch den COSMOS Standard geförderten Forschungen und Entwicklungen im Bereich der nachhaltigen Kosmetik gemeint.

Die Standards des COSMOS Standard sind keine neuen zusätzlichen Kriterien, sondern vereinheitlichte, von allen der 5 Gründungsmitglieder definierte und abgesprochene Standards.

Durch diesen langwierigen Harmonisierungsprozess ist der COSMOS Standard heute einer der weltweit strengsten für Natur- und Biokosmetik.

Du erkennst Produkte mit diesem Standard am COSMOS Siegel in Kombination mit einem Siegel der Gründungsmitglieder.

Entweder ist das der Zusatz „COSMOS natural“ oder „COSMOS Certified“, platziert direkt unter dem Naturkosmetiksiegel.

EcoCert Cosmetics

Die Ecocert IMO GmbH ist eine der größten in Deutschland zugelassenen Öko-Kontrollstellen nach der EG-Öko-Verordnung (EG) Nr. 834/2007. Sie ist ein Kontroll- und Zertifizierungsverband, der Standards für Naturkosmetik, Öko-Landwirschaft, Forstwirtschaft, uvm. vorgibt.

Ecocert Naturkosmetik Siegel

Die EcoCert Zertifizierung erfolgt nach dem europaweiten privaten Standard COSMOS (COSMetic Organic Standard). Dieser wurde von 5 Gründungsmitgliedern – unter anderem auch dem BDIH – erstellt, und definiert gemeinsame internationale Mindestanforderungen.

„Darüber hinaus bietet Ecocert die Überprüfung und Zertifizierung von biologischen Kosmetik Rohstoffen, sowie sozialer und fairer Geschäftspraktiken entlang der Wertschöpfungskette an.“. (Quelle: https://www.ecocert-imo.ch/)

EcoCert erlaubt nur Inhaltsstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, fördert Zutaten aus ökologischem Landbau und wahrt die Biodiversität. Es sind nur umweltfreundliche und gesundheitlich unbedenkliche Herstellungs- und Produktionsprozesse erlaubt. Außerdem fördert EcoCert neue Entwicklungsprozesse der „grünen Chemie“.

Ecocert Cosmos Natural Naturkosmetik Siegel

Nicht erlaubte Stoffe in Produkten mit EcoCert Siegel sind:

  • Gentechnisch veränderte Organismen GVO oder deren Derivate
  • Parabene
  • Phenoxyethanol
  • Nanopartikeln in einer Größenordnung von 1 bis 100 Nanometern
  • Silizium
  • PEGs
  • synthetischen Duft- und Farbstoffen
  • Tierische Rohstoffe vom toten Tier oder von Teilen vom lebenden Tier (z.B. Emuöl, Nerzöl, Murmeltierfett, tierische Fette, Collagen und Frischzellen)
Ecocert Cosmos Organic Naturkosmetik Siegel

EcoCert erlaubt vom Tier produzierte Rohstoffe, solange deren Gewinnung das Tier nicht tötet (z.B. Milch, Honig). Die Produkte sind tierversuchsfrei.

EcoCert verbietet die Behandlung von Rohstoffen und Endprodukten mit radioaktiver Bestrahlung.

Palmöl und Palmkernöl (und deren Derivate) stammen aus kontrolliert biologischem Anbau oder von zertifizierten nachhaltigen Quellen (CSPO).

Mineralien finden unter bestimmten Bedingungen Verwendung.

EcoCert unterscheidet zwischen Natur- und Bio-Kosmetik. Für von EcoCert zertifizerte Naturkosmetik gibt es nach Cosmo-Standard keine Vorgaben für den Anteil an Bio-Inhaltsstoffen. Diese Produkte besitzen den Zusatz „COSMOS NATURAL“.

Für EcoCert zertifizierte Bio-Kosmetik gelten nach Cosmo-Standard strengere Vorgaben: Mindestens 95 % der pflanzlichen Inhaltsstoffe stammen aus zertifiziert biologischem Anbau. Mindestens 20 % des Gesamtprodukts ist biologisch. Diese Produkte besitzen den Zusatz „COSMOS ORGANIC“.

Ausnahme sind Rinse-off Produkten, nicht emulgierte wässrige
Produkte, und Produkten, die mindestens 80% Mineralien oder Bestandteile
mineralischen Ursprungs enthalten. Hier muss mindestens 10% des Gesamtproduktes biologisch sein.

NATRUE

Das NATRUE-Siegel ist eines der bekanntesten Naturkosmetik-Siegel. Gegründet wurde das Siegel 2007 vom internationalen Verbrand für Naturkosmetik mit Sitz in Brüssel.

Natrue Naturkosmetik Siegel
Das Natrue Siegel.

Es soll Natur- und Biokosmetik fördern und schützen.

Die Gründungsmitglieder WALA, Weleda, Laverana, PRIMAVERA, LOGOCOS und CEP sahen damals die Notwendigkeit, eine bessere Rechtsetzung für natürliche und Biokosmetik zu schaffen. Insbesondere aufgrund der fehlenden internationalen Definition für Natur- und Biokosmetik, und dem wachsenden Vorkommen von Greenwashing in diesem Sektor. NATRUE gibt strenge Richtlinien für Bio- und Naturkosmetik vor, und setzt sich aktiv für eine gesetzliche Regelung von Naturkosmetik ein.

2009 kam das erste NATRUE zertifizierte Produkt auf den Markt. Mittlerweile sind über 6.500 Produkte von 280 Marken mit dem NATRUE-Siegel versehen.

Die Kriterien von NATRUE umfassen:

  • Verbot von Tierversuchen
  • Die im Produkt enthaltenen natürlichen und naturnahen Stoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs stammen zu mindestens 70 % aus kontrolliert biologischer Erzeugung und/oder aus kontrollierter Wildsammlung
  • Verbot der Verwendung von Genveränderten Organismen (GVO)
  • Synthetische naturidentische Riechstoffe sind verboten
  • Waschaktive Tenside müssen vollständig biologisch abbaubar sein
  • Aspekte der nachhaltigen Entwicklung, unter bestmöglicher Erhaltung der Biodiversität, sind in der gesamten Wertschöpfungskette zu berücksichtigen
  • Natürliche Inhaltsstoffe werden unverändert verwendet, und nur durch physikalische Verfahren oder Fermentierung gewonnen
  • Naturidentische Stoffe werden nur dann verwendet, wenn eine Gewinnung direkt aus der Natur mit vernünftigem Aufwand technisch nicht realisierbar ist
  • Naturnahe Stoffe werden nur dann verwendet, wenn ihre Funktion nicht von Naturstoffen übernommen werden kann. Naturnahe Stoffe werden stets aus Naturstoffen gewonnen. Erdöl ist als Rohstoff ausgeschlossen.
  • Bio-Kosmetik hat einen Anteil natürlicher und naturnahen Stoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs die zu mindestens 95 % aus kontrolliert biologischer Erzeugung und/oder aus kontrollierter Wildsammlung stammen
  • Verpackungen sollen möglichst minimiert und auf Mehrfachverwendung ausgelegt werden

Mehr zum NATRUE Siegel und seinen Kriterien kannst du auf folgenden Seiten lesen:

https://www.natrue.org/
https://www.natrue.org/our-standard/natrue-criteria-2/

Tierschutzsiegel

Naturkosmetik ist in der Regel tierversuchsfrei, der Fokus liegt aber eher auf der Qualität der Rohstoffe und den Herstellverfahren.

Wer besonderen Wert auf Tierschutz legt, muss auf zusätzliche Siegel achten.

„Hase mit schützender Hand“

Dieses Siegel hat einen sehr beschreibenden Namen. Tatsächlich ist das Siegel ein Hase, über den eine „schützende Hand“ gehalten wird.

Das Siegel stamm vom Internationaler Herstellerverband für tierschutzgeprüfte Naturkosmetik, Kosmetik und Naturwaren e.V. (IHTN).

Hase mit schützender Hand Siegel
Das „Hase mit schützender Hand“ Siegel.

Nach dem Siegel gelten folgende Vorgaben für die Produkte:

  • Tierversuche sind sowohl an wirbellosen Tieren und an Wirbeltieren verboten
  • Rohstoffe vom toten Tier sind verboten
  • Rohstoffe vom lebenden Tier wie Eigelb, Milch, Bienenwachs, Honig etc. stammen nur aus biologischer Tierhaltung und müssen mindestens der EU-Bio-Verordnung entsprechen
  • Rohstoffe, die aus Tierquälerei stammen (Moschus, Schildkrötenöl, Nerzöl, Walrat, Cochenilleläuse, Zibet, Seide) sind verboten
  • Die Hersteller dürfen keinen Konzernen angehören, die Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben
  • Endprodukte und Rohstoffe dürfen nicht erstmalig im Tierversuch nach 1979 getestet worden sein
  • Exporte in Länder, die noch Tierversuche durchführen (z.B. China) sind verboten
  • Importe von Herstellern und Vertrieben, die Produkte in Ländern herstellen, die Tierversuche durchführen, sind verboten

Alle Hersteller, deren Produkte dieses Logo tragen, produzieren seit 1979 komplett tierversuchsfrei.

Leaping Bunny

Der Leaping Bunny (springende Hase) ist ein internationales Tierschutzzeichen, welches ebenfalls tierversuchsfreie Kosmetik garantiert.

leaping bunny Siegel
Das Leaping Bunny Siegel.

Die Kriterien des Leaping Bunny an die Unternehmen sind:

  • Das Unternehmen führt keine Tierversuche für Kosmetik- und/oder Haushaltsprodukte durch
  • Es beauftragt oder beteiligt sich nicht an Tierversuchen, einschließlich, ohne Einschränkung, der Formulierungen und Inhaltsstoffe solcher Produkte
  • Das Unternehmen kauft keine Inhaltsstoffe, Formulierungen oder Produkte von Drittherstellern oder -lieferanten, die nach dem vom Unternehmen festgelegten Stichtag Tierversuche mit diesen durchgeführt, in Auftrag gegeben oder daran beteiligt waren, und wird dies auch nicht tun
  • Wenn sich herausstellt, dass eine Formulierung, ein Inhaltsstoff oder ein Produkt nicht der Norm entspricht, ersetzt das Unternehmen diese durch eine Alternative, die den Kriterien der Norm entspricht, oder sie aus dem Produktangebot entfernen
  • Das Unternehmen muss ein Überwachungssystem für Lieferanten einführen
  • Der Lieferant bestätigt, dass er keine Tierversuche für Kosmetika und/oder Haushaltsprodukte durchführt oder in Auftrag gibt, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Inhaltsstoffe oder Formulierungen solcher Produkte, die nach dem vom Unternehmen festgelegten Stichtag geliefert werden
  • Das Unternehmen gestattet nicht, dass Tierversuche von oder zur Vorlage bei Aufsichtsbehörden im Ausland durchgeführt werden

Peta Cruelty Free

Hersteller, deren Produkte dieses Siegel tragen, haben der internationalen Tierrechtsorganisation PETA schriftlich zugesichert, dass sie weltweit keine Tierversuche für Inhaltsstoffe, Formulierungen oder Fertigprodukte durchgeführt oder in Auftrag gegeben haben. Sie verpflichten sich auch, dies in Zukunft nicht (mehr) zu tun.

peta cruelty free siegel
Das neue PETA Cruelty Free Siegel (links) und das alte (rechts). Beide können noch auf Kosmetika abgebildet sein.

Das Logo erhielt in den letzten Jahren ein Update, die Kriterien sind weiterhin dieselben. Unternehmen können zwischen dem neuen und dem alten PETA Cruelty free Logo wählen.

Siegel für vegane Kosmetik

Naturkosmetik ist zwar in der Regel tierversuchsfrei, aber nicht immer vegan.

Wenn du Wert auf vegane zertifizierte Naturkosmetik legst, musst du zusätzlich auf ein Vegan-Siegel achten.

Vegan-Blume

Das bekannteste Siegel für vegane Produkte stammt vom internationalen Verband „The Vegan Society“ mit Sitz in Birmingham.

Dieses Siegel wird für Kosmetik, Lebensmittel, Kleidung und Reinigungsprodukte verwendet. Die Vegan-Blumen garantiert, dass das Produkt keine tierischen Substanzen enthält.

Vegan Blume Siegel
Die Vegan Blume.

Die Standards der Vegan-Blume sind:

  • Tiere: Unter dem Wort „Tier“ wird laut Vegan Society das gesamte Tierreich, also alle Wirbeltiere und alle mehrzelligen wirbellosen Tiere verstanden.
  • Tierische Bestandteile: Bei der Herstellung und/oder Entwicklung des Produkts und gegebenenfalls seiner Bestandteile sind tierische Produkte, Nebenprodukte oder Derivate verboten
  • Tierversuche: Während der Entwicklung und/oder Herstellung des Produkts und gegebenenfalls seiner Inhaltsstoffe sind Tierversuche irgendwelcher Art verboten, die auf Initiative oder im Namen des Unternehmens, oder von Parteien, über die das Unternehmen die tatsächliche Kontrolle hat, durchgeführt wurden
  • Genetisch modifizierte Organismen: Bei der Entwicklung und/oder Herstellung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) dürfen keine tierischen Gene oder von Tieren gewonnene Stoffe verwendet werden. Zur Registrierung angemeldete Produkte, die GVO enthalten oder enthalten können, müssen als solche gekennzeichnet sein.
  • Küchen- und Hygienestandards: Als vegan gekennzeichnete Gerichte müssen getrennt von nicht-veganen Gerichten zubereitet werden. Als Mindestanforderung müssen Oberflächen und Utensilien gründlich gewaschen werden, bevor sie für veganes Kochen verwendet werden.

Theoretisch kann auf jedem Produkt das Wort „vegan“ stehen. Das setzt nicht voraus, dass wirklich strenge Standards angesetzt wurden, oder das Produkt zu 100% ohne tierische Inhaltsstoffe auskommt („Kann Spuren von…enthalten.“).

Wenn du zertifiziert vegane Naturkosmetik kaufen willst, musst du auf die Vegan Blume oder auch das „vegan neuform® Qualitätszeichen“ achten. Letzteres vergibt die Reformhaus eG für Naturkosmetik.

Vor- und Nachteile konventioneller Kosmetik

Viele der in der EU für Kosmetikprodukte erlaubten 8000 Substanzen sind auf Mineralölbasis. Chemische Inhaltsstoffe in Kosmetik galten lange Zeit als positiv. Sie ermöglichten, einfach und günstig Kosmetikprodukte herzustellen, die für jedermann und jederfrau erschwinglich waren.

Die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Produkte kamen zum Teil erst in den letzten Jahren durch Anwendungsstudien ans Licht.

Nicht nur für die Hautgesundheit, auch für die Umwelt haben viele der 8000 Substanzen negative Auswirkungen. Und trotzdem kommen jährlich neue Produkte auf den Markt, die schnelle Erfolge versprechen. Aber ist das wirklich so?

Lass uns die Vor- und Nachteile konventioneller Kosmetik mal genauer anschauen.

Vorteile konventioneller Kosmetik

  • Die Inhaltsstoffe legen sich auf die Haut, oder ziehen tief in die Hautschichten ein, das erzielt einen schnellen Wirkeffekt
  • Durch die Mineralölbasis sind die Produkte günstig in der Produktion, und können daher auch zu einem günstigen Preis verkauft werden

Nachteile konventioneller Kosmetik

  • Die Inhaltsstoffe sind auf Mineralölbasis, was sowohl für unsere Gesundheit als auch die Umwelt bedenklich ist
  • Die Qualität der Rohstoffe ist niedrig, damit auch die Preise niedrig bleiben können
  • Sie überdecken und ersetzen die natürliche Selbstregulation der Haut
  • Die natürlichen Hautfunktionen geraten ins Ungleichgewicht
  • Die Haut wird versiegelt und kann nicht mehr atmen. Feuchtigkeit wird eingeschlossen, die Haut quillt auf, wodurch sie nach dem Abwaschen noch trockener ist als vorher.
  • Viele der Inhaltsstoffe dienen zum Strecken oder als günstige Basis für die Produkte, ohne zusätzliche Wirkung
  • Die Herstellungsprozesse und die Gewinnung der Inhaltsstoffe sind nicht transparent und nachvollziehbar
  • Kann Allergien auslösen

Merke: Je günstiger ein Kosmetikprodukt erhältlich ist, desto schlechter ist die Qualität der Inhaltsstoffe! Ein teures Produkt muss nicht zwangsläufig hochwertige Inhaltsstoffe haben. Nur bei zertifizierter Naturkosmetik kannst du dir sicher sein, dass die Inhaltsstoffe und das Endprodukt wirklich hochwertig sind.

Vor- und Nachteile von Naturkosmetik

Frauenschulter mit aufgeklebten weißen Blüten Naturkosmetik

Trotz geregelter Obergrenzen für bedenkliche Inhaltsstoffe sind sich viele Menschen der Nachteile von konventioneller Kosmetik bewusst, und wollen lieber darauf verzichten.

In den letzten Jahren ist Naturkosmetik nicht mehr nur in der „Öko-Szene“ beliebt. Sie findet auch immer mehr Anklang im „Mainstream“.

Das liegt daran, dass durch moderne Technik und Herstellungsverfahren Naturkosmetik in ihren Eigenschaften der konventionelle Kosmetik immer näher kommt. Ohne schädliche und bedenkliche Inhaltsstoffe.

Verbesserte Eigenschaften, strenge Regularien, der Verzicht auf schädliche Inhaltsstoffe: Der Gedanke liegt nahe, dass zertifizierte Naturkosmetik das Non-Plus-Ultra ist.

Naturkosmetik hat aber nicht nur Vorteile – es gibt durchaus auch Nachteile. Wir wollen beide Seiten genauer betrachten.

Vorteile von Naturkosmetik

  • Stärkt die Eigenaktivität der Haut, regt die natürlichen Hautfunktionen an
  • Die Haut findet zu ihrem Gleichgewicht zurück
  • Sobald sich die Haut reguliert hat, benötigt sie weniger Pflege von außen, und damit weniger (häufig) Pflegeprodukte
  • Jeder Inhaltsstoff trägt zur Wirkung bei, einzeln und im Zusammenspiel mit anderen Inhaltsstoffen
  • Durch die transparenten und strengen Vorgaben der Naturkosmetik-Siegel kann der Kunde genau nachvollziehen, was in seinem Produkt steckt, wie es hergestellt wurde, und wie und woher die Rohstoffe bezogen wurden
  • Neben den hohen Ansprüchen an die Herkunft der Rohstoffe und den Herstellungsprozess, wird bei zertifizierter Naturkosmetik zudem auf faire Arbeitsbedingungen und Tierrechte geachtet

Nachteile von Naturkosmetik

  • Durch die hochwertigen und natürlichen Inhaltsstoffe und die aufwendigen Herstellungsprozesse ist Naturkosmetik hochpreisig, und nicht für jeden erschwinglich
  • Die Inhaltsstoffe können Allergien auslösen (z.B. ätherische Öle)
  • Enthält häufig eine höhere Menge Alkohole, der die Haut reizen kann

FAQ – Häufige Fragen zu Naturkosmetik

Ist Naturkosmetik wirklich besser oder gesünder für die Haut?

Wer kennt es nicht: Du kaufst dir eine neue Gesichtscreme, benutzt sie zwei Tage, und bekommst plötzlich einen fiesen Ausschlag oder Pickel. Viele Menschen glauben, dass das bei Naturkosmetik nicht passieren kann. Das ist falsch.

Sowohl konventionelle Kosmetik als auch Naturkosmetik kann Allergien und Hautreaktionen hervorrufen. Denn obwohl Naturkosmetik auf bestimmte risikobehaftete Inhaltsstoffe verzichtet, können auch natürlich Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe Allergien und Unverträglichkeiten hervorrufen. Wer bei den Konservierungsstoffen auf Nummer Sicher gehen mag, der sollte auf bestimmte Naturkosmetik-Siegel achten, die nur unbedenkliche Konservierungsstoffe zulassen.

Worauf zertifizierte (!) Naturkosmetik ebenfalls verzichtet, sind Silikone. Diese werden häufig als Gefahrstoff eingestuft. In konventioneller Kosmetik sorgen sie für ein weiches Gefühl auf der Haut, direkt nach dem Auftragen. In Shampoos hinterlassen sie dieses schöne weiche und glatte Gefühl.

Ist Naturkosmetik nachhaltiger und besser für die Umwelt?

Ein Inhaltsstoff der bei Kosmetikprodukten negativ im Fokus steht, ist Mikroplastik. In konventionellen Kosmetikprodukten dient Mikroplastik als Schleifstoff (Zahnpasta) oder zur mechanischen Entfernung von Hautschüppchen (Peelings).

Dieses Mikroplastik passiert die Filteranlagen und landet über das Abwasser in unseren Weltmeeren.

Mehr zum Thema Mikroplastik kannst du in unserem Beitrag: „Mikroplastik – Die winzige Gefahr“ nachlesen.

Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet auf erdölbasierte Kunststoffe als Mikroplastik. Das bedeutet nicht, dass hier keine biobasierten Polymere zum Einsatz kommen können. Es ist wichtig, die Inhaltsstoffe durchzulesen, um Mikroplastik zu vermeiden.

Hier ist eine Übersicht mit den häufigsten Kunststoffen in Kosmetika mit ihren Abkürzungen:

Mikroplastik in Kosmetik erkennen Hinter diesen Begriffen versteckt sich Mikroplastik in deiner Kosmetik.

Ist Naturkosmetik vegan und tierversuchsfrei?

Viele Menschen gehen davon aus, dass zertifizierte Naturkosmetik vegan ist. Das ist nicht der Fall!

Tierversuche sind für zertifizierte Naturkosmetikprodukte verboten. Tierversuche sind aber nicht gleichbedeutend mit tierischen Inhaltsstoffen.

Naturkosmetik verwendet neben Pflanzenstoffen auch tierische Inhaltsstoffe – sie sind ebenfalls natürlichen Ursprungs. Beispiele für tierische Inhaltsstoffe sind: Ziegen- und Schafsmilch, Lanolin, Bienenwachs, und der rote Farbstoff Karmin, welcher aus Cochenille-Schildläusen gewonnen wird.

Nicht alle Naturkosmetiksiegel schließen außerdem den Einsatz von Rohstoffen aus toten Wirbeltieren (z.B. Emuöl, Nerzöl, Murmeltierfett, tierische Fette, Collagen und Frischzellen) aus.

Wer vegane Naturkosmetik sucht, muss auf die entsprechenden Vegan-Siegel achten.

Ist zertifizierte Naturkosmetik bio?

Nein, zertifizierte Naturkosmetik ist nicht gleich Bio-Kosmetik. Bio-Kosmetik ist Naturkosmetik, aber umgekehrt sind nicht alle Inhaltsstoffe in zertifizierter Naturkosmetik in Bio-Qualität.

Damit sich ein Produkt als „Bio-Kosmetik“ bezeichnen darf, müssen 95 % der pflanzlichen Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau stammen. Diese Vorgaben können je nach Siegel variieren.

Wirkt Naturkosmetik genauso gut wie normale Kosmetik?

Schon vor vielen Tausend Jahren bedienten sich die Menschen der natürlichen (Heil-)Kraft der Pflanzen. Wieso sollte das heute nicht mehr funktionieren?
Durch die heutigen wissenschaftliche Verfahren können wir die natürliche Pflanzen-Power sogar noch besser nutzen, als früher.

Zahlreiche Studien belegen, dass Naturkosmetik wirkt. Die Kosmetikbranche bestreitet die Wirksamkeit von Pflanzenwirkstoffen nicht mehr, und verwendet sie immer häufiger auch in konventioneller Kosmetik.

Oft wird behauptet, dass Naturkosmetik nicht wirkt. Das liegt daran, dass zertifizierte Naturkosmetik im Gegensatz zu konventioneller Kosmetik keinen „Sofort-Effekt“ hat.
Konventionelle Kosmetik mit ihren synthetischen Inhaltsstoffen bewirkt einen schnelleren Effekt, da sie die natürliche Hautfunktion imitiert und überdeckt.

Nehmen wir als Beispiel die Silikone: Sie erzeugen in konventioneller Kosmetik ein weiches, seidiges Hautgefühl. Und tatsächlich sieht die Haut direkt nach dem Auftragen einer Creme mit Silikonen glatter aus. Das liegt daran, dass Silikon wortwörtlich als „Fugenfüller“ dient. Es legt sich in die kleinen Fältchen der Haut und lässt sie damit direkt glatter aussehen. Silikon glänzt und reflektiert das Licht. Die Haut wirkt „weichgezeichnet“.

Auch für die Haare wird sich dieser Effekt zunutze gemacht. Daher ist Silikon Bestandteil vieler Conditioner und Shampoos.

Silikon wirkt abdichtend. Es versiegelt die Haut, und sie kann nicht richtig „atmen“. Schweiß sammelt sich unter der Silikonschicht. Die Haut quillt auf und fühlt sich nach der Reinigung noch spröder an als vorher. Daraufhin verwenden wir noch mehr der silikonhaltigen Creme, um die Trockenheit wieder zu überdecken. Es beginnt ein Teufelskreis.

Silikon ist umweltschädlich, und ist bereits in unserem Grundwasser nachweisbar. Logisch, waschen wir uns damit die Haare oder reinigen unser Gesicht, und spülen es damit ins Abwasser.

Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet auf Stoffe wie Silikone und stärkt die natürliche Selbstregulation der Haut.

Hast du lange Zeit konventionelle Produkte verwendet, kann es sein, dass deine Haut zuerst einmal auf einen Selbstfindungs-Trip geht. Sie muss erst wieder lernen, sich selbst zu regulieren. Pickel und ein Spannungsgefühl auf der Haut können die Folge sein. Spätestens nach zwei Monaten, häufig aber schon nach zwei bis drei Wochen, hat sich deine Haut umgestellt. Sie kann sich danach viel besser selbst pflegen. Du brauchst weniger Kosmetikprodukte, und erfreust dich einer natürlich gesunden Haut. Der Effekt ist also nicht „sofort“, aber dafür umso nachhaltiger.

Wo kann ich Naturkosmetik kaufen?

Naturkosmetik kannst du mittlerweile fast überall kaufen. Ob im Drogeriemarkt, der Parfümerie oder im Supermarkt.

Oftmals gibt es ein extra Regal mit allen Naturkosmetik Produkten. Oder sie stehen zwischen den regulären Produkten. Schau einfach mal rechts und links von deinen bisher gewählten Produkten. Du wirst die Naturkosmetik-Alternativen sicherlich schnell entdecken.

Wichtig ist, dass du auf Siegel für zertifizierte Naturkosmektik, oder auf die Inhaltsstoffe achtest. Viele Drogerie- und Supermärkte führen „nur“ naturnahe Kosmetik, und es gibt viele grün gewaschene Produkte.

Online gibt es tolle Anlaufstellen für zertifizierte Naturkosmetik, oder naturnahe Kosmetik.

Unsere Lieblings sind:
https://www.ecco-verde.de/ (Natur- und Biokosmetik) https://www.najoba.de/naturkosmetik (Zertifizierte Naturkosmetik & Naturnahe Kosmetik)
https://amazingy.com/de/ (Zertifizierte Naturkosmetik & Naturnahe Kosmetik)

Warum ist in Naturkosmetik Alkohol enthalten? Und ist dieser schlecht für die Haut?

Zunächst einmal: Nicht nur Naturkosmetik enthält Alkohol. Er wird in jeglichen Kosmetikprodukten zur Konservierung, und aufgrund seiner adstringierend, fettlöslichen, entzündungshemmenden und antimikrobiellen Wirkung eingesetzt. Alkohol hat eine deodorierende Wirkung. Er erhöht die Viskosität und dient als Lösemittel.

Naturkosmetik benutzt Alkohol vor allem als Ersatz für Parabene als Konservierungsstoff.

Alkohol ist aber nicht gleich Alkohol, und nicht prinzipiell schlecht. Es gibt guten und schlechten Alkohol.

Schlechter Alkohol (Methanol und Ethanol) trocknet die Haut aus und macht sie rissig. Er steht im Verdacht weitere Krankheiten, wie Diabetes und Fruchtbarkeitsprobleme zu verursachen. Je weiter vorne du schlechten Alkohol auf der INCI Liste findest, desto schlechter.

Wenn du unter empfindlicher Haut oder Akne leidest, oder Erkrankungen wie Rosacea oder Kupferrose hast, solltest du auf Alkohol in Kosmetika am besten verzichten.

Gute Alkohole sind die Fett- und Wachsalkohole oder Zuckeralkohole (Glycerin). Hergestellt aus in Pflanzenteilen enthaltenen Fettsäuren, wirken sie feuchtigkeitsbindend und pflegend.

Solche guten Alkohole erkennst du auf der INCI Liste unter den Begriffen: Behenyl Alcohol, Cetearyl Alcohol, Cetyl Alcohol, Lanolin Alcohol, Stearyl Alcohol.
In Naturkosmetik kommen in der Regel „gute Alkohole“ zum Einsatz. Konventionelle Kosmetik bedient sich eher den schlechten Alkoholen.

Trotzdem gilt: Alkohole sollten in der INCI-Liste möglichst weit hinten liegen. Du solltest neue Produkte auf Hautverträglichkeit testen.
Übrigens: Der Hinweis „alkoholfrei“ auf Kosmetika bedeutet, dass keine schlechten Alkohole enthalten sind. Gute Alkohole dürfen trotzdem enthalten sein. Es hilft einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen, oder das Produkt mit einer App zu prüfen.

Unser Fazit

Während unserer Recherche zum Thema Naturkosmetik haben wir drei Bücher gelesen, und unzählige Beiträge und wissenschaftliche Berichte gewälzt.

Eins können wir sicher sagen: In der Kosmetikbranche durchzublicken ist nicht leicht!

Wir sind überzeugt, dass Naturkosmetik nicht nur für die Gesundheit unserer Haut, sondern auch für unsere Umwelt besser ist. Dennoch gibt es Bereiche, in denen noch Luft nach oben ist. Vor allem, da wir zusätzlich noch auf vegane Kosmetik achten.

Ich habe während meiner Recherche meine Körper- und Gesichtspflege, so wie mein Make-up auf zertifizierte Naturkosmetik und naturnahe Kosmetik umgestellt.

Mir ist aufgefallen, dass es vor allem im Make-up Bereich noch Optimierungspotenzial gibt. Vor allem bei Naturkosmetik-Mascara. Hier gibt es allerdings einen Unterschied zwischen einer veganen und nicht veganen Formulierung (mit Bienenwachs).

Mir hat am Anfang auch dieser besagte“Sofort-Effekt“ gefehlt. Es hat etwas Geduld gekostet, meiner Haut die Zeit zur Selbstregulierung zu geben.

Aber es hat sich gelohnt! Meine Haut kommt jetzt mit weniger Pflegeprodukten aus, ist weniger trocken, und insgesamt feiner geworden. Ich verwende jetzt übrigens mehr naturnahe Kosmetik, als zertifizierte Naturkosmetik. Das hat keinen bestimmten Grund, sondern hat sich einfach so ergeben.

Gerade bei naturnaher Kosmetik ist es schwierig auf einen Blick zu erkennen, ob die Produkte wirklich so natürlich sind. Deswegen nehme ich hier die erwähnten Apps zur Hilfe, oder ich recherchiere vor dem Kauf gründlich auf der Herstellerseite.

Wer sicher gehen will, kann zertifizierte Naturkosmetik mit den entsprechenden Siegeln kaufen.

Was uns von zertifizierter Naturkosmetik und naturnaher Kosmetik überzeugt hat: Der ökologische Fußabdruck der Produkte ist kleiner. Es werden – zumindest bei zertifizierter Naturkosmetik – keine Tierversuche durchgeführt. Und die Inhaltsstoffe sind in der Regel wesentlich verträglicher und vor allem hochwertiger.

Dafür nehme ich die höheren Anschaffungskosten in Kauf. Weil ich es mir wert bin. 😉

Online-Quellen:

Bücher Quellen:

  • [1] „Gift auf unserer Haut – Warum herkömmliche Kosmetik schadet und wie basische schön und gesund macht“ Michael Droste Laux, Ausgabe 2016
  • [2] „Angeschmiert! Tägliche Körperpflege krankmachende Inhaltsstoffe erkennen und ersetzen“ Ulrike Icha, 1. Auflage 2017
  • [3] „Naturkosmetik: Was ist drin? Wie erkenne ich Qualität? Wie finde ich das Produkt, das zu mir passt?“ Elfriede Dambacher, Auflage 2015
Caro

Von Caro

Hej Du. schön, dass du hier bist! Ich bin Caro, 30 Jahre jung, aus Karlsruhe. Ich habe eine Leidenschaft für Nachhaltigkeit, Umweltschutz, vegane Ernährung, Tiere und Pflanzen. Ich stecke hinter den Beiträgen auf fairlis.de und möchte dir gerne helfen, viel Wissen, Tipps und Inspirationen rund um das Thema Nachhaltigkeit zu sammeln.
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