Unsere Konsumgesellschaft und „Cradle to Grave“

In früheren Generationen wurden Konsumgüter in hoher Qualität für eine lange Nutzungsdauer konzipiert und produziert. Durch die hohe Qualität konnte vieles noch mal verkauft und wiederverwendet werden.

In der heutigen Konsumgesellschaft geht allerdings alles etwas schneller. Möbel, Kleidung und technische Gadgets werden in der Regel viel billiger produziert, vom Kunden neu gekauft und nach einem meist sehr kurzen Lebenszyklus wieder entsorgt. Dabei gehen die Produktionsfirmen auf den höchst möglichen Profit. Und was hat eine Firma schon davon, wenn ihre Produkte eine hohe Qualität aufweisen und wiederverwendet werden können? Profitabler ist es, wenn der Kunde immer wieder neu kaufen muss.

Aus diesem Grund ist heutzutage ein leider viel zu geläufiges Produktionskonzept das „Cradle to Grave“-Modell, also Produktion von der Wiege ins Grab. Nach diesem Modell werden Produkte, nachdem sie ausgedient haben, weggeworfen, verbrannt und haben keinen weiteren Nutzen. Häufig schaden sie dabei noch der Umwelt, denn ihre Materialien können nicht ohne Rückstände entsorgt werden. Wir nutzen unseren Planeten als „Rohstoffquelle“ und achten dabei wenig bis gar nicht darauf, dass diese natürlichen Ressourcen endlich sind, und wir ihn währenddessen auch noch verschmutzen.

Die Auswirkungen des „Cradle to Grave“-Modells spüren wir immer stärker, denn unser Planet hat nicht erst seit gestern ein riesiges Müllproblem. Tonnenweise Gift- und Plastikmüll landet im Meer und in der Natur. Aber auch unsere Müllentsorgungssysteme sind überfordert mit den Unmengen an entsorgten Abfällen.

Die Gegenantwort heißt „Cradle to Cradle“

„Cradle to Cradle“ bedeutet übersetzt „Von der Wiege zur Wiege“ und ist die nachhaltige Alternative zum „Cradle to Grave“-Konzept. Das „Cradle to Cradle“ Modell wurde 2002 vom deutschen Chemiker Michael Braungart und dem US-Amerikaner William McDonough in ihrem gleichnamigen Buch beschrieben.

Die Vision von „Cradle to Cradle“ ist es, eine abfallfreie Wirtschaft zu schaffen, in der Firmen ihre Produkte so konzipieren und produzieren, dass keine gesundheits- oder umweltschädlichen Materialien verwendet werden. Alle Produktionsprozesse bilden einen Kreislauf, anstatt in einer Sackgasse zu landen. Produkte werden so hergestellt, dass zum Zeitpunkt der Produktion bereits an ihr Lebensende gedacht wird. Ziel ist es, alle verwendeten Materialien wiederzuverwenden, oder zumindest ohne gefährliche Rückstände kompostieren zu können. Somit entsteht beim C2C (Cradle to Cradle) Konzept kein Müll sondern „Ökoeffektivität“. Ganz nach dem Beispiel der Natur.

Logischerweise ist die Umsetzung dieses Konzepts nicht ganz einfach, und je nach Sektor anders kompliziert. Nachhaltige und recyclingfähige Materialien zu verwenden, ist in der Textilbranche z.B. einfacher als in der Technikbranche. Vor allem Elektronikhersteller müssen daher viel Forschungs- und Entwicklungsaufwand betreiben. Erste Technische Produkte die unter dem C2C Konzept produziert wurden, waren z.B. der 2010 von Philips produzierte Flachbildfernseher Econova, welcher aus recyceltem Aluminium bestand und keine PVC-Kabelummantelungen mehr besaß. Auch die Senseo Viva Eco wurde nach C2C konzipiert und produziert. Vieles wurde aus Recyclingmaterial hergestellt. Und sollte die Kaffeemaschine ausgedient haben, können ihre Materialien wieder in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden.

Du interessierst dich mehr für Cradle to Cradle?

Folgende Videos oder Berichte zum Thema sind lesens- und sehenswert:

Diese Shops leben heute schon nach dem C2C Prinzip:

Kennst du weitere Hersteller oder Online Shops, die nach dem Cradle to Cradle Konzept agieren? Dann lass uns deinen Tipp gerne als Kommentar da!

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