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Natürliches Haaröl – Die besten Öle für die Haarpflege

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Heute möchte ich dir ein paar Pflanzenöle vorstellen, die sich perfekt als Haaröl eignen und deine Haare auf eine natürliche und sanfte Weise pflegen.

Denn nachdem ich im Badezimmer mein Shampoo auf ein verpackungsfreies, festes Shampoo umgestellt habe, habe ich eine ganze Weile auch nach Alternativen zu meiner bisher genutzten Haarkur gesucht (ich habe früher immer diese kleinen einzeln in Plastik verpackten Fläschchen benutzt).

Herkömmliche Haarkuren enthalten häufig Silikone und andere Inhaltsstoffe, die die Haare zwar ummanteln und sich schnell weich anfühlen lassen, aber sie nicht nachhaltig pflegen. Im Gegenteil wird damit sogar die natürliche Regulation der Haare unterbunden.

Meine Ansprüche an eine Alternative Haarkur waren also gepflegte Haare und eine gepflegte Kopfhaut, ohne dass ich danach mit fettigen Haaren durch die Gegend laufen muss, mit möglichst wenig schlechten Inhaltsstoffen.

Ich hatte mich zunächst durch ein paar Naturkosmetik-Kuren getestet, mit denen ich aber leider nicht zufrieden war.

Danach habe ich Haaröl als Alternative getestet und bin damit jetzt endlich super zufrieden. Ich möchte dir diese Öle nun genauer vorstellen, und dir verraten, wie du sie als Haarkur oder Spitzenpflege verwenden kannst.

Let’s go.

Arganöl

Arganöl wird häufig als Haaröl verwendet. Es wird aus den Samen der Frucht des Arganbaumes gewonnen. Das nussartige, recht teure Öl wird in Marokko im Gebiet l’Arganeraie gewonnen. Der Arganbaum ist extrem widerstandsfähig gegen Dürre und Hitze und bietet deswegen dort eine gute Einnahme-Quelle. Das Gebiet wurde mittlerweile durch die UNESCO zum Biosphären-Reservat erklärt, und die Kultur der Berber wird durch Kooperationen und Entwicklungsprojekte geschützt, damit die Familien die dieses Öl herstellen auch davon leben können.

Durch den Hype um das Arganöl (bekannt vor allem auch als „Morrocan Oil“) hatte nämlich bereits dazu geführt, dass die Kosmetikindustrie die Gewinnung und Verarbeitung des Öls industrialisieren wollte.

Die Herstellung von Arganöl wird traditionell durch reine Handarbeit der Berberfrauen gewonnen: Die Samen der gelben Beerenfrüchte des Arganbaums werden mit Hilfe von Steinen aus den Schalen befreit und danach getrocknet, geröstet und in Steinmühlen gemahlen.

Durch die Röstung erhält das Arganöl den besonderen Geruch. Mich persönlich erinnert es immer ein wenig an Popcorn. Aber das würde ich jetzt nicht als offizielle Geruchsbeschreibung heranziehen.

Danach wird das durch das Mahlen entstandene Mehl mit Wasser zu einem Teig gerührt, und dieser wird zeitaufwendig geknetet. Während des Knetens tritt dann das wertvolle Arganöl aus.

Wie du dir vorstellen kannst, ist der Ertrag recht gering: Aus 100 kg Früchten können innerhalb von ca. 10 Stunden lediglich ca. 1 Liter Öl gewonnen werden.

Mittlerweile gibt es auch schon einige Produktionsstätten die mit Maschinen arbeiten. Und aufgrund der steigenden Nachfrage wird Arganöl auch häufig mit weniger wertvollen Ölen vermischt. Vor allem in Kosmetika wird eher das ungeröstete Öl verwendet. Hier musst du also immer genau auf die Herkunft und Qualität des Öls achten.

Auf der Haut hinterlässt Arganöl keinen Fettfilm, da es super schnell einzieht. Durch das enthaltene Vitamin E fördert es die Zellregeneration und heilt und pflegt strapazierte Haut.

Arganöl als Haaröl – So geht’s

Aber nun zu den Vorteilen von Arganöl als Haaröl: Wie bereits erwähnt ist Arganöl besonders feuchtigkeitsspendend und pflegend, vor allem auch bei trockener und schuppiger Haut. Es gibt deinen Haaren Feuchtigkeit, und schließt diese ein.

Es eignet sich also perfekt für die Kopfhaut, um zu pflegen, und Schuppen vorzubeugen oder zu behandeln, oder aber bei strapaziertem und brüchigem Haar. Es verleiht deinem Haar Glanz und Elastizität.

Das enthaltene Vitamin E gibt kräftigt außerdem deine Haarwurzel. Das wirkt sich positiv auf dein Haarwachstum aus.

Arganöl als Haarkur bei schuppigen Haaren: Wenn du an Schuppen leidest kannst du Arganöl noch mit trockenen Haaren sanft in die Kopfhaut einmassieren, die Haare mit einem Handtuch umwickeln und alles mindestens eine Stunde (gerne auch mehr) einwirken lassen.

Anschließend kannst du die Haare ganz normal waschen. Es kann sein, dass du die Haare zweimal shampoonieren und ausspülen musst, damit sie danach nicht fettig aussehen.

Bei Haarausfall ist eine Massage der Kopfhaut mit Arganöl und ätherischem Thymianöl zu empfehlen.

Ich persönlich verwende Arganöl eher selten als Haarkur, da es recht teuer ist, vor allem, wenn man es großflächig anwendet. Dafür verwende ich lieber Kokosöl. Das ist günstiger, riecht besser und hat meiner Meinung nach auch bessere Pflegeeffekte.

Für die Spitzenpflege eignet sich Arganöl allerdings sehr gut.

Arganöl für die Spitzen: Dazu einfach 2 Tropfen Arganöl in den Handflächen verteilen und in die noch feuchten Haarspitzen einmassieren. Danach die Haare wie gewohnt trocknen und stylen.

Mandelöl

Mandelöl findet sich in zahlreichen Naturkosmetikprodukten als Basisöl. Und das nicht ohne Grund: Es weist eine hohe Verträglichkeit auf, weil es die Haut nicht reizt.

Die Haut erhält durch Mandelöl Vitamin A, E, B und D, außerdem noch die Mineralien Kalium, Magnesium und Calcium. Es wirkt feuchtigkeitsspendend und beruhigt die Haut. Es ist sehr säurearm und wird vor allem für trockene und Baby-Haut verwendet. Es eignet sich also auch perfekt als Öl für die Körper- und Gesichtspflege.

Mandelöl als Haaröl – So geht’s

Mandelöl ist als Haaröl aufgrund seiner Verträglichkeit besonders geeignet für Menschen mit empfindlicher Kopfhaut. Außerdem wirkt es aufgrund seiner feuchtigkeitspendenden Eigenschaften perfekt Spliss entgegen.

Mandelöl als Haarkur: Du kannst das Öl als Haarkur einmal pro Woche in deine trockenen Haare und in die Kopfhaut einmassieren, und z.B. über Nacht einwirken lassen.

Ganz wichtig: Das Kopfkissen am besten mit einem Handtuch schützen.

Am nächsten Morgen kannst du deine Haare ganz normal waschen und trocknen. Ich empfehle immer zwei Haarwaschgänge, damit die Haare nicht doch noch fettig sind.

Mandelöl für die Spitzen: Oder aber du verreibst nach dem Haarewaschen wenige Tropfen Mandelöl in den Händen und massierst es in die noch feuchten Spitzen ein. Danach die Haare wie gewohnt trocknen und stylen.

Jojobaöl

Jojobaöl (übrigens „Hohoba“ ausgesprochen) ist chemisch gesehen kein Öl, sondern ein flüssiges Wachs. Es hinterlässt auf der Haut keine fettenden Rückstände, wie das sonst bei Pflanzenölen der Fall ist.

Jojobaöl wurde in der Kosmetikbranche in den letzten Jahren immer beliebter, vor allem für die Hautpflege.

Aber auch für die Haare ist Jojobaöl perfekt. Es wirkt gegen Schuppen und sprödes, brüchiges Haar.

Jojobaöl enthält Vitamin E, B6 und Provitamin A. Es ist wie Mandelöl besonders veträglich und enthält keinerlei reizende Inhaltsstoffe.

Jojobaöl als Haaröl – So geht’s

Jojobaöl ist eines der besten Öle für die Haarpflege, da es besonders feuchtigkeitsspendend und pflegend ist. Es macht deine Haare widerstandsfähiger und stärkt sie vom Follikel an, damit sie gut wachsen können.

Es pflegt die Kopfhaut und wirkt dort auch gegen Juckreiz.

Es pflegt trockenes und brüchiges Haar von innen heraus und hilft so wirksam und nachhaltig gegen Spliss und „Frizz“. Nach der Anwendung verleiht es deinen Haaren einen schönen Glanz.

Jojobaöl solltest du nicht mit anderen Ölen mischen, sondern die Wirkung ganz alleine stehen lassen.

Wenn du generell schon fettige Haare hast, solltest du Jojobaöl auf keinen Fall zu häufig zur Pflege deiner Kopfhaut verwenden.

Jojobaöl für die Spitzen: Besonders gerne verwende ich Jojobaöl als Pflege bei trockenen Spitzen und Spliss. Dazu massiere ich zwei Tropfen Jojobaöl in die noch feuchten Haarspitzen ein, und style die Haare danach wie gewohnt.

Für eine ausgiebige Haarkur ist mir persönlich Jojobaöl zu teuer. Dafür greife ich lieber auf folgendes Öl zurück.

Kokosöl

Auch Kokosöl wurden in den letzten Jahren immer beliebter, z.B. als Öl für die Körperpflege, oder auch zum Ölziehen. Und auch als Haaröl ist Kokosöl perfekt geeignet.

Es bringt die Haut ins Gleichgewicht und hilft gegen trockene Kopfhaut. Außerdem wirkt es wunderbar gegen Juckreiz und kann sogar Pilze bekämpfen.

Außerdem riecht es einfach fantastisch gut – nach Kokos eben. Urlaubs- und Sommer-Feeling ist also vorprogrammiert.

Kokosöl als Haaröl – So geht’s

Bei der Haarpflege punktet Kokosöl besonders, in dem es die Kopfhaut beruhigt, trockene schuppige Stellen behandelt und vorbeugt, und generell die Haare mit Feuchtigkeit versorgt und sie damit geschmeidiger macht.

Es hilft somit gegen Haarbruch und Spliss, und ist vor allem bei trockenem und strapaziertem Haar zu empfehlen.

Besonders, wenn du häufig föhnst, glättest oder lockst ist Kokosöl sehr zu empfehlen.

Kokosöl als Haarkur: Ich empfehle dir Kokosöl als Kur 1-2 x die Woche in die gesamte Kopfhaut und die Haare einzumassieren und über Nacht einwirken zu lassen. Auf diese Weise werden deine Haare intensiv gepflegt, geschmeidig und zart.

Ich habe diese „Kokosöl-Haarkur“ einer Freundin vor ihrer Hochzeit empfohlen. Sie hat daraufhin ein halbes Jahr vor der Hochzeit jede Woche 1-2 x über Nacht die Kokosöl-Haarkur angewendet, und war absolut begeistert von den Ergebnissen. Ihre sonst so störrischen und strohigen Haare wurden mit der Zeit immer geschmeidiger, und waren weniger brüchig.

Du musst Kokosöl aber nicht immer als full-on Haarkur verwenden. Es reicht, wenn du eine kleine Menge Kokosöl nach der Hitzebehandlung als Haaröl in die Spitzen gibst.

Kokosöl für die Spitzen: Für die Spitzenpflege nehme ich immer eine kleine Menge Kokosöl, reibe mir damit die Hände und die Arme (oder andere trockene Körperstellen) ein, und gehe mit dem restlichen Öl an meinen Händen kurz durch die Haarspitzen. So ist sichergestellt, dass nicht versehentlich zu viel Öl in die Haare gelangt, und sie danach fettig aussehen.

Die besten Öle für die Haare

Für mich persönlich ist Kokosöl mein absoluter „Haaröl“-Favorit, vor allem als großflächige Haarkur. Es riecht gut, ist nicht zu teuer und lässt sich toll verteilen.

Wir achten übrigens immer darauf, Bio-Kokosöl zu kaufen, da Kokosöl nicht unbedingt ein nachhaltiges Produkt ist.

Unser Fazit – Welches Öl ist nun das beste Haaröl?

Wir haben dir jetzt alle für die Haare geeigneten Öle vorgestellt. Einige davon sind recht teuer und selten, andere günstiger, aber vielleicht nicht so nachhaltig.

Manche eignen sich besonders auch für die Pflege der Kopfhaut, andere eher für die Behandlung der Spitzen. Was nun das beste Haaröl für dich speziell ist, musst du erst einmal austesten. Das kommt auch absolut darauf an, was du erzielen möchtest, und wie dein Haartyp ist.

Ich erzähle dir jetzt einfach mal meine Routine für meine blondierten, trockenen, strapazierten, aber generell bereits eher glatten und geschmeidigen Haare:

1x pro Woche mache ich eine Haarkur, die ich über Nacht einwirken lassen. Dazu verwende ich in der Regel Kokosöl, und ab und zu auch mal Arganöl.

Das Öl massiere ich als Haarkur meistens sonntagabends in die Kopfhaut und in die Längen meiner Haare. Danach nehme ich so ein kleines dünnes Handtuch um die Haare und dreh mir daraus einen Turban. Mein Kopfkissen schütze ich zusätzlich mit einem Handtuch. Morgens wasche ich dir Haare zweimal mit Shampoo aus, und gebe in die Spitzen meines handtuchtrockenen Haares noch ein 1-2 tropfen Jojobaöl. Fertig.

Unter der Woche wasche ich meine Haare alle 2 Tage. Danach trage ich immer nur etwas Argan- oder Jojobaöl in die handtuchtrockenen Spitzen.

Damit fahre ich bisher wunderbar. Ich brauche keine zusätzliche Spülung oder konventionelle Haarkuren. Ich spare damit Geld, pflege meine Haare auf eine natürliche Weise und vermeide Silikone, die besonders häufig in Spülungen und Haarkuren verwendet werden.

Das Problem mit Silikonen: Sie geben zwar ein unglaublich weiches Haargefühl und verleihen dem Haar tollen Glanz, legen sich aber nur um das Haar und versiegeln es, was dazu führen kann, dass sich deine Haare danach noch spröder anfühlen.

Verwendest du bereits Öle zur Haarpflege? Wenn ja welche? Und hast du noch weitere Anwendungstopps? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen oder schreib mir auf Instagram!

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Die perfekten Öle für deine Haare
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Quellen

„Gift auf unserer Haut – Warum herkömmliche Kosmetik schadet und wie basische schön und gesund macht“ von michael DrosteLaux, Auflage 2016

„Angeschmiert – Tägliche Körperpflege, krankmachende Inhaltsstoffe erkennen und ersetzen“ von Ulrike Icha, 1. Auflage 2017

Von Caro

Hej Du. schön, dass du hier bist! Ich bin Caro, 30 Jahre jung, aus Karlsruhe. Ich habe eine Leidenschaft für Nachhaltigkeit, Umweltschutz, vegane Ernährung, Tiere und Pflanzen. Ich stecke hinter den Beiträgen auf fairlis.de und möchte dir gerne helfen, viel Wissen, Tipps und Inspirationen rund um das Thema Nachhaltigkeit zu sammeln.

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