Verpackungsfrei Einkaufen wird immer beliebter. Klar! Denn es spart jede Menge Verpackungsmüll – vor allem Plastik – und ist damit besser für die Umwelt.

In vielen großen Städten Deutschlands gibt es bereits verpackungsfreie Einkaufsläden. Das ist super, bringt dir aber leider wenig, wenn du z.B. im ländlichen Raum lebst, und die nächste Stadt mit Unverpacktladen kilometerweit entfernt liegt.

Aber keine Sorge! Auch ohne Unverpacktladen kannst du mit ein paar kleinen Tipps und Vorbereitungen kinderleicht möglichst verpackungsfrei – oder zumindest komplett plastikfrei – einkaufen.

Die besten Tipps & Tricks für einen plastikfreien Einkauf im Supermarkt

Wichtige Basics: Baumwollbeutel in verschiedenen Größen

Baumwollbeutel in verschiedenen Größen
Baumwollbeutel und wiederverwendete Papiertüten in verschiedenen Größen helfen beim Einkauf von losem Obst und Gemüse.

In der Regel gibt es in jedem Supermarkt unverpacktes Obst und Gemüse. Die praktischen Baumwollbeutelchen eignen sich dafür hervorragend – du kannst loses Obst und Gemüse hineinpacken, und damit alles sauber und bequem zur Kasse befördern. Wir haben unsere Baumwollbeutel online bestellt – es gibt sie aber mittlerweile auch häufig im Supermarkt zu kaufen.

Eine große Baumwolltasche ersetzt die Plastik-Einkaufstüte, um deine Einkäufe nach Hause zu transportieren. Du kannst auch einen klassischen Einkaufskorb mitnehmen, und dort deine Einkäufe verstauen. Das wird immer beliebter und ist eigentlich auch eine feine (und trendige) Angelegenheit.

Einfacher geht es nun wirklich nicht, Plastik beim Einkaufen einzusparen. 🙂

Damit du deine Beutel immer verfügbar hast, platziere sie an möglichst vielen Stellen. Wir haben Einkaufsbeutel im Auto, und in unserem Rucksack/ in der Handtasche verstaut. Dort wandern sie nach den Einkäufen direkt wieder hin. So sind wir auch für spontane Einkäufe jederzeit vorbereitet.

Loses Obst und Gemüse ohne Verpackung mitnehmen

Salat unverpackt oder in Plastik im Supermarkt
Verpackt oder unverpackt? Du hast meistens die Wahl und kannst dich für die plastikfreie Variante entscheiden.

Obst und Gemüse mit einer natürlichen Verpackung – der sogenannten „Schale“ 😉 – wie z.B. Bananen, Kürbis, Zwiebeln, etc., musst du gar nicht erst einpacken, da die „Verpackung“ ja nicht mitgegessen wird, und danach ohnehin auf dem Kompost oder im Biomüll landet. Theoretisch kannst du aber jede Obst- und Gemüsesorte auch ohne Beutel transportieren.

Gemüse unverpackt und in Plastik verpackt im Supermarkt
Mittlerweile gibt es in vielen Supermärkten eine große Auswahl an losem Gemüse.

Wir kaufen Obst und Gemüse immer ohne Plastikverpackung und transportieren es entweder im Baumwollbeutel, oder legen die Sachen direkt auf das Band. Bisher haben wir deswegen auch keine komischen Blicke geerntet, oder Ärger bekommen. Wichtig ist nur, zuhause alles gründlich abzuwaschen, um Keime und Bakterien zu entfernen.

Fleisch und Käse von der Frischetheke

Käse in Plastikverpackung im Supermarkt
Käse gibt es im Kühlregal meist nur verpackt – an der Frischetheke kannst du Käse auch unverpackt bekommen. (Anzeige unbeauftragt)

Fleisch und Käse gibt es im Kühlregal oder in der Kühltruhe meist nur in Plastik verpackt. Allerdings gibt es in so ziemlich jedem Supermarkt auch eine Frischetheke. Dort kannst du Fleisch, Käse und teilweise auch Fisch einkaufen.

Damit du hier wirklich Verpackungsmüll einsparst, kannst du deine eigenen Behälter mitbringen, und dir die Ware abpacken lassen. In den meisten Supermärkten geht das mittlerweile ohne Probleme.

Du darfst dich nur nicht wundern: Das Personal benutzt dazu entweder spezielle Tabletts, oder reicht dir die Ware über die Theke. Das hat mit diversen Hygienevorschriften zu tun, und ist ganz normal.

Auch beim Metzger kannst du dir dein Fleisch in mitgebrachte Behältnisse einpacken lassen, und damit Plastiktüten & Co. einsparen.

Nudeln in Papierverpackung oder im Karton kaufen

Nudeln in Plastiktüten im Supermarkt
Nudeln gibt es zwar häufig in Plastik verpackt – es gibt aber auch Nudeln aus Kartons oder Papierverpackungen. (Anzeige unbeauftragt)

Nudeln gibt es von den großen bekannten Marken ziemlich oft in Karton zu kaufen. Leider irgendwie immer mit diesem kleinen Plastikfensterchen – weil wir ja alle gar nicht wissen, wie Nudeln so aussehen. 😀

Nudeln im Karton im Supermarkt
Hier z.B. die Nudeln von Barilla – in Karton mit Sichtfenster. (Anzeige unbeauftragt)

Doch auch für Nudeln gibt es einen komplett plastikfreien Tipp: Bei dm oder im Biomarkt gibt es seit einiger Zeit die Nudelmarke „Albgold“ (Werbung unbeauftragt), die Nudeln in Papiertüten komplett ohne Plastik verkauft. Das ist zwar nicht verpackungsfrei, spart aber dennoch Plastikmüll.

Nudeln von Albgold in Papierverpackung
Im Biomarkt und bei dm gibt es Nudeln von Albgold – in Papierverpackung – komplett plastikfrei.

Geforenes Obst und Gemüse im Karton kaufen

Gefrorenes Obst aus Plastiktüten oder im Karton
Du hast die Wahl – Obst im Karton oder aus der Plastiktüte. Wir wählen den Karton! (Anzeige unbeauftragt)

Obst und Gemüse gibt es nicht nur frisch, sondern auch tiefgefroren. Verpackt ist das TK-Obst und Gemüse häufig in Plastiktüten – es gibt aber auch Marken, die ihre Tiefkühlware in Kartons anbieten. Das ist nicht weniger praktisch als die Tüten, nur die Verpackungseinheit ist meist etwas kleiner.

Kleiner Tipp: Da Karton sehr leicht durchnässt, müssen die Sachen – sobald zuhause – möglichst schnell in der Tiefkühltruhe verstaut werden. Im fairlis-Haushalt hatten wir mal einen sehr unschönen Zwischenfall mit vergessenen TK-Blaubeeren. Unser schöner alter Holztisch hat heute noch einen schwarzen Fleck, der wohl nie mehr rausgehen wird… oopsi.

Glas oder Dosen statt Plastik

Gemüse in Konservendosen oder im Glas im Supermarkt
Konserven gibt es meist in der Aludose oder im Glas. Aber was ist nachhaltiger? (Anzeige unbeauftragt)

Kichererbsen und Bohnen verschiedener Sorten gibt es im Supermarkt entweder getrocknet in Plastiktüten verpackt, oder aber vorgekocht in Glas oder Konservendosen.

Um Plastikverpackungen zu sparen, greife ich hier in der Regel zur Konserve oder dem Glas. Das sind zwar immer noch Verpackungen, sie können aber besser recycelt oder wiederverwendet werden, als das Plastik.

Glas ist dabei überraschenderweise unterm Strich nicht die umweltfreundlichste Lösung, da es in der Produktion und im Recycling viel mehr Ressourcen verschwendet, als Alu oder sogar Plastik. Was Glas nachhaltiger macht, ist die mehrfache Verwendung. Wenn du also Bohnen & Co. im Glas kaufst, solltest du dieses danach immer wieder verwenden, damit es eine bessere Umweltbilanz hat.

Dies gilt übrigens auch für Joghurt im Glas. Eine tolle Alternative zu Joghurt aus Plastikverpackungen.

Getränke in Glas- statt Plastikflaschen kaufen

Eine Reihe an Plastikflaschen im Supermarkt
Jede Menge Plastikflaschen – Dabei sind Glasflaschen nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch für deine Gesundheit. (Anzeige unbeauftragt)

Plastikflaschen gehören nicht nur zu den größten Umweltsündern, sondern sind auch noch ziemlich ungesund. Auch im Mehrwegsystem sind sie also keine nachhaltige Alternative.

Wasser in Glasflaschen im Supermarkt

Besser: Getränke in Glasflaschen kaufen. Mehrwegsysteme machen sie – trotz Glas – besonders umweltfreundlich. Und sie gefährden deine Gesundheit nicht.

Wasser in Glasflaschen
Mehrweg Glasflaschen sind besser für die Umwelt – und besser für deine Gesundheit! (Anzeige unbeauftragt)

Klar, Glasflaschen sind schwerer als Plastikflaschen – aber so ein kleines wöchentliches Arm-Workout hat doch noch keinem geschadet ;).

Häufig gestellte Fragen zum verpackungsfreien Einkaufen im Supermarkt

Unverpacktes Obst im Supermarkt
Kann ich Obst und Gemüse ohne Probleme lose aufs Kassenband legen?

Bisher hatten wir mit losem Obst und Gemüse nie Probleme an der Kasse. Wir bemühen uns aber, Obst und Gemüse derselben Sorte zusammen auf das Band zu legen, damit die Kassiererin bzw. der Kassierer es direkt zusammen wiegen kann. Das dauert vielleicht 2 Sekunden länger, als mit Beutel, hat aber bisher niemanden gestört. 🙂

Was ist mit Keimen auf dem Kassenband? Ist das nicht unhygienisch, Obst und Gemüse lose auf das Band zu legen?

Wer Angst vor den Keimen auf dem Kassenband hat: Obst und Gemüse (auch das in Plastik verpackte) wurde vor dem Kauf auch bereits mehrfach angefasst, ist über Bänder gelaufen, etc.pp – auch wenn man es als Endverbraucher nicht höchstpersönlich gesehen hat. Die Lösung: Zuhause einfach gründlich abwaschen, dann musst du auch keine Angst vor Keimen haben.

Wohin klebe ich das Etikett mit dem Gewicht, wenn ich keine Tüte habe?

Wir kleben die Etiketten entweder auf die Rückseite unseres Kassenzettels, oder direkt auf ein Stück Obst oder Gemüse. Wichtig ist nur, Obst und Gemüse derselben Sorte immer zusammen auf das Kassenband zu legen. Das erleichtert die Arbeit der Kassiererin beim Nachwiegen und Abkassieren.

Was ist besser: Bio in Plastik, oder konventionelles aber unverpacktes Obst und Gemüse?

Diese Frage hat uns schon häufiger aus unserer Instagram-Community (@fairlis.de) erreicht. Und irgendwie gibt es dafür wahrscheinlich keine zufriedenstellende Antwort. Denn um diese Frage wirklich korrekt beantworten zu können, müsste genau erforscht werden, ob der negative Einfluss von Pestiziden & Co. aus der konventionellen Landwirtschaft schlimmer ist, als der der biologischen Landwirtschaft in Kombination mit der Plastikproduktion. Zudem wird häufig auch Biokunststoff als Verpackung verwendet. Zwar ist diese Art von Kunststoff auch nicht gerade toll, aber in der Umweltbilanz etwas weniger dramatisch, als normales Plastik.

Wir handhaben es so: Wir kaufen Bio und unverpackt. Benötigen wir etwas wirklich dringend, dann greifen wir in Ausnahmefällen auch mal zur Plastikverpackung. Für uns sind die gesundheitlichen Gefahren durch Pesitizide, und auch deren Auswirkung auf die Umwelt, schlimmer, als eine danach von uns korrekt recycelte Plastikverpackung. In den meisten Fällen versuchen wir aber, wirklich nur unverpacktes Obst und Gemüse zu kaufen – und dann eben auch mal auf etwas zu verzichten, wenn es nun gerade nicht Bio und unverpackt verfügbar ist.

Was mache ich gegen komische Blicke oder genervte KassiererInnen?

Ganz einfach. Ignorieren 😉 Sei dir einfach gewiss, dass du gerade deiner Umwelt etwas Gutes tust. Alles andere ist eigentlich echt total egal.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen sogar positiv auf unsere Bemühungen reagieren, und total freundlich damit umgehen. Mitterlweile gibt es in einigen Supermärkten sogar schon Baumwollbeutel & Co. zu kaufen – der Einfluss von Plastik auf die Umwelt ist mittlerweile wirklich kein Nischenthema mehr, das nur von verrückten Ökotanten und -onkels beachtet wird.

Wie finde ich heraus, ob ich in meinem Supermarkt meine eigenen Behältnisse an der Frischetheke befüllt bekomme?

Ebenfalls ein „No-Brainer“: Einfach direkt nachfragen! Fragen kostet nichts, und in der Regel antwortet das Personal sehr freundlich und gibt gerne Auskunft. Trau dich einfach, dir kann wirklich nichts Schlimmes passieren. 🙂

Was mache ich, wenn ich meine Baumwollbeutel vergessen habe?

In diesem Fall packen wir die Sachen komplett ohne Verpackung in den Einkaufswagen. Wenn wir nicht so viel einkaufen, dann nehmen wir die Einkäufe in die Hand und hoffen darauf, auf dem Weg zum Auto nichts fallen zu lassen. Im Notfall kaufen wir auch mal eine Papiertüte und verwenden diese dann für weitere Einkäufe oder am Ende ihres Daseins als Mülltüte.
Kleiner Tipp: Besorge dir mehrere Baumwollbeutel und platziere sie an möglichst vielen Stellen – im Auto, in der Handtasche, im Rucksack. So sind sie stets griffbereit und es gibt kein Vergessen mehr. 🙂

Wenn ich mein Obst und Gemüse im Baumwollbeutel wiege, zahle ich dann nicht mehr?

Ja klar – Baumwollbeutel & Co. haben ihr eigenes Gewicht und kosten demnach auch etwas Geld, wenn du dein Obst und Gemüse damit abwiegst. Da das Material der meisten Beutel aber sehr leicht ist, handelt es sich dabei um wenige Cent.
Kleinvieh macht aber bekanntermaßen auch Mist – deswegen haben wir für uns folgende Lösungen gefunden: Wir wiegen unser Obst und Gemüse ohne Beutel, packen es danach ein, und kleben das Etikett drauf. Falls die Kassiererin nachwiegen sollte, und sich wegen der marginalen Differenz beschwert, muss sie die Sachen eben kurz auspacken und erneut wiegen. Das ist uns bisher aber nicht passiert.
Für den Fall, dass die Kassiererin das Obst und Gemüse selbst wiegt, legen wir die Waren offen auf die Beutel auf das Kassenband und packen sie nach dem Wiegen ein. Oder die dritte Lösung: Bei schwerem Obst und Gemüse (wie Äpfel, Karotten, etc.) lassen wir den Beutel einfach mitwiegen. Das ist die stressfreiste Lösung und macht in der Gewichtsklasse kaum etwas aus.

Wir hoffen dir hat dieser Beitrag gefallen, und du konntest für all deine Fragen eine Antwort finden. Falls nicht, kannst du uns gerne einen Kommentar hinterlassen oder uns auf instagram (@fairlis.de) kontaktieren.

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So geht unverpackt einkaufen ohne Unverpacktladen
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