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Zero Waste Abschminken – müllfreie Alternativen zu Wattepads

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Die meisten Frauen, und auch manche Männer, schminken sich regelmäßig, wenn nicht sogar täglich. Auch ich schminke mich mindestens 5x die Woche.

So schön Make-up auch ist, spätestens Abends wollen, oder sollten, wir es wieder vom Gesicht runter haben.

Eine Frau verwendet jährlich über 1.000 Wattepads zum Abschminken*. In Deutschland gibt es ca. 41 Millionen Frauen. Das macht jährlich um die 41 Milliarden Wattepads, die im Müll landen.

Wattepads werden in Packungen zwischen 30 und 140 Stück verkauft. Die Verpackung ist logischerweise immer aus Plastik. Gehen wir von einer Packungsgröße von 140 Wattepads aus, produzieren wir zusätzlich zu den 41 Milliarden Wattepads im Müll auch noch ca. 293 Millionen Plastikverpackungen.

Zählt man dann noch Männer hinzu, die sich Schminken und Abschminken, und Wattepads zum Nagellack entfernen, steigen diese Zahlen noch viel höher.

Die Zahlen verdeutlichen bereits die negative Umweltbilanz von Wattepads. Aber es gibt noch weitere Nachteile.

(*Unter der Annahme, dass eine Frau sich täglich abschminkt und dabei ca. 3 Wattepads verwendet, plus Wattepads für Gesichtswasser & Co.)

Wattepads – Nachteile für die Umwelt

Neben den 41 Milliarden Wattepads und 293 Millionen Plastikverpackungen die jährlich durch Abschminken im Müll landen, bestehen die meistgekauften Wattepads auch noch aus konventioneller Baumwolle. Die Baumwolle, die in Deutschland zur Herstellung von Wattepads verwendet wird, stammt größtenteils aus Indien.

Der Anbau von Baumwolle hat folgende Nachteile für die Umwelt:

  • Baumwolle für Wattepads stammt von genmanipulierten Baumwollfeldern
  • Diese Baumwollfelder werden mit Insektenschutzmitteln (Insektiziden) und Herbiziden (gegen Unkraut) bespritzt, vor allem das gefährliche Glyphosat wird hier häufig eingesetzt, ein Herbizid, welches sehr miese Auswirkungen auf die Umwelt hat
  • 25% aller weltweit eingesetzten Pestizide werden für die Baumwollproduktion verwendet
  • Rückstände dieser Pestizide bleiben im Endprodukt erhalten und können so auch beim Entsorgen in die Umwelt geraten
  • Baumwolle benötigt im Anbau sehr viel Wasser: Weltweit werden im Durchschnitt für die Produktion von 1kg Baumwolle ca. 11.000 Liter Wasser benötigt
  • Für die Produktion der Wattepads werden Bleichmittel eingesetzt, damit sie schön weiß aussehen
  • Die Produktion von Wattepads verbraucht viel Energie
  • Wattepads sind meist in Plastik verpackt, das produziert zusätzlich Müll

Wattepads – Nachteile für deine Gesundheit

Wattepads sind nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern können auch deiner Gesundheit schaden.

  • Pestizidrückstände können bei der Verwendung von Wattepads durch die Haut in deine Schleimhäute und deinen Organismus geraten
  • Glyphosat steht im Verdacht krebserregend zu sein
  • Rückstände von Giftstoffen können außerdem Allergien auslösen (Pickel, Akne, Hautrötungen, etc.)

Nachhaltige und müllfreie Alternativen zu Wattepads

Tausche Wattepads gegen ein Frotteehandtuch oder wiederverwendbare Baumwollpads (auf dem Bild zu sehen sind Baumwollpads von Valdhome (PR Sample))

Natürlich gibt es auch nachhaltige Alternativen zu Wattepads. Eine Variante wäre zwar, auf Pads aus Bio-Baumwolle umzusteigen. Das löst aber noch lange nicht das Müllproblem und den Ressourcenverbrauch während der Produktion. Und auch Bio-Baumwolle ist nicht ideal für die Umwelt.

Besser sind diese Alternativen zu Wattepads:

  • Verwende wiederverwendbare Abschminkpads z.B. aus Baumwolle oder Frottee – die kannst du dir selbst aus alten Handtüchern oder T-Shirts nähen, aus Wolle häkeln, oder auch neu kaufen. Achte hier bitte auf nachhaltige Materialien. Abschminkpads aus Mikrofaser verlieren leider bei jeder Nutzung und in jedem Waschgang Mikroplastik, und sind daher aus unserer Sicht nicht zu empfehlen.
  • Verwende zum Abschminken einfach ein veganes und mikroplastikfreies Waschgel, Wasser und Frotteewaschlappen oder kleine Frotteehandtücher, die du garantiert bereits zuhause hast.

Sowohl die wiederverwendbaren Abschminkpads als auch die Frotteehandtücher kannst du zum Entfernen von jeder Art von Make-up verwenden. Danach wirfst du sie in die Wäsche und kannst sie nach einem 60°C Waschgang direkt wiederverwenden.

Ich persönlich verwende eine spezielle Gesichts- oder Alepposeife, Wasser und Frotteetücher zum Abschminken und habe nie etwas anderes gemacht. Ich bin damit super zufrieden.

Kleiner Hausfrauentipp am Rande: Wenn du kleine Frotteehandtücher oder Waschlappen in Kombi mit einem Waschgel zum Abschminken verwendest, kannst du mit dem benutzen Tuch danach dein Waschbecken abreiben. So sieht es jeden Abend wie frisch geputzt aus.

Tipp bei wasserfestem Make-up: Kokosöl funktioniert super, um wasserfestes Mascara zu entfernen. Einfach ein bisschen auf eine Ecke des Frotteetuchs, oder auf das wiederverwendbare Wattepad auftragen, auf das Auge halten und kurz „wirken“ lassen. Abwischen, danach mit normalem Waschgel oder Seife abwaschen, fertig.

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Von Caro

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8 Antworten auf „Zero Waste Abschminken – müllfreie Alternativen zu Wattepads“

Bin heut über Insta auf diese Seite aufmerksam geworden & find euere Themen sehr spannend und hab schon einige Anregungen gefunden!
Zum Thema abschminken: ich hab ein Pad von Jemako, bei dem man nichts außer Wasser benötigt und man kann es immer wieder waschen. Für mich perfekt 🙂

Hallo liebe Désirée,

vielen lieben Dank für dein Kommentar.❤ Interessanterweise hat mich gestern jemand auf ein ähnliches Konzept aufmerksam gemacht – da heißen die Pads „waschies“. Danke für deinen Hinweis, ich werde mir Jemako direkt mal ansehen.

Ganz liebe Grüße
Caro

Hallo liebes Fairlight.de-team,
Ich bin durch die Teefilter-Problematik, die ihr super recherchiert habt, auf euch aufmerksam geworden und hab mich etwas bei euch durchgeklickt.
Mir ist in diesem Artikel nur speziell aufgefallen dass ihr mit den Begriff Pestiziden nicht korrekt umgeht.
Pestizide sind der Oberbegriff für alle Pflanzenschutzmittel. Insektenschutzmittel sind Insektizide (Oberbegriff ist da natürlich auch Pestizid). Im gleichen Unterpunkt sprecht ihr von Glyphosat. Das ist aber kein Insektizid sondern ein Herbizid, was gegen Unkräuter/Wildkräuter eingesetzt wird. Die möglichen negativen Auswirkungen der Rückstände von Glyphosat in Baumwolle oder andere Lebensmitteln auf die Gesundheit des Menschens möchte ich dabei gar nicht bestreiten.
Mir ist das schon öfter in den Medien aufgefallen, dass es da selten eine korrekte Definition der Begrifflichkeiten gibt.
Viele Grüße
Heike

Liebe Heike,

danke für das tolle Lob, dein konstruktives Feedback und die Aufklärung. Das haben wir natürlich berichtigt und entsprechend aktualisiert. Wir hoffen, dass es jetzt einwandfrei formuliert ist.

Viele liebe Grüße
Caro 🙂

Liebe Caro,

ich finde deinen Artikel wirklich absolut super. Allerdings hätte ich eine Frage zu deinen Quellen. Sind die Rechnungen, die du gerade am Anfang ausführst durch repräsentative Zahlen belegt oder hast du einfach Annahmen getroffen?

Beste Grüße,
Priscilla

Hallo liebe Priscilla,

vielen Dank für dein positives Feedback. Die Zahl mit den ca. 1.000 Wattepads ist eine Hochrechnung, unter der Annahme, dass eine Frau sich täglich mit ca. 3 Wattepads abschminkt. Ich habe das im Artikel jetzt noch als Anmerkung ergänzt, damit es klarer wird. Danke dir für den Hinweis! 🙂
Es gibt dazu aber leider keine repräsentative Zahl einer öffentlichen Statistik.

Viele liebe Grüße
Caro

Liebe Caro
Die Wiederverwendbarkeit der Abschminkpads ist super, auch ich selbst nutze sie zu Hause. Nur nutze ich wenig Kosmetikprodukte und wenn dann ohne Mikroplastik. Was mir überall fehlt (nicht nur in deinem Artikel), ist das grosse Problem des Mikroplastik in der Kosmetik. Auch du machst leider in deinem Artikel nicht aufmerksam darauf. Personen, welche sich mit dem Thema Nachhaltigkeit nicht auseinandersetzen, lesen wie Nachhaltig angeblich die Pads sind, kaufen diese und spülen ihre Kosmetik, welche viel Mikroplastik enthält entweder per Spülbecken oder danach per Waschmaschine ins Abwasser. Es wird genug oft beschrieben, dass es unmöglich ist, den Mikroplastik komplett aus dem Abwasser wieder zu entfernen. BITTE kläre die Leser auch darüber auf.
Somit hat das gute Gewissen von Wiederverwendbarkeit einen sehr bitteren Beigeschmack.
Liebe Grüsse Selina

Hallo liebe Selina,

vielen Dank für dein wertvolles Feedback und den Hinweis zum Thema Mikroplastik. Da hast du vollkommen recht, das sollte in dem Zusammenhang noch konkreter erwähnt werden. Ich hatte im Artikel geschrieben, dass man auf „nachhaltige Materialien“ achten soll, was für mich eigentlich selbstverständlich ist. Aber das ist auf keinen Fall konkret genug gewesen, da hast du absolut recht!

Ich habe den Abschnitt deswegen noch einmal angepasst, und auch unseren ausführlichen Beitrag zum Thema Mikroplastik verlinkt.

Ich hoffe, dass es so deutlicher wird.

Ganz liebe Grüße
Caro

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