Stell dir vor du wirst geboren und sofort von deiner Mutter getrennt. Du hast sie nie gesehen und wirst sie auch nie mehr sehen. Sie kann dich niemals umsorgen, hegen und pflegen. Obwohl ihr beide euch das sehnlichst wünscht.

Stattdessen wirst du mit deinen Geschwistern und vielen anderen Leidensgenossen in einen dunklen, viel zu engen Raum gesperrt. Eventuell bist du sogar in Einzelhaft und hast eine eigene winzige kalte Zelle mit einem verdreckten Spaltboden, durch den dein Urin und dein Kot abfließen kann. In deiner Einzelzelle kannst du dich weder hinlegen noch umdrehen. Du bekommst Futter, welches dich in wenigen Wochen so schnell wachsen lässt, dass deine Muskeln dein eigenes Körpergewicht nicht mehr tragen können. Du könntest aus eigener Kraft nicht einmal Laufen, selbst wenn du Platz dazu hättest.

Eigentlich würdest du dich gerne mit Freunden beschäftigen, spielen, rumtoben und Spaß haben. Aber in deiner Umgebung gibt es dazu keinen Platz. Alle sind deprimiert und haben mit ihren eigenen Schmerzen zu kämpfen.

Du starrst den ganzen Tag auf eine Betonwand, und weißt nicht, ob es draußen hell oder dunkel ist, denn dort wo du eingesperrt bist, gibt es keine Fenster. Du weißt nicht einmal was „draußen“ eigentlich bedeutet, denn du hast noch nie frische Luft geatmet oder Sonnenlicht gesehen.

Vor Langeweile fängst du an, dich selbst und deine Zellgenossen zu verstümmeln. Deine Schmerzen werden von Tag zu Tag schlimmer. Ab und zu schauen die Zellwächter vorbei und schlagen brutal auf dich oder deine Geschwister und Freunde ein. Manchmal ziehen sie Tote aus den Zellen. 

Eines Tages wirst du mit den anderen plötzlich aus den Zellen getrieben. Ihr werdet dabei geschlagen und angebrüllt. Trotzdem macht sich eine kurze Hoffnung breit. Werdet ihr befreit? Hat eurer Horror endlich ein Ende?

Auf einmal bist du „draußen“ und siehst zum ersten Mal das Sonnenlicht. Es ist grell, aber wunderschön, warm und freundlich. Doch nach wenigen Sekunden kommen die Männer mit den Stöcken und treiben dich weiter. Diesmal in eine Metallzelle auf Rädern. Es ist noch weniger Platz als in der alten Zelle, aber es gibt kleine Fensterschlitze. Alle haben Angst und sind aufgeregt.

Durch die kleinen Spalten kannst du ein bisschen Luft schnappen. Du siehst plötzlich viele Dinge, die du vorher noch nie gesehen hast. Wiesen, Felder und Bäume. Andere Tiere und Menschen, die sich frei bewegen. Du spürst die tiefe Sehnsucht nach Natur und Freiheit in dir aufsteigen. Doch du bist eingesperrt, und kannst nicht entkommen.

Ihr seid lange Zeit unterwegs. Wie lange kannst du nicht sagen. Es ist furchtbar heiß. Du hast Durst und Hunger, aber in der Metallzelle gibt es weder Futter noch Trinken. Viele deiner Freunde sind panisch und schreien kläglich. Manche drängen sich hektisch von einer Ecke in die andere. Dabei treten sie auf die besonders schwachen unter euch und verletzten sie stark. Und plötzlich steht alles still.

Die Männer mit Schlagstock treiben dich und die anderen erneut aus der Zelle, in ein Haus mit grellem Licht und kalten Böden. Es riecht nach Blut und Angst. Manche Freunde kommen in Gruppen in einen Raum, in dem sie auf einmal alle umfallen und nicht mehr aufstehen. Kurz bevor sie umfallen, kannst du die Todesangst in ihren Augen sehen. Bis zum Schluss versuchen sie panisch nach Luft zu schnappen.

Andere, wie du auch, kommen zu Menschen in Uniformen, die ein komisches Gerät in der Hand haben. Damit zeigen sie auf einen deiner Zellgenossen. Es lässt einen lauten Schlag und er fällt flach zu Boden. Einer der Männer packt ihn und schleift ihn fort. Einer nach dem anderen fällt der Maschine zum Opfer. Manche schreien ein letztes Mal kläglich, andere leben nach dem Schuss noch und werden trotzdem weggetragen. Es fließt Blut. Bald bist auch du an der Reihe. Du hast Angst. Du kannst die Angst der anderen riechen. Alle sind in Panik.

Und dann bist du dran. Einer der Männer packt dich brutal am Hals und zwingt dich in Position, der andere hält dir die Maschine an den Kopf. Krach. Ein scharfer Schmerz fährt durch deinen Körper. Alles wird dunkel.

Du wachst plötzlich auf. Dein Hals und dein Kopf schmerzen. Du kannst kaum atmen und hast das Gefühl zu ersticken. Dir wird bewusst, dass du kopfüber an der Decke hängst, aufgehängt an deinen Füßen. Du spürst, dass du verblutest. Mit letzter Kraft öffnest du die Augen.

Was du im letzten Moment deines qualvollen Lebens siehst, sind deine Freunde, die neben dir aufgeschlitzt an Haken von der Decke hängen. Manchen fehlen bereits Arme und Beine, andere werden gerade ausgeweidet.

Langsam spürst du, wie du aufgibst, und das Leben aus dir entweicht. Dein Leid hat endlich ein Ende. Aber wie gerne hättest du noch erfahren, wie es ist wirklich zu leben…

Und Schnitt.

Das war leider kein Ausschnitt der nächsten Netflix-Horrorserie, sondern ein realistisches und alltägliches Szenario für Millionen von Tieren, die ihr Dasein in Massentierhaltung fristen, um für den Fleisch-, Milch- und Eierkonsum der Menschen zu sterben.

Einige Menschen sind sich diesem Horror bewusst und wollen ihn nicht weiter unterstützen. Sie finden daher den Einstieg zu einer veganen Ernährung bzw. zu einem veganen Lebensstil, aus ethischen Gründen – für unsere Tiere.

Vegan for the animals. Das war auch mein Grund für den kompletten Verzicht auf tierische Produkte, sowohl Lebensmittel als auch tierische Materialien. Ich lebe seitdem viel leichter. Trotzdem trifft es mich jedes Mal, wenn ich an den Horror denke, den viele Tiere tagtäglich für unseren Genuss durchmachen müssen.

Im Folgenden wollen wir dir – weniger emotional geladen und dafür mehr sachlich – einige Fakten zur Massentierhaltung geben. Eventuell überzeugen sie auch dich, in Zukunft auf tierische Produkte zu verzichten.

Hoher Fleisch-, Eier und Milchkonsum

Seit Jahrzehnten steigt der Fleischkonsum in unserer Gesellschaft immer weiter an. Daran Schuld sind gutes Marketing und gute Geschmacksverstärker, so wie immer billigere Preise.

Im Jahr 2017 verzehrten die Deutschen pro Kopf 87 kg Fleisch. Davon waren laut bvdf.de 50 kg Schweinefleisch und ca. 20 kg Geflügel.

Pro Kopf konsumierten die Deutschen im Jahr 2017 außerdem rund 24,1 Kilogramm Käse und 51,5 kg Trinkmilch.

Hochgerechnet sind das also 7.177.500 Tonnen Fleisch, 4.248.750 Tonnen Milch und 1.988.250 Tonnen Käse. Eine Tonne sind 1000 kg. Diese Zahlen sind fast unvorstellbar hoch und gelten nur für Deutschland.

Um diese Mengen Fleisch, Milch und Eier zu produzieren, und dabei Profit zu machen, bedarf es einer Masse an Tieren, die auf begrenzter Fläche zu möglichst günstigen Bedingungen gehalten werden müssen. Die Lösung…

Massentierhaltung

„Massentierhaltung“. Das bedeutet viel zu viele Tiere auf viel zu wenig Platz. Sie können ihre natürlichen Bedürfnisse, ihren Raumbedarf und ihre Sozialstrukturen nicht ausleben, sondern werden auf engstem Raum durch Zwangsoptimierung in möglichst kurzer Zeit und ohne große Verluste und Ausgaben zum Endprodukt „produziert“.

In Deutschland leben und sterben so jährlich etwa 745 Millionen Tiere.
Pro Tag sind das alleine in Deutschland 158.000 Schweine und 1,64 Millionen Hühner. Das sind pro Sekunde 1,8 Schweine und 18,9 Hühner. Seit du angefangen hast diesen Beitrag zu lesen, sind also ca. 5.670 Hühner und 540 Schweine gestorben. Unter den 745 Millionen Tieren sind aber auch Rinder, Fische, Schafe, und viele mehr. Im Folgenden gehen wir nur auf ein paar Beispiele ein. 

Massentierhaltung am Beispiel von Schweinen

Schweine sind sehr intelligente und neugierige Tiere. Sie sind sogar so intelligent wie ein 5-jähriges Kind, also schlauer als Hunde. In der Natur leben sie in Wäldern, mit Büschen und sumpfigen Plätzen, und haben eine klare Sozialstruktur. In der Mast sieht das anders aus.

In Deutschland werden 27,2 Mio. Schweine zur Fleischproduktion gehalten. Hier ist die Intensivmast die Regel. Ferkel werden innerhalb von 6 bis 7 Monaten auf ein Schlachtgewicht von 110 bis 127 kg gemästet. Mastschweine werden in Gruppen von 12 bis 20 Tieren gehalten. Pro Tier mit einem Körpergewicht von 50 bis 110 kg ist eine Mindestbodenfläche von 0,75 m² vorgesehen. Über 110 kg Körpergewicht beträgt die Mindestbodenfläche 1 m²

Massentierhaltung am Beispiel von Hühnern

Hühner werden in Deutschland zur Fleischproduktion und zur Eierproduktion gehalten. Sie sind eigentlich muntere kleine Vögel, die sich in Gruppen von bis zu 20 Hennen mit über 20 verschiedenen Verständigungslauten austauschen. Sie sind die meiste Zeit ihres Tages auf Futtersuche und verziehen sich abends auf einen höher gelegenen Schlafplatz. All das ist in der Massentierhaltung nicht möglich. 

Im März 2016 lebten in Deutschland laut Albert Schweitzer Stiftung etwa 93,8 Millionen Hühner für die Fleischproduktion. Ein Masthuhn lebt in 97% der Fälle in Bodenhaltung. Pro Mastbetrieb leben zwischen 50.000 und 200.000 Tiere in großen geschlossenen Hallen. Pro Quadratmeter leben in der Kurzmast 26 Hühner. Das entspricht weniger als ein DIN-A5-Blatt plus Bierdeckel pro Huhn. In der Kurzmast werden die Hühner in 30 Lebenstagen von Kükengröße auf 1,5 kg Körpergewicht gezüchtet. In der Mittellangmast in 35 Tagen auf 2,2 kg. Bei der Langmast erreichen sie ein Gewicht von 2,7 kg in 42 Tagen. 

Ein Huhn in einer Legebatterie hat nach bereits verbesserten Bedingungen einen Platz von 800 cm². Das ist ein Din A4 Blatt mit ca. fünf EC-Karten. In der Kleingruppen-Haltung leben bis zu 60 Hühner auf einer Fläche von 2,5 m².  

Massentierhaltung am Beispiel von Fischen

Fische gehen bei der Betrachtung der Massentierhaltung häufig unter, denn sie genießen von uns weniger Mitgefühl und Interesse als Landtiere. Sie leben unter Wasser, haben keine Mimik, und machen keine Geräusche, um Schmerz, Freude oder Unwohlsein auszudrücken. Aus diesem Grund gelten sie als empfindungslos und werden teilweise nicht einmal unter der Kategorie „Tier“ gesehen (Stichwort „Pescetarier“: Ich esse keine Tiere – außer Fisch.).

Dabei stehen Fische den Landtieren in vielen Aspekten in Nichts nach. Sie sind lernfähig, haben ein Gedächtnis und merken sich damit schmerzhafte Erlebnisse, die sie danach zu vermeiden versuchen. Sie lernen erfolgreiche Strategien, um an ihr Futter zu gelangen und haben ein komplexes Sozialverhalten. Auf ihrer Futtersuche legen sie, je nach Fischart, täglich mehrere Kilometer zurück.

Im Jahr 2017 lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch und Fischereierzeugnissen in Deutschland bei rund 13,5 Kilogramm Fanggewicht. Das macht 1.113.750 Tonnen Fisch alleine in Deutschland. Würde so viel Fisch aus den Weltmeeren und Seen gefischt werden, würden wir wohl noch schneller mit den Folgen der Überfischung zu kämpfen haben.

Eine vom Menschen entwickelte Lösung für dieses Problem sind Fischfarmen.

Die Albert Schweitzer Stiftung schreibt:

„Aquakulturen gibt es als einfache wassergefüllte Gruben im Boden, künstlich angelegte Teiche, wasserdurchströmte Becken, Netzgehege in natürlichen Gewässern bis hin zu hoch technisierten Teilkreislauf- oder Kreislaufanlagen. Generell lässt sich beobachten: Je größer die notwendige Investition und der technische Aufwand zum Betrieb einer Aquakulturanlage sind, umso größer ist auch der wirtschaftliche Druck, sie möglichst ertragsintensiv zu betreiben. 

Je ertragsintensiver eine Tierhaltung betrieben wird, desto eher werden der Schutz und das Wohlbefinden der gehaltenen Tiere dem Streben nach möglichst hohen Erträgen untergeordnet.“

In der Fischzucht ist nicht der Platzmangel das Hauptproblem, sondern die Wasserqualität. Fische benötigen sauberes, auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Wasser, um Sauerstoff aufzunehmen, sich fortzupflanzen, zu ernähren, und um gesund zu bleiben. In der Regel flüchten Fische vor negativen Bedingungen. Dies ist ihnen in Fischfarmen nicht möglich.

Um die Wasserqualität stabil zu halten, und um Krankheiten zu vermeiden, werden in der Fischzucht extrem viele Zusatzstoffe und Medikamente verwendet. 

Folgen von Massentierhaltung

Der massive Platzmangel und die nicht artgerechten Haltungsbedingungen haben zur Folge, dass Tiere Panik und Aggression, sowie viele andere Verhaltensstörungen entwickeln. Sie fangen an sich selbst oder gegenseitig zu verletzen und trampeln sich teilweise bei lebendigem Leib gegenseitig zu Tode.

Um die Verletzungsgefahr in den Griff zu bekommen, werden den Tieren Hörner, Schwänze, Schnäbel, und manchmal auch Zähne ohne Betäubung bereits im Kindesalter abgetrennt. 

Nicht zu vernachlässigen ist die Gefahr der Krankheitsübertragung und -Entwicklung (Vogelgrippe, Schweinepest, BSE). Diese Krankheiten können zum Teil auf Wildtiere und den Menschen übertragen werden.

Viele Tiere sehen in ihrem kurzen Leben nie das Tageslicht oder spüren Erde unter ihren Hufen und Krallen. Sie können nie springen, laufen, schwimmen, sich suhlen und ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen. Und das alles für den kurzen Genuss eine Steaks, des leckeren Camemberts oder des traditionellen Frühstücks-Ei.

Ein „bisschen“ Schwund ist immer

In einer Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover aus dem Jahr 2017 wurde festgestellt, dass in Schweinemastbetrieben 21 Prozent der Schweine die lebend zur Welt kommen, noch vor ihrer Schlachtung sterben. Meist sind schwerste Verletzungen oder starke Entzündungen der Grund für den vorzeitigen Tod. Das bedeutet in Zahlen, dass zusätzlich zu jährlich 60 Millionen geschlachteten Tieren, 13,6 Millionen Schweine „völlig umsonst“ sterben müssen. Das entspricht der Anzahl Katzen, die in deutschen Haushalten leben. Knapp 1,4 Millionen Schweine haben so starke Verletzungen, dass sie vor ihrem Tod enorme Schmerzen durchleben mussten. Das sind 1200 Schweine pro Werktag, die an ihren Verletzungen zugrunde gehen und entsorgt werden müssen.

Solche Zustände gibt es natürlich auch in den Mastbetrieben für Hühner und Rinder.

Tierprodukte vom lebenden Tier

„Ich esse ja auch kein Fleisch. Tiere töten finde ich schlimm! Aber Käse und Milch sind ok, dafür muss das Tier ja nicht sterben.“.

Solche oder so ähnliche Kommentare habe ich schon mehrfach gehört. Und ja, auch ich war mal „nur Vegetarier“ und habe mich darüber gewundert, was denn nun an Milch & Co. so furchtbar ist. Denn die Kühe vom Biobauern leben doch fröhlich auf der Weide. Die Hühner vom dorfeigenen Bauernhof laufen das ganze Jahr draußen auf der Wiese rum. Da kann es doch nicht so schlimm sein, ihre Milch zu trinken und Eier zu essen.

Oder etwa doch? Näheres Hinschauen bringt hier schnell die Erkenntnis: Auch Tierprodukte vom lebenden Tier tragen am Ende zur Tierausbeutung und Tötung bei. Das gilt nicht nur für Eier und Milchprodukte, sondern auch für Leder, Honig, Wolle und Seide.

Aber lasst uns das genauer erklären…

Eier, Milch und Käse

Auch die Ei- und Milchproduktion ist in der Masse nicht artgerecht und zum Teil sogar sehr grausam.

Eier

Hühner können bis zu 10 Jahre oder älter werden. Eine Legehenne wird meist nach 1-2 Jahren geschlachtet, da ihre „Legeleistung“ von ca. 300 Eiern im Jahr zu stark nachlässt und sie nicht mehr profitabel ist. 

Da für die Eierproduktion nur weibliche Hühner gebraucht werden, werden in der Nachzucht nach dem Schlüpfen männlichen Küken bei lebendigem Leib geschreddert. Mit dieser schrecklichen Methode werden in Deutschland jährlich über 45 Millionen männliche Küken getötet

Wie du siehst, sind also auch die „harmlosen“ Eier. Die das Huhn nicht direkt töten, extrem schädlich für das Tier.

Ein weiterer Augenöffner war für mich, mir vor Augen zu führen was Eier eigentlich sind: Hühner-Eizellen. Also eigentlich das, was Frau ebenfalls 1x im Monat ausscheidet – ein unbefruchtetes Ei, aus dem eigentlich ein neues Lebewesen wachsen soll. Bei Bio-Eiern kann es dir sogar passieren, dass durch den in der Gruppe gehaltenen Hahn die Eier bereits angebrütet sind, und du dir einen Küken-Embryo in die Pfanne oder in den Kuchen haust.

Milch

Damit Kühe Milch geben, müssen sie gerade ein Kalb geboren haben. Denn Kuhmilch ist eigentlich Muttermilch für kleine Kälber. Kurz nach der Geburt steigt die Milchleistung der Mutterkuh an und erreicht nach ca. sieben Wochen ihren Höchstpunkt. Danach bleibt die Milchleistung für ca. zwei Monate auf diesem Niveau, bevor sie wieder abflacht. Das Abflachen der Milchleistung soll aber vermieden werden. Bevor die Kuh gar keine Milch mehr gibt, muss also wieder für ein neues Kalb gesorgt werden. 

Aus diesem Grund wird eine Hochleistungskuh zwei bis drei Monate nachdem sie gekalbt hat erneut künstlich besamt. Eine Milchkuh ist quasi ihre komplette Lebenszeit trächtig und wirft. Jedes Mal wird der Kuh ihr Baby weggenommen.

Doch eine Mutterkuh hat wie jedes Lebewesen den natürlichen Drang ihr Baby zu versorgen. Der Trennungsschmerz äußert sich in tagelangen Muh-Rufen nach dem vermissten Baby. Das Kalb wird, falls weiblich, ebenfalls zur Milchkuh herangezogen. Alleine in einer Box, oder im besten Fall in einer Gruppe mit anderen Kälbern. Die männlichen Kälber kommen direkt zur Mast und landen irgendwann in der Wurst.

Eine Hochleistungskuh produziert im Jahr das 10- bis 20-fache ihres Körpergewichts an Milch. Das ständige Trächtig-Sein und Kalben ist eine zusätzliche Belastung. So leben Milchkühe nur ca. 3 bis 4 Jahre, bevor sie ebenfalls in der Wurst landen. Die natürliche Lebenserwartung einer Kuh liegt bei 20 Jahren.

Wie du siehst, sind auch Eier und Milch aus ethischen Gründen abzulehnen. Warum beides auch aus gesundheitlichen Gründen bedenklich ist, kannst du weiter unten nachlesen.

Wolle, Leder, Seide

Auch Leder,Wolle und Seide haben ihren Preis.

Wolle

Wolle ist Schurwolle vom Schaf. Die Tiere sind und bleiben lebendig, solange sie Wolle geben und nicht krank werden. Haben die Tiere ausgedient, kommen sie wie jedes Nutztier in die Schlachtung. Die Haltungsbedingungen sind dabei recht unterschiedlich, der Schurprozess selbst ist meist grob. Aus diesem Grund verzichten Veganer auch auf Wollprodukte.

Leder

Leder ist mit Chemikalien bearbeitete und gefärbte Tierhaut. Oft wird behauptet, dass Leder aus Schlachtabfällen produziert wird. Das ist leider nur teilweise richtig, denn auch hier muss die massive Nachfrage gedeckt werden.

Aus diesem Grund werden Tiere speziell zur Lederproduktion gezüchtet und geschlachtet. Leder ist nicht nur aus ehtischen Gründen gegenüber der Tiere abzulehnen. Der Gerbeprozess ist hochschädlich für die Mitarbeiter der Gerberei. Die verwendeten Chemikalien sind giftig für den Menschen, der sie danach am Körper trägt. Wenn du es genau nimmst, ist Leder nicht weniger schlimm als Pelz. Sowohl für Pelz als auch für Leder werden Tiere unter unwürdigen Bedingungen gehalten, misshandelt und geschlachtet.

Seide

Seide entsteht, wenn sich der kleine Seidenspinner verpuppt, um später zum Schmetterling zu werden. Dabei spinnt er mit einem unendlichen Seidenfaden seinen Kokon. Aus genau diesem Seidenfaden wird Seide hergestellt. Um diese Seide zu gewinnen, wird allerdings nicht darauf gewartet, dass der Seidenspinner als wunderschöner Schmetterling seinen Kokon verlässt, denn er würde den Seidenfaden dabei zerstören.

Stattdessen werden die Raupen bei lebendigem Leib gekocht und somit abgetötet. Du kannst dabei beobachten, wie die kleinen Raupen in ihrem Kokon wild rumzappeln und versuchen ihrem Unheil zu entrinnen. Nur wenige von ihnen dürfen schlüpfen, um sich wieder zu paaren und so für Nachschub zu sorgen.

Der Konsum von Seide, Leder und Wolle ist also ebenfalls aus ethischen Gründen zu vermeiden.

Honig

Honig ist in der veganen Szene ein heiß diskutiertes Tierprodukt. Manche Veganer verzehren ab und an Honig, meist aus medizinischen Gründen.

Beim Honig gibt es enorme Unterschiede in der Haltung und Behandlung der Bienen – je nachdem aus welchem Land der Honig stammt. Deutsche Honigbienen werden lange nicht so schlecht behandelt, wie Bienen aus dem Ausland. 

Trotzdem geht es hier um eine „Ausbeutung der Tiere“. Und auch der freundlichste deutsche Imker tötet ab und an versehentlich eine Biene. 

Transport und Schlachtung

Jede Kuh, jedes Huhn, jedes Schwein, Rind oder Schaf landet irgendwann in der Schlachtung. Leider sind auch die Schlachtmethoden auf Massenware ausgerichtet. Viele Tiere haben bis zu ihrem Weg auf den Schlachthof noch nie in ihrem Leben Tageslicht gesehen. Sie werden in Gruppen eingepfercht und unter qualvollen Ängsten in den Schlachthof gefahren.

Tiertransporte

Da aufgrund der strengen Verordnungen kaum noch ein Mastbetrieb oder Bauer selbst schlachtet, werden Tiere meist in Massentransporten abgeholt und zum Schlachthof gefahren. Dabei können sie Ländergrenzen überschreiten und Stunden- bzw. Tagelang unterwegs sein.

Die Transporter sind nicht isoliert. Lediglich kleine Luftschlitze dienen der Sauerstoffversorgung. Dies führt im Winter zu massiver Kälte und im Sommer zu Hitzestau in den viel zu vollgestopften Transportern. Selbstverständlich wird kein Wasser oder Futter angeboten, da die Tiere ja ohnehin bald sterben. Diese Tortur macht weder vor kleinen Jungtieren, noch vor trächtigen Tieren halt. Ruhe- und Melkzeiten werden nicht eingehalten. So kann es schon mal passieren, dass einer Kuh das Euter platzt.

Es versteht sich von selbst, dass die Tiere nach diesen stundenlangen Qualen völlig erschöpft, oder Tod, am Schlachthof ankommen, wo sie die letzten schrecklichen Minuten ihres Lebens durchleben dürfen.

Schlachtmethoden und Fehlerquoten

Je nach Tierart werden unterschiedliche Schlachtmethoden angewandt. Die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland sind dabei relativ streng. Eine „humane“ Tötung soll durchgeführt werden. Die Worte „human“ und „Tötung“ passen für mich persönlich aus Prinzip nicht zusammen. Aber wir wollen ja sachlich bleiben.

Eine Kuh wird durch einen Bolzenschuss, welcher an der Stirn angesetzt wird, „wahrnehmungs- und empfindungslos“ gemacht. So verlangt es das Gesetz. Danach wird sie an den Füßen aufgehängt und durch einen Halsschnitt ausgeblutet.

Leider funktioniert häufig der erste, zweite und dritte Bolzenschuss nicht. Während den Versuchen richten sich viele Rinder sogar nochmal auf, und kämpfen um ihr Leben. Die Schlächter haben pro Rind nur ca. eine Minute Zeit und müssen daher mit der Schlachtung der anderen Tiere fortfahren.

So werden 4 bis 7 Prozent aller Rinder bei vollem Bewusstsein, an ihren Beinen aufgehängt und aufgeschnitten. Bei in Deutschland ca. 3 bis 4 Millionen geschlachteter Rinder jährlich sind das 120.000 bis 280.000 Rinder, die ihre Zerstückelung bewusst miterleben. Das ist eigentlich ein Verstoß gegen die Schlachtungsverordnung, wird aber wissentlich geduldet.

In Deutschland werden ca. 60 Mio. Schweine verarbeitet. Mehr als wir selbst „produzieren“. Die Schlachtbetriebe arbeiten auf Hochtouren, teilweise bis an ihre Kapazitätsgrenze. Dabei werden je nach Betrieb bis zu 20.000 Tiere geschlachtet.

Schweine werden dabei mit einem Stromschlag oder durch Vergasung „betäubt“. Mit einer Elektrozange greift der Arbeiter dem Schwein hinter die Ohren und lässt dann einen Starkstromschlag ab.

Dieser Vorgang ist für die Menge an Schlachtungen in Großbetrieben nicht zeiteffizient genug. Aus diesem Grund werden Schweine mittlerweile gerne in Gruppen vergast. Innerhalb von ca. 20 Sekunden ersticken die Tiere und kämpfen dabei um ihr Überleben. Dabei reizt das Gas die Schleimhäute der Tiere so enorm, dass sie in wahnsinnige Panik verfallen. Die Fehlerquote liegt hier bei einem Prozent.

Das macht bei ca. 60 Millionen Schweinen 600.000 betroffene Schweine, die nicht korrekt betäubt, und danach mit vollem Bewusstsein weiterverarbeitet werden.

Bei der unvorstellbaren Masse an geschlachteten Hühnern wird sich der Betäubungsprozess mehr oder weniger komplett gespart. Sie werden lebendig an den Füßen aufgehängt, durch ein kurzes Strombad gefahren, und danach maschinell geköpft. Zusätzlich werden jährlich über 45 Millionen männliche Küken lebendig geschreddert und zu Tiermehl verarbeitet.

Unser Fazit

Friedvolle, intelligente und liebesbedürftige Tiere, die unter Schmerzen in kalten Zellen aufwachsen müssen, um ihre geschundenen und schwachen Körper mit Medikamenten vollpumpen zu lassen und dabei von Menschen misshandelt werden. „Humane“ Tötungsprozesse, die diese Tiere von ihrem schrecklichen Leben erlösen. Tag für Tag. Für die wohl egoistischste Rasse die auf Erden wandelt: den Menschen. Dafür, dass wir ein Stück gewürzten Kadaver genießen können, der durch Kühlung und Konservierungsstoffe künstlich von der Verwesung abgehalten wird.

Tiere die am Fließband Milch geben und Eier legen, um danach ebenfalls zu sterben. 

Es mag viele Gründe für vegane Ernährung geben. Aber ist Nächstenliebe für Tiere nicht die logischste und wichtigste von allen? Keinem Lebewesen Schmerz zufügen oder Schmerz zufügen lassen. Jedes Lebewesen so leben lassen, wie es die Natur vorgesehen hat, nicht wie es der Mensch bestimmt.

Hier noch ein kleiner Filmtipp zu dem Thema: Earthlings

Was ist deine Meinung? Wir würden uns über dein Feedback freuen. Nur eine Bitte: Bleibe bei deinen Kommentaren fair und respektvoll, auch wenn dieses Thema noch sehr polarisierend und emotional ist. Danke 🙂

Viel Liebe

Caro

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